• 02.09.2006, 20:44:09
  • /
  • OTS0065 OTW0065

Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Luxusgut Bildung (von Eva Weissensteiner)

Ausgabe 3. September 2006

Klagenfurt (OTS) - Von den 252.654 Menschen, die im Vorjahr
arbeitslos gemeldet waren, hatten 46,3 Prozent nur einen
Pflichtschulabschluss. Diese Zahl belegt, wie eng Bildung und
berufliches Weiterkommen miteinander verknüpft sind. Der
Umkehrschluss kann also nur lauten: Jedes Kind muss - seinen
Neigungen und Fähigkeiten entsprechend - so gut und intensiv wie
möglich ausgebildet werden. Es sollte im ureigensten Interesse des
Staates liegen, seinen Bürgern die besten Grundlagen für ein
eigenverantwortliches Leben mitzugeben.
Die Realität sieht anders aus. Laut einer aktuellen AK-Studie sehen
sich Eltern mit immer höheren Bildungsausgaben konfrontiert. Je
geringer das Einkommen der Familie, desto kürzer der Bildungsweg des
Kindes. Ein Teufelskreis hat sich gebildet: In Familien, bei denen
die Eltern arbeitslos sind, beträgt der Anteil der Kinder, die über
das Pflichtschulniveau nicht hinauskommen, 19 Prozent (im Schnitt
sind es sieben Prozent).
Während also die Ausgaben für den Schulbesuch stetig steigen, wurde
die Schülerbeihilfe seit 1999 nicht erhöht. Und stimmt der
Notendurchschnitt nicht, gibt´s gleich gar keine Beihilfe. Das System
sagt klipp und klar: Ein Kind, das die geforderte Leistung nicht
erbringt, ist mir nichts wert. Womit Vater Staat selbst seine
künftigen Arbeitslosen heranzüchtet.

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KTI

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel