- 10.09.2006, 09:14:31
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ÖAMTC befragte Kinder: Schulweg macht Spaß, manchmal aber auch Angst
Menschen, die "gemein aussehen" und Kinder, die "schubsen und stoßen" verunsichern Kinder
Wien (OTS) - Den Schulweg erstmals alleine zu bestreiten und die
Herausforderungen im Straßenverkehr zu meistern, erfüllt Kinder mit
Stolz und ist ein großer Schritt zur eigenen Selbstständigkeit. Der
ÖAMTC hat das Mobilitätsverhalten von Schülern im Alter von acht bis
neun Jahren untersucht und Kinder in drei Bundesländern paarweise
interviewt. Gleichzeitig diskutierten Mütter und Väter über die
Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr. "Die Auswertung der
Ergebnisse machte Wahrnehmungsunterschiede zwischen Kindern und
Eltern deutlich. Vor allem die sozialen Ängste der Kinder wurden von
Erwachsenen oft unterschätzt", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora
Donosa. "Angesichts der aktuellen Ereignisse ist das bei vielen
Eltern wieder sehr stark ins Bewusstsein geraten."
Autos, die zu schnell oder bei Rot fahren machen Kindern Angst.
Bei Volksschülern kommen auf dem Schulweg aber auch Ängste sozialer
Natur hinzu. "Die Kleinen fürchten sich vor Angriffen und
Gemeinheiten älterer und größerer Kinder, die 'schubsen und stoßen',
vor Betrunkenen, Entführern oder Menschen, 'die gemein aussehen'",
schildert Donosa die Befragungsergebnisse. Geschlechtsspezifische
Unterschiede konnten dabei nicht festgestellt werden. Die
ÖAMTC-Expertin geht davon aus, dass Kinder unangenehme Erlebnisse
daheim oft nur ungern von sich aus erzählen. Eltern sollten daher
solche Situationen an- und besprechen und Unterstützung anbieten, wie
in Konflikt- und Gefahrensituationen reagiert werden kann. Laut
Donosa ist aber auch die Zivilcourage der Erwachsenen gefragt: "Wer
beobachtet, dass ein Kind bedrängt oder bedroht wird, sollte nicht
wegschauen, sondern nachfragen was los ist."
"Wir haben herausgefunden, dass das Bedürfnis der Kinder im
Straßenverkehr geschützt zu werden, groß ist", so die
ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Was den Kindern am Weg zur Schule oft
fehlt, ist ein Ansprechpartner. Der Schulbusfahrer, ein Polizist oder
ein Schülerlotse könnten diese Rolle übernehmen. Schon allein das
Gefühl, zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist und wo man Hilfe
bekommt, vermittelt Sicherheit. Kinder sollen eine gesunde Vorsicht
entwickeln, dabei jedoch nicht überängstlich und damit unsicher
werden.
Kinder werden sehr stark von ihren Gefühlen beeinflusst. Wenn sie
belastet oder traurig sind, nehmen sie ihre Umwelt nur eingeschränkt
wahr, weil sie mit sich selbst beschäftigt sind. Im Straßenverkehr
kann das gefährlich werden.
"Wichtig ist, mit dem Kind immer wieder seine positiven wie
negativen Erfahrungen auf dem Schulweg zu besprechen, denn nur wenn
wir die Sorgen und Ängste verstehen, und entsprechende Hilfe
anbieten, können wir die Sicherheit von Kinder auf den Straßen
erhöhen", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa abschließend.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Informationszentrale
Tel.: +43 (0) 1 71199-1795
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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