Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Luxusgut Bildung (von Eva Weissensteiner)

Ausgabe 3. September 2006

Klagenfurt (OTS) - Von den 252.654 Menschen, die im Vorjahr arbeitslos gemeldet waren, hatten 46,3 Prozent nur einen Pflichtschulabschluss. Diese Zahl belegt, wie eng Bildung und berufliches Weiterkommen miteinander verknüpft sind. Der Umkehrschluss kann also nur lauten: Jedes Kind muss - seinen Neigungen und Fähigkeiten entsprechend - so gut und intensiv wie möglich ausgebildet werden. Es sollte im ureigensten Interesse des Staates liegen, seinen Bürgern die besten Grundlagen für ein eigenverantwortliches Leben mitzugeben.
Die Realität sieht anders aus. Laut einer aktuellen AK-Studie sehen sich Eltern mit immer höheren Bildungsausgaben konfrontiert. Je geringer das Einkommen der Familie, desto kürzer der Bildungsweg des Kindes. Ein Teufelskreis hat sich gebildet: In Familien, bei denen die Eltern arbeitslos sind, beträgt der Anteil der Kinder, die über das Pflichtschulniveau nicht hinauskommen, 19 Prozent (im Schnitt sind es sieben Prozent).
Während also die Ausgaben für den Schulbesuch stetig steigen, wurde die Schülerbeihilfe seit 1999 nicht erhöht. Und stimmt der Notendurchschnitt nicht, gibt´s gleich gar keine Beihilfe. Das System sagt klipp und klar: Ein Kind, das die geforderte Leistung nicht erbringt, ist mir nichts wert. Womit Vater Staat selbst seine künftigen Arbeitslosen heranzüchtet.

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