• 27.09.2006, 10:56:16
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AK Umfrage: Geldmangel bremst Ausbau ganztägiger Schulen

Nur 33 von insgesamt 78 Bezirkshauptstädten haben das Angebot ausgeweitet

Wien (OTS) - Der Geldmangel der Gemeinden bremst den Ausbau der
ganztägigen Schulen, wie er seit Schulbeginn vorgesehen ist. Das
ergibt eine aktuelle AK Umfrage unter den BürgermeisterInnen aller
Bezirkshauptstädte außerhalb Wiens. Nur 33 von insgesamt 78
Bezirkshauptstädten haben das ganztägige Betreuungsangebot an ihren
Volksschulen ausgeweitet - und nur zwei BürgermeisterInnen sagen, die
Unterstützung, die dafür vom Bund kommt, ist ausreichend. "Damit ist
Bildungsministerin Gehrers Gesetz für so genannte Schulen mit
Nachmittagsbetreuung absolut unzureichend", kritisiert die
stellvertretende AK Direktorin Johanna Ettl: "Wir haben nach einer
ersten Umfrage unter den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im
Frühsommer 2005 davor gewarnt, dass ausreichend ganztägige
Schulangebote an mangelnder Unterstützung durch den Bund scheitern.
Jetzt ist genau das passiert." Die Arbeiterkammer verlangt einen
Sonderfinanzierungsplan des Bundes für zusätzlich 100.000 ganztägige
Schulplätze in einem ersten Schritt.

Das Gesetz der Bildungsministerin für neue "Schulen mit
Nachmittagsbetreuung" ist ohnehin bescheiden, kritisiert Johanna
Ettl: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Familien, die noch Kinder
im Kindergarten haben, brauchen ab Schuleintritt ganztägige
Schulbetreuung für ihre Kinder - das entspricht einem Bedarf an über
40.000 Nachmittagsbetreuungsplätzen pro Jahrgang. Aber laut den
Erläuterungen zum neuen Gesetz rechnet die Ministerin nur mit 14.700
neuen ganztägigen Plätzen, die für alle Jahrgänge bis zum Alter von
14 Jahren eingerichtet werden. Und selbst dafür werden nur 5
Lehrerstunden pro Gruppe und Woche bezahlt - für den nötigen Umbau
der Schulen und zusätzliches Personal müssen die Gemeinden als
Schulerhalter aufkommen. Ettl: "Da ist es kein Wunder, dass bei den
ganztägigen Schulen wenig weitergeht."

59 aller 78 BürgermeisterInnen der Bezirkshauptstädte halten den
Ausbau ganztägiger Volksschulen für sinnvoll (das sind 76 Prozent),
doch schon im Frühsommer 2005 sagten bei einer ersten AK Umfrage 70
Prozent der Befragten, ihre Gemeinde könne den Ausbau ganztägiger
Betreuung an den Volksschulen unmöglich zahlen. Zu Schulbeginn haben
jetzt tatsächlich nur 33 der Bezirkshauptstädte (das sind 42 Prozent)
das ganztägige Betreuungsangebot an ihren Volksschulen ausgeweitet
oder haben es zumindest vor - wobei nur zwei der 33
BürgermeisterInnen die Unterstützung vom Bund reicht.

Ganztägige Volkschule ausgebaut: Reichen die Bundesmittel?
   Antworten der 33 Bürgermeister, wo ausgebaut wurde:    

   reichen nicht          24 Bürgermeister (73 Prozent)   
   nicht abzuschätzen      7 Bürgermeister (21 Prozent)   
   reichen                 2 Bürgermeister  (6 Prozent)

"Die Entwicklung ist absolut unbefriedigend für die Eltern und
ihre Kinder", sagt Ettl: "Wir wissen, dass immer mehr Eltern zu Hause
mit den Kindern lernen oder teure Nachhilfe zahlen müssen, weil die
Schule zu wenig Verantwortung für den Lernerfolg ihrer Kinder
übernimmt. Das benachteiligt gerade jene Kinder, deren Eltern selber
wenig lernen konnten und auch nicht das Geld für Nachhilfe haben."
Eine Lösung sei der rasche Ausbau ganztägiger Schulen. Ettl verlangt
einen Sonderfinanzierungsplan des Bundes für zunächst zusätzlich
100.000 ganztägige Schulplätze in einem ersten Schritt: Der Bund und
die Länder müssen finanzschwache Gemeinden bei der Einrichtung und
beim Ausbau ganztägiger Schulen unterstützen. In den nächsten zehn
Jahren sollen pro Jahr zusätzlich 10.000 ganztägige Plätze an den
Volksschulen eingerichtet werden. Mittelfristig will die
Arbeiterkammer den generellen Umstieg auf ganztägige Schulen.

Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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