Ohne Einwilligung der Eltern: Bankomatkarte für 15-jährigen!

Lehrlingskonten im Visier der AKNÖ-Konsumentenschützer

Wien (OTS) - =

Wien (AKNÖ) - Lehrlings- und Jugendkonten locken mit
attraktiven Bedingungen wie Gratis-Kontoführung. Aber wie genau nehmen es die Banken mit Jugendschutzbestimmungen? Das wollten die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer herausfinden. Das Ergebnis ist durchaus erfreulich: Nur von einer Bank wurde die Sorgfaltspflicht gegenüber Minderjährigen nicht eingehalten.

21 Banken quer durch Wien und Niederösterreich haben die Konsumentenschützer der NÖ Arbeiterkammer gemeinsam mit einem Jugendlichen in den letzten Tagen aufgesucht. Das Ziel:
Herauszufinden, wie viel die Eröffnung bzw. die Führung eines Lehrlingskontos kostet und ob Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden.

Das Ergebnis der Untersuchung ist durchaus erfreulich: Die Eröffnung des Lehrlingskontos ist ebenso wie die Kontoführung gratis. Ausnahme macht da nur eine nö. Raiffeisenbank, die für die Kontoführung 4,06 Euro pro Quartal verrechnet. Auch die Jugendschutzbestimmungen wurden von fast allen Bankinstituten sehr ernst genommen: Bis auf einen Bankberater verwiesen alle anderen darauf, dass es für Minderjährige eine Bankomatkarte nur mit Einwilligung und Unterschrift der Eltern gibt. In einer Raiffeisenbank in Wien, wurde der 15-jährigen Testperson ohne elterliche Erlaubnis eine Bankomatkarte ausgehändigt. Für Martin Hofecker, AKNÖ-Bankenexperte, ein Skandal: "Ein Lehrling kann bis zu 400 Euro pro Woche von seinem Konto abheben und das, obwohl er durchschnittlich nur zwischen 300 bis 500 Euro pro Monat verdient! Das reicht, um ganz leicht in die Schuldenfalle zu stolpern." Über 27.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 25 befinden sich auf einer "schwarzen Liste" - der sogenannten Warnkreditevidenzliste (hier werden Konsumenten eingetragen, die in Zahlungsschwierigkeiten mit Unternehmen gekommen sind und nicht zahlen können). Für den Konsumentenschützer eine erschütternde Zahl. Zeigt sie doch schwarz auf weiß, dass viele junge Konsumenten bereits beachtliche Zahlungsschwierigkeiten haben.

Auflösung kostet bis zu 30 Euro

Berücksichtigen sollten Lehrlinge schon bei der Eröffnung eines Lehrlingskontos, welche Bank ihnen nach Beendigung des Lehrverhältnisses gute Konditionen bietet, empfiehlt Hofecker. Wechselt ein Lehrling nämlich dann seine Bank, ist das nicht gratis, sondern die Kontoschließung kann bis zu 30 Euro kosten.

Rückfragehinweis: AKNÖ, Konsumentenberatung, Martin Hofecker, 01 58883-1311.

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