• 24.09.2006, 11:59:05
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Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband (SWV): Vielfalt schafft Lebensqualität!

SWV betont die Bedeutung der MigrantInnen für Wien und den Wirtschaftsstandort Österreich und fordert bessere Rahmenbedingungen für KMU und Einpersonenunternehmen

Wien (OTS) - An der gestern stattgefunden Veranstaltung des
Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) "Vielfalt schafft
Lebensqualität" für UnternehmerInnen und Gewerbetreibende mit
Migrationshintergrund nahmen mehrere Hundert UnternehmerInnen aus
verschiedensten Staaten teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand
einerseits der Dank an die UnternehmerInnen für ihren Beitrag zur
österreichischen Wirtschaft und andererseits die Kritik an den
fremdenfeindlichen Tönen von FPÖ und Regierungspartei BZÖ sowie an
der KMU-feindlichen Politik der ÖVP-Bundesregierung. Der SWV fordert
für die Selbstständigen: Steuern senken, soziale Absicherung
schaffen, Kaufkraft stärken.

Christoph Matznetter und Fritz Strobl vom Sozialdemokratischen
Wirtschaftsverband luden gestern zugewanderte UnternehmerInnen zur
Veranstaltung "Vielfalt schafft Lebensqualität" mit
Integrationsstadträtin Sonja Wehsely ins Wiener Museumsquartier.
Dabei stand unter anderem der Dank für die Leistungen der
zugewanderten UnternehmerInnen im Mittelpunkt. "Die Wiener Wirtschaft
besteht fast ausschließlich aus Klein- und Mittelbetrieben (KMU) und
Einpersonenunternehmen. Die ZuwanderInnen sind ein Teil davon. Und
wir wissen alle, wer für Beschäftigung in unserer schönen Stadt
sorgt, wer Lehrlinge ausbildet und wer die meisten Steuern zahlt: es
sind dies die Klein- und Mittelbetriebe", so LAbg. Fritz Strobl,
Präsident des SWV Wien. UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund
sind in allen Sparten und Branchen tätig und tragen dadurch enorm zum
Wirtschaftswachstum Wiens bei. "Zugewanderte UnternehmerInnen sind
wichtige Säulen in Punkto Lebensqualität, Nahversorgung und
Beschäftigung. Wien ist auch Dank der Arbeit, des Einsatzes und des
Mutes der zugewanderten UnternehmerInnen eine vielfältige Stadt. Wir
wissen diese Vielfalt zu schätzen, denn Vielfalt schafft
Lebensqualität", betonte Strobl.

Zugewanderte UnternehmerInnen halten ganze Branchen am Leben

18,8 Prozent der Menschen, die in Wien leben haben keine
österreichische Staatsbürgerschaft. "Wenn man die bereits
eingebürgerten ZuwanderInnen dazu zählt, dann haben wir 30 Prozent
WienerInnen mit Migrationshintergrund", erläuterte
Integrationsstadträtin Sonja Wehsely und weiter "in Wien ist Vielfalt
Realität geworden. Das ist eine große wirtschaftliche Chance, weil es
viele Branchen ohne die ZuwanderInnen heute nicht mehr geben würde".
Als Beispiel nannte Wehsely, die 21 Wiener Märkte. "Die WienerInnen
genießen den Flair und die Lebensqualität des Naschmarktes oder des
Karmeliter Marktes - um nur einige Beispiele zu nennen - aber ohne
die Arbeit der ZuwanderInnen würde dieses wichtige Stück Identität
unserer Stadt bereits nicht mehr existieren", so Wehsely.

Wehsely betonte zudem die Bedeutung der Sprachenvielfalt der
MigrantInnen für die österreichische Wirtschaft. "Die
Mehrsprachigkeit der MigrantInnen ist notwendig, damit wir in den
Hoffnungsmärkten in Südosteuropa und Asien besser Fuß fassen können.
Wir sehen die Sprachenvielfalt und das Wissen, das MigrantInnen
Österreich zur Verfügung stellen, als große Chance", so Wehsely.

ÖVP-Politik für Konzerne und Großbetriebe

Kritisch wurde gestern die Arbeit der ÖVP-Bundesregierung
betrachtet. "Die Welt sah für UnternehmerInnen in den letzten sechs
Jahren nicht gerade rosig aus. Ob sich daran etwas ändern wird, liegt
in der Hand der WählerInnen. Am 1.Oktober 2006 wird eine neue
Bundesregierung gewählt. Diese Wahl ist die Chance die neoliberale
Wirtschaftspolitik der ÖVP-Bundesregierung abzuwählen. Schüssel,
Bartenstein und Grasser haben in den letzten sechs Jahren fast
ausschließlich eine Politik für Konzerne und Großbetriebe gemacht.
Sie erhielten allein im Jahr 2005 Steuergeschenke im Wert von rund
1,3 Milliarden Euro. KMU und Einpersonunternehmen wurden von ihnen
ignoriert", bedauerte Christoph Matznetter, Präsident des SWV.

Sozialdemokratische Forderungen

"Steuern senken, soziale Absicherung schaffen, Kaufkraft stärken",
lauten die wichtigsten drei Forderungen Matznetters. Konkret forderte
er eine Entlastung der Kosten des Faktors Arbeit, die Abschaffung der
Mindestkörperschaftssteuer, die Wiedereinführung des
Investitionsfreibetrages, die Einführung eines Stabilitäts- und
Wachstumsfonds und die Abschaffung der Gruppenbesteuerung.

Um Selbstständige sozial besser abzusichern, würden die
SozialdemokratInnen Selbstständige zu fairen Bedingungen in das
Arbeitslosenversicherungsgesetz einbeziehen. "Weiters ist mir die
hundertprozentige Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds im
Krankheitsfall von MitarbeiterInnen besonders wichtig. Die derzeitige
Regelung ist eine einzige Farce. Selbstständige bekommen ab dem 11.
Krankenstandstag ihrer MitarbeiterInnen 50% des Entgeltes zurück. Die
durchschnittliche Krankenstandszeit beträgt 12 Tage. Das bedeutet: Im
Schnitt bekommen die UnternehmerInnen nur für einen Tag die Hälfte
des Entgeltes ersetzt", ärgert sich Matznetter.

Der dritte wesentliche Bereich der SPÖ zur Unterstützung der
Wirtschaft ist die Stärkung der Kaufkraft. "Eine starke Kaufkraft ist
die Basis für eine positive Entwicklung unserer Wirtschaft. Daher
müssen wir die aktive Wachstumspolitik forcieren. Es nützt den KMU
und Einpersonenunternehmen wenig, wenn wir uns als "Exportkaiser"
bezeichnen können. Wir müssen die Binnennachfrage wieder ankurbeln.
Daher wollen wir den Mittelstand - das sind jene Menschen, die
zwischen 2.000 und 4.000 Euro brutto im Monat verdienen - mit 500
Euro entlasten. Wenn es den Menschen in unserem Land wieder besser
geht, dann wird auch die Wirtschaft davon profitieren", so
Matznetter.

Faire Chancen für ZuwanderInnen

Das derzeitige Bildungssystem muss laut Matznetter geändert
werden. "Wohlhabende Menschen können es sich leisten, ihren Kindern
die beste Ausbildung zu bieten. Das ist auch gut so. Bildung darf
aber kein Privileg der Reichen sein. Kinder von MigrantInnen dürfen
nicht benachteiligt werden und müssen bestmöglichste Bildung
erhalten", forderte Matznetter. Das es geht, zeigen Länder wie Kanada
oder Finnland vor. In diesen Ländern wird die Mehrsprachigkeit der
Kinder in das System integriert und als Vorteil für den
Karriereverlauf der Kinder gesehen. "Bildung ist die Chance für die
österreichische Wirtschaft. Wir können es uns nicht leisten auf das
Wissen und die Mehrsprachigkeit der MigrantInnen zu verzichten", so
Matznetter.

Wahlkampf von FPÖ und Regierungspartei BZÖ verurteilt

Wehsely, Strobl und Matznetter erteilten unisono eine klare Absage
an den Wahlkampf von FPÖ und Regierungspartei BZÖ. Matznetter
betonte, dass jeder einzelne Mensch unabhängig von Rasse, Religion,
Staatsangehörigkeit und Geschlecht ein wichtiger Teil der
Gesellschaft sei. "Die Vielfalt war und ist wichtig für Österreich.
Die vielen Gesichter Österreichs geben unserem Land eine Chance.
Nützen wir sie auch für die Wirtschaft und erteilen wir am 1. Oktober
dem neoliberalen Wirtschaftsprogramm der ÖVP und den
fremdenfeindlichen Tönen von FPÖ und BZÖ eine klare Absage", schloss
Matznetter.

Rückfragehinweis:

Mag. Marion Enzi
   Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
   Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien
   Tel.: +43 (1) 5224766 12
   Fax: +43 (1) 5262352
   Mobil: +43 (664)8304337
   mailto:[email protected]
   www.wirtschaftsverband.at

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