• 16.09.2006, 14:51:05
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Plassnik: Frauen und Mädchen Mut machen, die Welt zu erobern

Wien, 16. September 2006 (ÖVP-PD) Außenministerin Dr. Ursula
Plassnik zitierte beim heutigen Bundestag der ÖVP-Frauen in
Salzburg eingangs Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner,
die 1907 forderte, "dass erst dann, wenn das Weibliche den selben
Spielraum erhält wie das Männliche, die Gesellschaft den
berechtigten Bedürfnissen aller gerecht werden könne". ****

"Seit Bertha von Suttner ist enorm viel in Bewegung gekommen.
Frauen in Spitzenpositionen, Frauen als Entscheidungsträgerinnen
mit Gewicht, Frauen als echte Partnerinnen. Das alles ist bereits
ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesellschaft und damit
Teil unserer Normalität", so Plassnik. "Und dennoch gibt es nach
wie vor die kleinen und großen täglichen Ungerechtigkeiten, die
durch nichts zu rechtfertigen sind, wie die Einkommensschere, die
gläserne Decke, dramatische Fälle von Gewalt gegen Frauen quer
durch alle gesellschaftlichen Schichten, die Doppelbelastung
Familie und Beruf, die so oft die Frauen trifft. Solange es eine
Frau gibt, der aufgrund ihres `Frauseins` Ungerechtigkeit
widerfährt, dürfen wir uns nicht auf dem Erreichten ausrasten,
nicht zurücklehnen. Jede Einzelne von uns muss sich Tag für Tag die
Frage stellen, wie kann ich in meinem Verantwortungs- und
Wirkungsbereich - aber auch darüber hinaus - Frauen fördern,
konkret unterstützen, Frauen und Mädchen Mut machen und helfen",
forderte Ursula Plassnik.

Auf die Frage, was man als Außenministerin für die Frauen in
der Welt tun und bewegen könne, sagte Ursula Plassnik: "Als
Außenministerin stehe ich vor einem sehr weiten Feld von
Herausforderungen: mit der UNO, der EU, aber auch im bilateralen
Dialog arbeiten wir hartnäckig daran, die Ausgangsbedingungen und
die Perspektiven für die Frauen in der Welt zu verbessern: ganz
oben auf meiner Prioritätenliste stehen dabei die Teilnahme von
Frauen an allen Entscheidungsprozessen - besonders auch an
Friedensprozessen, der Schutz von Menschenrechtsaktivistinnen, der
Kampf gegen alle Formen von Gewalt gegen Frauen - dazu gehört auch
die traditionsbedingte Gewalt. Wir müssen gegen die Missachtung der
Menschenrechte von Frauen, gegen den Frauen- und Kinderhandel
kompromisslos vorgehen", betonte Plassnik. Es geht aber auch darum,
dass wir Frauen und Mädchen durch konkrete Unterstützung in die
Lage versetzen und ermutigen, aus dem Schatten herauszutreten und
ihre Rechte einzufordern. Den Frauen den Zugang zu Bildung und
Ausbildung zu ermöglichen, sowie die Gewährung von Mikrokrediten,
die den Frauen den Weg in die Selbstständigkeit ermöglichen, sind
mir dabei wichtige Anliegen", sagte die Außenministerin.

"Während des österreichischen Ratsvorsitzes ist es gelungen in
vielen Bereichen zugunsten der Frauen in der Welt konkrete
Fortschritte zu erzielen. Der Schutz und die Begleitung von
Menschenrechtsaktivistinnen war für mich ein wichtiger Schwerpunkt,
der von der finnischen Ratspräsidentschaft fortgeführt wird", so
Plassnik weiter. "Ich habe im Vorfeld des EU-Lateinamerika-Gipfels
in Wien Menschenrechtsverteidigerinnen aus Mexiko, Guatemala und
Kolumbien getroffen. Diese mutigen und beeindruckenden Frauen
brauchen unseren besonderen Schutz, denn ihr Engagement
widerspricht den traditionellen Frauenrollen. Als Antwort ernten
sie oft besonders brutale Gewalt", sagte Plassnik.

"Auch was die Umsetzung der UNO-Resolution 1325 - das ist die
Forderung nach der Einbindung von Frauen in die Konfliktarbeit und
Friedensprozesse - betrifft, konnten wir konkrete Schritt nach vorn
machen und die aktive Rolle von Frauen bei EU-Friedensoperationen
stärken sowie Frauenanliegen integrieren. Ich bin zutiefst davon
überzeugt, dass nur gemeinsam mit den Frauen der Weg in Richtung
Versöhnung und Frieden gefunden werden kann. Es sind die Frauen,
die am besten wissen, was ihre Gesellschaften brauchen", sagte
Plassnik.

Die Außenministerin erläuterte auch, dass es gelungen sei,
sicherzustellen, dass die neu geschaffene UNO Kommission für
Friedenskonsolidierung in ihrer Arbeit Frauenfragen umfassend
berücksichtigen werde. "Gemeinsam mit 13 Außenministerinnen habe
ich vor einem Jahr anlässlich der UNO Generalsversammlung einen
Brief an Kofi Annan geschrieben. Ich freue mich, dass unsere
Initiative in den Resolutionen zur Errichtung der Kommission für
Friedenskonsolidierung konkreten Niederschlag gefunden hat", sagte
Plassnik.

Als ein konkretes Projektbeispiel nannte die Außenministerin
den Beitrag Österreichs zum VN-Anti-Gewaltfonds. "Auch nach
Konflikten ist Gewalt gegen Frauen erfahrungsgemäß besonders akut.
Aggression und Frustration werden oft an Frauen ausgelassen.
Prostitution und Menschenhandel verschärfen die Situation weiter.
Es ist mir wichtig, dass wir den VN-Anti-Gewaltfonds sowohl durch
Expertise als auch durch finanzielle Mittel unterstützen", sagte
die Außenministerin abschließend.

Rückfragehinweis: ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

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