- 14.09.2006, 15:31:21
- /
- OTS0276 OTW0276
Impfung gegen Gürtelrose könnte schmerzbedingtes Leiden verringern
"Weltweites Jahr gegen den Schmerz bei älteren Menschen" will mehr Aufmerksamkeit für Schmerzthematik schaffen
Wien/Istanbul (OTS) - Schmerzen stellen in Europa eine
schwerwiegende gesundheitliche Belastung dar. Jede Form von Schmerz
ist ernst zu nehmen, doch insbesondere die chronischen Schmerzen
zählen zu den am stärksten verkannten und am wenigsten behandelten
medizinischen Problemen überhaupt (1). Während akute Schmerzen
berechtigterweise als Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung
oder Verletzung betrachtet werden dürfen, ist chronischer und immer
wieder auftretender Schmerz ein eigenständiges Krankheitsbild (2). Im
Rahmen einer Pressekonferenz haben die European Federation of IASP
Chapters (EFIC) und die International Association for the Study of
Pain (IASP) eine neue Kampagne gegen den Schmerz ins Leben gerufen:
Von September 2006 bis Oktober 2007 wollen IASP und EFIC durch
verschiedene Aktivitäten in mehreren europäischen Ländern das
öffentliche Bewusstsein für das Thema Schmerzen im höheren
Lebensalter schärfen. Chronische Schmerzen infolge von Gürtelrose
gehören zu den verbreitetsten Schmerzformen, die im "Weltweiten Jahr
gegen den Schmerz" im Mittelpunkt stehen werden. Die Vorbeugung von
Gürtelrose und postherpetischer Neuralgie (PHN) durch Impfung mit
ZOSTAVAX(R) könnte dazu beitragen, dass ältere Erwachsene in Europa
insgesamt weniger Schmerzen erleiden müssen.
Schmerzen sind bei älteren Erwachsenen sehr verbreitet. Die
Wahrscheinlichkeit, an chronischen Schmerzen zu leiden, ist höher als
bei jüngeren Menschen. Die Gürtelrose (Herpes zoster) geht oft mit
akuten Schmerzen einher und kann auch chronische, anhaltende
Schmerzen nach sich ziehen: die postherpetische Neuralgie. Die
Behandlung der Gürtelrose und die Linderung der damit verbundenen
Schmerzen sind oft nur schwer und mit unbefriedigendem Ergebnis
möglich, da Ärzte und Patienten nicht genug über die Krankheit und
ihre Folgeerkrankungen wissen. Viele Patienten sprechen auf die
derzeit verfügbaren PHN-Behandlungsoptionen nicht an - entweder ist
die schmerzlindernde Wirkung unzureichend, oder es treten
Nebenwirkungen auf (3) . Die Gürtelrose und die damit verbundenen
schweren und belastenden Komplikationen können die Lebensqualität in
hohem und häufig unterschätzem Maße beeinträchtigen (4). Dies kann zu
Depressionen führen (einschließlich erhöhter Suizidgefahr) (5) sowie
zu einer eingeschränkten körperlichen Beweglichkeit, hoher
emotionaler Belastung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit bei
Alltagstätigkeiten(4). Die Symptome des Patienten werden vom
Allgemeinarzt nicht immer erkannt, was eine frühzeitige Diagnose
erschwert (6).
Die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken, und die
Schwere der Erkrankung nehmen mit dem Alter zu, da die spezifischen,
gegen das Varicella-Zoster-Virus gerichteten Abwehrkräfte des Körpers
mit steigendem Alter naturgemäß nachlassen. Da der Anteil der älteren
Menschen steigt, ist mit einem vermehrten Auftreten der Erkrankung zu
rechnen. Es ist anzunehmen, dass in der Europäischen Union jedes Jahr
rund 1,8 Millionen (7,8,9,10.) Menschen an Gürtelrose erkranken und
12.000 Gürtelrose-Patienten jährlich stationär behandelt werden; das
entspricht 33 Fällen pro Tag. Viele Menschen empfinden Gürtelrose
nicht als Risiko, obwohl schätzungsweise jeder Vierte irgendwann in
seinem Leben einmal daran erkrankt (5,11,12,13).
Gürtelrose und PHN können schwere Schmerzen verursachen
Eine Gürtelrose wird durch Reaktivierung des
Varicella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst, das sich nach einer
Erstinfektion, meist in der Kindheit, dauerhaft in den Nervenbahnen
eingenistet hat. Die Erkrankung macht sich zunächst als Kribbeln,
Jucken oder brennender Schmerz bemerkbar, solange das Virus entlang
der Nervenbahnen wandert und dort Schäden verursacht. Sobald das
Virus die Haut erreicht, entsteht ein bandförmiger oder in Gruppen
angeordneter Ausschlag aus leicht erhabenen Pünktchen, der in der
Regel auf eine Seite des Körpers oder Gesichts beschränkt bleibt.
Danach bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die in zwei bis
vier Wochen abheilen. Dabei kann es zu schweren Hautinfektionen,
Narben und dauerhaften Verfärbungen der Haut kommen (14).
Die postherpetische Neuralgie ist die häufigste und
schmerzhafteste Folgeerkrankung der Gürtelrose (15) . Es handelt sich
um einen chronischen, anhaltenden Nervenschmerz, der nach Abheilen
des Hautausschlags auftritt (einen bis drei Monate nach Ausbruch) und
Monate oder sogar Jahre anhalten kann (16) . Etwa jeder fünfte
Gürtelrose-Patient erkrankt an PHN (17,18,19) die meisten Fälle
treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Menschen, die an PHN erkrankt
sind, beschreiben die Schmerzen als "reizempfindlich, brennend,
klopfend, stechend, aufblitzend und/oder scharf" (15). Die schwerste
Form der PHN ist die Allodynie, ein stark belastender, schon durch
leichte Berührungsreize (z. B. durch Stoff oder Wind) ausgelöster
Schmerz (20).
Eine Gürtelrose kann in jeder Körperregion auftreten. In rund der
Hälfte der Fälle (21) ist jedoch der Oberkörper betroffen, am
zweithäufigsten der Kopfbereich (22) (eine Kopfseite oder ein Auge
-Zoster ophthalmicus) mit rund 12 Prozent der Fälle (8). Bei einer
Gürtelrose im Kopfbereich kann es unerträgliche Schmerzen
verursachen, die Haare zu bürsten oder eine Kopfbedeckung zu tragen
(22).
Zoster ophthalmicus kann zu Sehstörungen führen (23) - das kann
von Entzündungen des Auges bis hin zur Erblindung reichen (24).
ZOSTAVAX(R) - der erste und einzige Impfstoff, der Gürtelrose und PHN
verhindern kann
ZOSTAVAX(R) hat im Mai 2006 die Zulassung durch die Europäische
Kommission erhalten. Der Zoster-Lebendimpfstoff ist zur Vorbeugung
von Gürtelrose (Herpes zoster oder "Zoster") und damit verbundener
postherpetischer Neuralgie (PHN) bei Personen ab 60 Jahren indiziert.
Die Zulassung gilt für die tiefgefrorene Form des Impfstoffs.
Zusätzlich hat Sanofi Pasteur MSD die Zulassung einer
kühlschrankstabilen Formulierung beantragt, da diese besser zu der in
Europa üblichen Impfstoff-Lagerung und zum Lieferservice passt.
ZOSTAVAX(R) wurde von Merck & Co., Inc. und Sanofi Pasteur MSD
entwickelt und wird zukünftig in Europa von Sanofi Pasteur MSD
vertrieben. In den USA wird ZOSTAVAX(R) seit Juni 2006 von Merck &
Co. als Impfstoff zur Vorbeugung von Gürtelrose (Herpes zoster) bei
Menschen ab 60 Jahren vertrieben.
In einer groß angelegten Phase III-Studie mit 38.546 Männern und
Frauen ab 60 Jahren, die entweder eine Impfstoff- oder eine
Placebo-Dosis erhielten, verminderte ZOSTAVAX(R) im Vergleich zu
Placebo die Belastung durch zosterbedingte Schmerzen und Beschwerden
um 61 Prozent, die Inzidenz von PHN um 67 Prozent und die Häufigkeit
von Gürtelrose um 51 Prozent. Zusätzlich verminderte ZOSTAVAX(R) die
Inzidenz von Gürtelrosen mit intensiven und dauerhaften Schmerzen um
73 Prozent (25). Die an der Studie teilnehmenden Patienten wurden
über einen Zeitraum von drei Jahren nachbeobachtet.
Über IASP und EFIC
Die IASP (International Association for the Study of Pain) ist der
größte internationale, fächerübergreifende Verband auf dem Gebiet der
Schmerzwissenschaft. Der 1973 gegründete gemeinnützige Berufsverband
verfolgt das Ziel, die Schmerzforschung voranzutreiben und die
Versorgung von Schmerzpatienten zu verbessern. Der Kreis der
Mitglieder umfasst Wissenschaftler, Ärzte, Zahnärzte, Psychologen,
Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Angehörige weiterer
Gesundheitsberufe, die sich aktiv in der Schmerzforschung engagieren,
sowie sonstige besonders an der Diagnose und Therapie von Schmerzen
Interessierte. Derzeit gehören der IASP mehr als 6.900
Einzelmitglieder aus über 100 Ländern an. Die EFIC (European
Federation of IASP Chapters) ist der Dachverband der 29 "Chapters"
(Sektionen; Schmerz-Fachgesellschaften) in Europa, in denen 33 Länder
und insgesamt 18.000 medizinische Mitglieder vertreten sind. Ziel des
1993 gegründeten Verbandes ist es, die Forschung, Lehre, klinische
und berufliche Praxis im Bereich der Schmerzforschung und -therapie
voranzubringen und als kompetenter, wissenschaftlich fundierter
Ansprechpartner für gesundheitspolitische Fragen zu Schmerzen und
Schmerztherapie zur Verfügung zu stehen.
Die Sektionen und ihre Mitglieder, die für Maßnahmen auf
nationaler Ebene zuständig sind, sind aufgefordert, Aktivitäten zur
Aufklärung über Schmerzen bei älteren Menschen durchzuführen.
http://www.iasp-pain.org/GlobalDay-2006.htm
Sanofi Pasteur MSD ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich
auf die Herstellung und den Ver¬trieb von Impfstoffen spezialisiert
hat. Dabei kann der Impfstoffexperte auf die Produktinnovationen und
die For¬schungserfahrungen von Sanofi Pasteur (Frankreich) und Merck
& Co. Inc. (USA) zurückgreifen. Beide Anteilseigner halten je 50
Prozent am Gemeinschafts-unternehmen Sanofi Pasteur MSD. Die
österreichische Niederlassung hat ihren Sitz in Brunn am Gebirge.
Weltweit arbeiten Forscherteams an der Entwicklung neuer Impfstoffe
für Europa. Dabei stehen zwei Ziele im Vordergrund: Zum einen die
Ausdehnung des Impfschutzes auf Krankheiten, gegen die es bisher
keinen Impfstoff gibt. Zum anderen die Verbesserung bestehender
Impfstoffe, um die Verträglichkeit, Wirksamkeit und die Akzeptanz von
Impfungen zu optimieren.
Internetseite: www.spmsd.at
Referenzen
1) http://www.efic.org/chronicpain.html (last acceded 06 Septmeber
2006).
2) http://www.efic.org/declarationonpain.html (last acceded 06
September 2006).
3) Dworkin RH et al. Pregabalin for the treatment of postherpetic
neuralgia. A randomised, placebo-controlled trial. Neurology
2003;60:1274-83.
4) Katz J et al. Acute pain in herpes zoster and its impact on
health-related quality of life. Clin Infect Dis 2004;39:342-48.
5) Chidiac C et al. Characteristics of patients with herpes zoster on
presentation to practitioners in France. Clin Infect Dis
2001;33:62-9.
6) Henry T. Herpes zoster: a comparative study of general
practitioner and patient experience. Curr Med Res Opin
1994;13:207-13.
7) Paparatti UdL et al. Herpes zoster and its complications in Italy
: an observational survey. J Infect 1999;38:116-120.
8) Opstelten W et al. Herpes zoster and postherpetic neuralgia:
incidence and risk indicators using a general practice research
database. Fam Pract 2002;19(5):471-475.
9) Dworkin RH et al. Pregabalin for the treatment of postherpetic
neuralgia. A randomised, placebo-controlled trial. Neurology
2003;60:1274-83.
10) Eurostat Bevölkerungsdaten der Europäischen Kommission für die 25
EU-Staaten - Zahlen für Gesamteuropa basieren auf Hochrechnung der
Inzidenz und Hospitalisierungsrate auf die Gesamtbevölkerung Europas.
http://epp.eurostat.cec.eu.int/extraction/evalight/EVAlight.jsp?A=1&l
anguage=en&root=/theme3/proj/proj_top_pop.
11) Miller E, Marshall R, Vurdien J . Epidemiology, outcome and
control of varicella-zoster infection. Rev Med Microbiol
1993;4:222-30.
12) Brisson M et al. Epidemiology of varicella zoster virus infection
in Canada and in the United Kingdom. Epidemiol Infect
2001;127,305-14.
13) Bowsher D. The lifetime occurence of herpes zoster and prevalence
of postherpetic neuralgia: a retrospective survey in an elderly
population. Eur J Pain 1999;3:335-42.
14) Gnann JW et al. Herpes Zoster. N Engl J Med 2002;347:340-6.
15) Johnson RW. Consequences and management of herpes zoster. J
Infect Dis 2002;186 (Suppl 1):83-90.
16) Dworkin RH, Schmader KE. Treatment and prevention of postherpetic
neuralgia. Clin Infect Dis 2003;36:877-82.
17) Meister W et al. Demography, symptomatology, and course of
disease in ambulatory zoster patients. Intervirology 1998;41:272-7.
18) Scott FT et al. A study of shingles and development of post
Herpetic neuralgia in East London. J Med Virol 2003;70:24-30.
19) Czernichow S et al. Zona : enquête d'incidence chez les médecins
généralistes du réseau "Sentinelles". Ann Dermatol Venereol
2001;128:497-501.
20) Oxman MN. Clinical manifestations of herpes zoster. In :
Varicella-Zoster Virus. Virology and clinical management. Eds: Arvin
AM & Gershon AA. 2004:247-75.
21) Arvin AM. Varicella-Zoster Virus. In: Fields Virology, vol 2,
fourth edition. Eds: Knipe DM, Howley PM. 2001;2731-67.
22) Pavan-Langston D. Ophthalmic zoster. In : Varicella-Zoster Virus.
Virology and clinical management. Eds: Arvin AM & Gershon AA.
2004:276-98.
23) Marsh RJ. Herpes zoster ophthalmicus. J R Soc Med 1997;90:670-4.
24) Shaikh S, Christopher N. Evaluation and Management of Herpes
Zoster Ophthalmicus. Am Fam Physician 2002;66:1723-30,1732..
25) Oxman MN et al. A vaccine to prevent herpes zoster and
postherpetic neuralgia in older adults. N Engl J Med
2005;352(22):2271-84.
Rückfragehinweis:
Sanofi Pasteur MSD 2345 Brunn am Gebirge Campus 21, Europaring F11/402 Tel.: +43 - 1 866 70 - 22 200 Fax: +43 - 1 866 70 - 22 204 Ansprechpartner: Anfragen Medizin: Dr. Astrid Dworan-Timler Anfragen Marketing: Mag. Martina Riedlmair e-mail: mriedlmair@spmsd.com
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SFP