- 14.09.2006, 10:31:01
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Jobangebot mit Haken: Arbeitssuchender wird unwissentlich zu Geldwäscher
Opfer sitzen auf hohen Schulden und müssen mit Betrugsanzeigen rechnen.
Wien (AKNÖ) - Immer öfter bekommen Internetnutzer Mails mit
verlockenden Jobangeboten. Gesucht werden angeblich Finanzagenten für
ein neues Vertriebswesen. Wer sich darauf einlässt, dem wird ohne
Risiko das schnelle Geld versprochen. Die AKNÖ-Konsumentenschützer
warnen: Erste Opfer sitzen auf hohen Schulden und müssen mit
Betrugsanzeigen rechnen.
Peter T., ein niederösterreichischer Konsument auf Arbeitssuche,
glaubte an die Chance seines Lebens als er ein Mail mit der
Aufforderung bekam, sich als Finanzagent zu betätigen. Alles was er
tun müsste , wäre sein Konto zur Verfügung zu stellen. Auf dieses
würde Geld überwiesen, das er in weiterer Folge über Western Union an
bestimmte Personen transferieren müsste, die sich gerade irgendwo auf
der Welt befinden. Ein Teil des Betrags könnte er sich als Provision
einbehalten. Herr T. vertraute darauf, dass dieses Angebot seriös und
mit keinerlei Risiken für ihn verbunden war und ergriff die
Gelegenheit.
Kurz darauf gingen 7.300 Euro auf sein Konto ein. Wie abgesprochen
überwies er mittels Western Union 6.925 Euro an ein lettisches Konto
und behielt sich 375 Euro als Provision ein. Was der gutgläubige
Konsument nicht wusste, war, dass das Geld aus einem Phishing-Angriff
stammte und illegalerweise von dem Konto eines anderen
vertrauensseligen Konsumenten abgezweigt wurde.
Das wurde Herrn T. erst bewusst, als die 7.300 Euro von seinem Konto
auf das Konto des Phishing-Opfers rückgebucht wurden und er auf
seinem Konto ein sattes Minus hatte.
Herr T. wandte sich an die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer
und erstattete gleichzeitig Anzeige gegen den lettischen Jobanbieter.
Dazu AKNÖ-Konsumentenberater Martin Hofecker: "Leider konnten wir im
Fall des betroffenen Konsumenten gar nichts tun. Denn Herr T. hat
sich strafbar gemacht - auch wenn das unwissentlich geschehen ist.
Aber Tatsache ist, dass er sich an einem Betrug beteiligt hat."
Konkret handelt es sch um den Tatbestand der Geldwäsche. Eine Tat,
die mit schweren Strafen bis hin zu mehrjähriger Haft geahndet wird.
Prinzipiell rät der Konsumentenschützer dazu, hellhörig zu werden,
wenn einem ohne Prüfung der Seriosität ein Job angeboten wird, wo man
mit viel Geld jonglieren soll. "Eigentlich kann man davon ausgehen,
dass derartige Mails zu 100 Prozent in betrügerischer Absicht
versandt werden. Ich empfehle daher, entsprechende Mails zu
ignorieren und gar nicht erst zu beantworten" so Hofecker weiter.
Wie läuft das ab?
Die Vorgangsweise läuft auf zwei Ebenen ab: Erst verschaffen sich die
Internet-Betrüger mittels Phishing den Zugang zu Konten von
Internet-Banking-Kunden. Das in der Folge ergaunerte Geld von diesen
Konten muss aber noch "weiß gewaschen" werden. Das heißt, es bedarf
eines weiteren Kontos. Also werden E-Mails an Internet-UserInnen
geschickt, in denen schnell verdientes Geld in Aussicht gestellt
wird. Nach Bekanntgabe des Namens, der Adresse, der Telefonnummer
sowie der Konto- bzw. Kreditkartennummer wird den neu gewonnenen
"Finanzagenten" von den Betrügern tatsächlich Geld überwiesen.
AKNÖ-Experte Martin Hofecker macht abschließend darauf aufmerksam,
dass seriöse Kreditinstitute generell keine Mails an Kunden
verschicken, in denen Daten oder Codes abgefragt werden. Etwaige
Informationen werden ausschließlich im personalisierten und
geschützten Internet-Bereich kommuniziert.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Konsumentenberatung
Martin Hofecker
Tel.: (01) 58883-1311
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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