Impfung gegen Gürtelrose könnte schmerzbedingtes Leiden verringern

"Weltweites Jahr gegen den Schmerz bei älteren Menschen" will mehr Aufmerksamkeit für Schmerzthematik schaffen

Wien/Istanbul (OTS) - Schmerzen stellen in Europa eine schwerwiegende gesundheitliche Belastung dar. Jede Form von Schmerz ist ernst zu nehmen, doch insbesondere die chronischen Schmerzen zählen zu den am stärksten verkannten und am wenigsten behandelten medizinischen Problemen überhaupt (1). Während akute Schmerzen berechtigterweise als Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung oder Verletzung betrachtet werden dürfen, ist chronischer und immer wieder auftretender Schmerz ein eigenständiges Krankheitsbild (2). Im Rahmen einer Pressekonferenz haben die European Federation of IASP Chapters (EFIC) und die International Association for the Study of Pain (IASP) eine neue Kampagne gegen den Schmerz ins Leben gerufen:
Von September 2006 bis Oktober 2007 wollen IASP und EFIC durch verschiedene Aktivitäten in mehreren europäischen Ländern das öffentliche Bewusstsein für das Thema Schmerzen im höheren Lebensalter schärfen. Chronische Schmerzen infolge von Gürtelrose gehören zu den verbreitetsten Schmerzformen, die im "Weltweiten Jahr gegen den Schmerz" im Mittelpunkt stehen werden. Die Vorbeugung von Gürtelrose und postherpetischer Neuralgie (PHN) durch Impfung mit ZOSTAVAX(R) könnte dazu beitragen, dass ältere Erwachsene in Europa insgesamt weniger Schmerzen erleiden müssen.

Schmerzen sind bei älteren Erwachsenen sehr verbreitet. Die Wahrscheinlichkeit, an chronischen Schmerzen zu leiden, ist höher als bei jüngeren Menschen. Die Gürtelrose (Herpes zoster) geht oft mit akuten Schmerzen einher und kann auch chronische, anhaltende Schmerzen nach sich ziehen: die postherpetische Neuralgie. Die Behandlung der Gürtelrose und die Linderung der damit verbundenen Schmerzen sind oft nur schwer und mit unbefriedigendem Ergebnis möglich, da Ärzte und Patienten nicht genug über die Krankheit und ihre Folgeerkrankungen wissen. Viele Patienten sprechen auf die derzeit verfügbaren PHN-Behandlungsoptionen nicht an - entweder ist die schmerzlindernde Wirkung unzureichend, oder es treten Nebenwirkungen auf (3) . Die Gürtelrose und die damit verbundenen schweren und belastenden Komplikationen können die Lebensqualität in hohem und häufig unterschätzem Maße beeinträchtigen (4). Dies kann zu Depressionen führen (einschließlich erhöhter Suizidgefahr) (5) sowie zu einer eingeschränkten körperlichen Beweglichkeit, hoher emotionaler Belastung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit bei Alltagstätigkeiten(4). Die Symptome des Patienten werden vom Allgemeinarzt nicht immer erkannt, was eine frühzeitige Diagnose erschwert (6).

Die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken, und die Schwere der Erkrankung nehmen mit dem Alter zu, da die spezifischen, gegen das Varicella-Zoster-Virus gerichteten Abwehrkräfte des Körpers mit steigendem Alter naturgemäß nachlassen. Da der Anteil der älteren Menschen steigt, ist mit einem vermehrten Auftreten der Erkrankung zu rechnen. Es ist anzunehmen, dass in der Europäischen Union jedes Jahr rund 1,8 Millionen (7,8,9,10.) Menschen an Gürtelrose erkranken und 12.000 Gürtelrose-Patienten jährlich stationär behandelt werden; das entspricht 33 Fällen pro Tag. Viele Menschen empfinden Gürtelrose nicht als Risiko, obwohl schätzungsweise jeder Vierte irgendwann in seinem Leben einmal daran erkrankt (5,11,12,13).

Gürtelrose und PHN können schwere Schmerzen verursachen

Eine Gürtelrose wird durch Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst, das sich nach einer Erstinfektion, meist in der Kindheit, dauerhaft in den Nervenbahnen eingenistet hat. Die Erkrankung macht sich zunächst als Kribbeln, Jucken oder brennender Schmerz bemerkbar, solange das Virus entlang der Nervenbahnen wandert und dort Schäden verursacht. Sobald das Virus die Haut erreicht, entsteht ein bandförmiger oder in Gruppen angeordneter Ausschlag aus leicht erhabenen Pünktchen, der in der Regel auf eine Seite des Körpers oder Gesichts beschränkt bleibt. Danach bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die in zwei bis vier Wochen abheilen. Dabei kann es zu schweren Hautinfektionen, Narben und dauerhaften Verfärbungen der Haut kommen (14).

Die postherpetische Neuralgie ist die häufigste und schmerzhafteste Folgeerkrankung der Gürtelrose (15) . Es handelt sich um einen chronischen, anhaltenden Nervenschmerz, der nach Abheilen des Hautausschlags auftritt (einen bis drei Monate nach Ausbruch) und Monate oder sogar Jahre anhalten kann (16) . Etwa jeder fünfte Gürtelrose-Patient erkrankt an PHN (17,18,19) die meisten Fälle treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Menschen, die an PHN erkrankt sind, beschreiben die Schmerzen als "reizempfindlich, brennend, klopfend, stechend, aufblitzend und/oder scharf" (15). Die schwerste Form der PHN ist die Allodynie, ein stark belastender, schon durch leichte Berührungsreize (z. B. durch Stoff oder Wind) ausgelöster Schmerz (20).

Eine Gürtelrose kann in jeder Körperregion auftreten. In rund der Hälfte der Fälle (21) ist jedoch der Oberkörper betroffen, am zweithäufigsten der Kopfbereich (22) (eine Kopfseite oder ein Auge -Zoster ophthalmicus) mit rund 12 Prozent der Fälle (8). Bei einer Gürtelrose im Kopfbereich kann es unerträgliche Schmerzen verursachen, die Haare zu bürsten oder eine Kopfbedeckung zu tragen (22).

Zoster ophthalmicus kann zu Sehstörungen führen (23) - das kann von Entzündungen des Auges bis hin zur Erblindung reichen (24).

ZOSTAVAX(R) - der erste und einzige Impfstoff, der Gürtelrose und PHN verhindern kann

ZOSTAVAX(R) hat im Mai 2006 die Zulassung durch die Europäische Kommission erhalten. Der Zoster-Lebendimpfstoff ist zur Vorbeugung von Gürtelrose (Herpes zoster oder "Zoster") und damit verbundener postherpetischer Neuralgie (PHN) bei Personen ab 60 Jahren indiziert. Die Zulassung gilt für die tiefgefrorene Form des Impfstoffs. Zusätzlich hat Sanofi Pasteur MSD die Zulassung einer kühlschrankstabilen Formulierung beantragt, da diese besser zu der in Europa üblichen Impfstoff-Lagerung und zum Lieferservice passt. ZOSTAVAX(R) wurde von Merck & Co., Inc. und Sanofi Pasteur MSD entwickelt und wird zukünftig in Europa von Sanofi Pasteur MSD vertrieben. In den USA wird ZOSTAVAX(R) seit Juni 2006 von Merck & Co. als Impfstoff zur Vorbeugung von Gürtelrose (Herpes zoster) bei Menschen ab 60 Jahren vertrieben.

In einer groß angelegten Phase III-Studie mit 38.546 Männern und Frauen ab 60 Jahren, die entweder eine Impfstoff- oder eine Placebo-Dosis erhielten, verminderte ZOSTAVAX(R) im Vergleich zu Placebo die Belastung durch zosterbedingte Schmerzen und Beschwerden um 61 Prozent, die Inzidenz von PHN um 67 Prozent und die Häufigkeit von Gürtelrose um 51 Prozent. Zusätzlich verminderte ZOSTAVAX(R) die Inzidenz von Gürtelrosen mit intensiven und dauerhaften Schmerzen um 73 Prozent (25). Die an der Studie teilnehmenden Patienten wurden über einen Zeitraum von drei Jahren nachbeobachtet.

Über IASP und EFIC

Die IASP (International Association for the Study of Pain) ist der größte internationale, fächerübergreifende Verband auf dem Gebiet der Schmerzwissenschaft. Der 1973 gegründete gemeinnützige Berufsverband verfolgt das Ziel, die Schmerzforschung voranzutreiben und die Versorgung von Schmerzpatienten zu verbessern. Der Kreis der Mitglieder umfasst Wissenschaftler, Ärzte, Zahnärzte, Psychologen, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Angehörige weiterer Gesundheitsberufe, die sich aktiv in der Schmerzforschung engagieren, sowie sonstige besonders an der Diagnose und Therapie von Schmerzen Interessierte. Derzeit gehören der IASP mehr als 6.900 Einzelmitglieder aus über 100 Ländern an. Die EFIC (European Federation of IASP Chapters) ist der Dachverband der 29 "Chapters" (Sektionen; Schmerz-Fachgesellschaften) in Europa, in denen 33 Länder und insgesamt 18.000 medizinische Mitglieder vertreten sind. Ziel des 1993 gegründeten Verbandes ist es, die Forschung, Lehre, klinische und berufliche Praxis im Bereich der Schmerzforschung und -therapie voranzubringen und als kompetenter, wissenschaftlich fundierter Ansprechpartner für gesundheitspolitische Fragen zu Schmerzen und Schmerztherapie zur Verfügung zu stehen.

Die Sektionen und ihre Mitglieder, die für Maßnahmen auf nationaler Ebene zuständig sind, sind aufgefordert, Aktivitäten zur Aufklärung über Schmerzen bei älteren Menschen durchzuführen.

http://www.iasp-pain.org/GlobalDay-2006.htm

Sanofi Pasteur MSD ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich auf die Herstellung und den Ver¬trieb von Impfstoffen spezialisiert hat. Dabei kann der Impfstoffexperte auf die Produktinnovationen und die For¬schungserfahrungen von Sanofi Pasteur (Frankreich) und Merck & Co. Inc. (USA) zurückgreifen. Beide Anteilseigner halten je 50 Prozent am Gemeinschafts-unternehmen Sanofi Pasteur MSD. Die österreichische Niederlassung hat ihren Sitz in Brunn am Gebirge. Weltweit arbeiten Forscherteams an der Entwicklung neuer Impfstoffe für Europa. Dabei stehen zwei Ziele im Vordergrund: Zum einen die Ausdehnung des Impfschutzes auf Krankheiten, gegen die es bisher keinen Impfstoff gibt. Zum anderen die Verbesserung bestehender Impfstoffe, um die Verträglichkeit, Wirksamkeit und die Akzeptanz von Impfungen zu optimieren.

Internetseite: www.spmsd.at

Referenzen

1) http://www.efic.org/chronicpain.html (last acceded 06 Septmeber 2006).

2) http://www.efic.org/declarationonpain.html (last acceded 06 September 2006).

3) Dworkin RH et al. Pregabalin for the treatment of postherpetic neuralgia. A randomised, placebo-controlled trial. Neurology 2003;60:1274-83.

4) Katz J et al. Acute pain in herpes zoster and its impact on health-related quality of life. Clin Infect Dis 2004;39:342-48.

5) Chidiac C et al. Characteristics of patients with herpes zoster on presentation to practitioners in France. Clin Infect Dis 2001;33:62-9.

6) Henry T. Herpes zoster: a comparative study of general practitioner and patient experience. Curr Med Res Opin 1994;13:207-13.

7) Paparatti UdL et al. Herpes zoster and its complications in Italy : an observational survey. J Infect 1999;38:116-120.

8) Opstelten W et al. Herpes zoster and postherpetic neuralgia:
incidence and risk indicators using a general practice research database. Fam Pract 2002;19(5):471-475.

9) Dworkin RH et al. Pregabalin for the treatment of postherpetic neuralgia. A randomised, placebo-controlled trial. Neurology 2003;60:1274-83.

10) Eurostat Bevölkerungsdaten der Europäischen Kommission für die 25 EU-Staaten - Zahlen für Gesamteuropa basieren auf Hochrechnung der Inzidenz und Hospitalisierungsrate auf die Gesamtbevölkerung Europas.
http://epp.eurostat.cec.eu.int/extraction/evalight/EVAlight.jsp?A=1&l
anguage=en&root=/theme3/proj/proj_top_pop.

11) Miller E, Marshall R, Vurdien J . Epidemiology, outcome and control of varicella-zoster infection. Rev Med Microbiol 1993;4:222-30.

12) Brisson M et al. Epidemiology of varicella zoster virus infection in Canada and in the United Kingdom. Epidemiol Infect 2001;127,305-14.

13) Bowsher D. The lifetime occurence of herpes zoster and prevalence of postherpetic neuralgia: a retrospective survey in an elderly population. Eur J Pain 1999;3:335-42.

14) Gnann JW et al. Herpes Zoster. N Engl J Med 2002;347:340-6.

15) Johnson RW. Consequences and management of herpes zoster. J Infect Dis 2002;186 (Suppl 1):83-90.

16) Dworkin RH, Schmader KE. Treatment and prevention of postherpetic neuralgia. Clin Infect Dis 2003;36:877-82.

17) Meister W et al. Demography, symptomatology, and course of disease in ambulatory zoster patients. Intervirology 1998;41:272-7.

18) Scott FT et al. A study of shingles and development of post Herpetic neuralgia in East London. J Med Virol 2003;70:24-30.

19) Czernichow S et al. Zona : enquête d'incidence chez les médecins généralistes du réseau "Sentinelles". Ann Dermatol Venereol 2001;128:497-501.

20) Oxman MN. Clinical manifestations of herpes zoster. In :
Varicella-Zoster Virus. Virology and clinical management. Eds: Arvin AM & Gershon AA. 2004:247-75.

21) Arvin AM. Varicella-Zoster Virus. In: Fields Virology, vol 2, fourth edition. Eds: Knipe DM, Howley PM. 2001;2731-67.

22) Pavan-Langston D. Ophthalmic zoster. In : Varicella-Zoster Virus. Virology and clinical management. Eds: Arvin AM & Gershon AA. 2004:276-98.

23) Marsh RJ. Herpes zoster ophthalmicus. J R Soc Med 1997;90:670-4.

24) Shaikh S, Christopher N. Evaluation and Management of Herpes Zoster Ophthalmicus. Am Fam Physician 2002;66:1723-30,1732..

25) Oxman MN et al. A vaccine to prevent herpes zoster and postherpetic neuralgia in older adults. N Engl J Med 2005;352(22):2271-84.

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