Jobangebot mit Haken: Arbeitssuchender wird unwissentlich zu Geldwäscher

Opfer sitzen auf hohen Schulden und müssen mit Betrugsanzeigen rechnen.

Wien (AKNÖ) - Immer öfter bekommen Internetnutzer Mails mit verlockenden Jobangeboten. Gesucht werden angeblich Finanzagenten für ein neues Vertriebswesen. Wer sich darauf einlässt, dem wird ohne Risiko das schnelle Geld versprochen. Die AKNÖ-Konsumentenschützer warnen: Erste Opfer sitzen auf hohen Schulden und müssen mit Betrugsanzeigen rechnen.

Peter T., ein niederösterreichischer Konsument auf Arbeitssuche, glaubte an die Chance seines Lebens als er ein Mail mit der Aufforderung bekam, sich als Finanzagent zu betätigen. Alles was er tun müsste , wäre sein Konto zur Verfügung zu stellen. Auf dieses würde Geld überwiesen, das er in weiterer Folge über Western Union an bestimmte Personen transferieren müsste, die sich gerade irgendwo auf der Welt befinden. Ein Teil des Betrags könnte er sich als Provision einbehalten. Herr T. vertraute darauf, dass dieses Angebot seriös und mit keinerlei Risiken für ihn verbunden war und ergriff die Gelegenheit.

Kurz darauf gingen 7.300 Euro auf sein Konto ein. Wie abgesprochen überwies er mittels Western Union 6.925 Euro an ein lettisches Konto und behielt sich 375 Euro als Provision ein. Was der gutgläubige Konsument nicht wusste, war, dass das Geld aus einem Phishing-Angriff stammte und illegalerweise von dem Konto eines anderen vertrauensseligen Konsumenten abgezweigt wurde.
Das wurde Herrn T. erst bewusst, als die 7.300 Euro von seinem Konto auf das Konto des Phishing-Opfers rückgebucht wurden und er auf seinem Konto ein sattes Minus hatte.

Herr T. wandte sich an die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer und erstattete gleichzeitig Anzeige gegen den lettischen Jobanbieter. Dazu AKNÖ-Konsumentenberater Martin Hofecker: "Leider konnten wir im Fall des betroffenen Konsumenten gar nichts tun. Denn Herr T. hat sich strafbar gemacht - auch wenn das unwissentlich geschehen ist. Aber Tatsache ist, dass er sich an einem Betrug beteiligt hat." Konkret handelt es sch um den Tatbestand der Geldwäsche. Eine Tat, die mit schweren Strafen bis hin zu mehrjähriger Haft geahndet wird.

Prinzipiell rät der Konsumentenschützer dazu, hellhörig zu werden, wenn einem ohne Prüfung der Seriosität ein Job angeboten wird, wo man mit viel Geld jonglieren soll. "Eigentlich kann man davon ausgehen, dass derartige Mails zu 100 Prozent in betrügerischer Absicht versandt werden. Ich empfehle daher, entsprechende Mails zu ignorieren und gar nicht erst zu beantworten" so Hofecker weiter.

Wie läuft das ab? Die Vorgangsweise läuft auf zwei Ebenen ab: Erst verschaffen sich die Internet-Betrüger mittels Phishing den Zugang zu Konten von Internet-Banking-Kunden. Das in der Folge ergaunerte Geld von diesen Konten muss aber noch "weiß gewaschen" werden. Das heißt, es bedarf eines weiteren Kontos. Also werden E-Mails an Internet-UserInnen geschickt, in denen schnell verdientes Geld in Aussicht gestellt wird. Nach Bekanntgabe des Namens, der Adresse, der Telefonnummer sowie der Konto- bzw. Kreditkartennummer wird den neu gewonnenen "Finanzagenten" von den Betrügern tatsächlich Geld überwiesen. AKNÖ-Experte Martin Hofecker macht abschließend darauf aufmerksam, dass seriöse Kreditinstitute generell keine Mails an Kunden verschicken, in denen Daten oder Codes abgefragt werden. Etwaige Informationen werden ausschließlich im personalisierten und geschützten Internet-Bereich kommuniziert.

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