• 28.09.2006, 10:17:12
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Bischof Sturm: Evangelische Kirche beobachtet kritisch die bevorstehenden Wahlen

Kirchliche Mahnungen zum Wahlkampf sind "wichtiges Signal"

Wien (epdÖ) - "Als Kirche gehen wir mit offenen Augen und Ohren
und einer klaren Botschaft auf die Wahlen zu." Das erklärte der
Bischof der Evangelischen Kirche A.B. und Vorsitzende des
Oberkirchenrates A.u.H.B., Mag. Herwig Sturm, in einem
Journalistengespräch am 27. September in Wien. Zugleich äußerte sich
Sturm "dankbar und stolz, dass die Evangelische Kirche zum Thema
Wahlen nicht direkt eingegriffen, aber auch nicht geschwiegen" habe.
Sturm verwies auf die Erklärung des Evangelischen Oberkirchenrates
A.u.H.B., in der "plakative Aussagen, die von kollektivem Egoismus,
nationalistischen Ressentiments und von Fremdenfeindlichkeit bestimmt
sind" verurteilt werden.

Ebenso erinnerte Sturm an die auch im September veröffentlichten
"Fragen zur politischen Verantwortung" des Ökumenischen Rates der
Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), in denen es heißt: "Gegenüber
Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus ist Toleranz nicht
möglich." Sturm, der auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates der
Kirchen in Österreich ist, drückte die Hoffnung aus, "dass Österreich
seinem Ruf als menschenfreundlicher Staat gerecht wird".

In diesem Zusammenhang bezog sich der Bischof auch auf die Verleihung
des "Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich"
an Diakoniedirektor Pfarrer Mag. Michael Chalupka und an den Wiener
Caritasdirektor DDr. Michael Landau am Vortag. Dabei habe
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer unterstrichen, dass die Republik
Österreich hinter der Arbeit dieser kirchlichen Organisationen stehe.

Auf Fragen der Journalisten räumte Sturm ein, dass konkrete Erfolge
der kirchlichen Mahnungen zum gegenwärtigen Wahlkampf nicht
verzeichnet werden könnten. Der Bischof betonte jedoch, es sei
wichtig, ein Signal zu setzen, "dass es auch andere Stimmen gibt".
Sturm lehnte es ab, die Namen jener Parteien zu nennen, deren Parolen
im Wahlkampf auf Kritik bei den Kirchen stoßen: "Diesen Dienst wollen
wir den Parteien nicht tun."

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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