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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Zu hoch gepokert? (von Gabi Russwurm-Biro
Ausgabe 1. September 2006
Klagenfurt (OTS) - Wer zu hoch pokert, der riskiert, alles auf
einen Schlag zu verlieren. Vielleicht ändert sich die Welt
tatsächlich, aber sicher nicht so wie der "Robin Hood" Teherans,
Präsident Mahmoud Ahmadinejad, sich das vorstellt. Das UNO-Ultimatum
im Atomkonflikt ist verstrichen und keiner wundert sich, dass Teheran
weiter Uran anreichert. Der harte Kurs war längst das "Ass" im Ärmel
des global players.
Dreißig Jahre lang hat das System des Atomwaffensperrvertrags recht
gut gehalten. Nun scheint es zu zerbröckeln. Der Iran kann die
Atombombe bauen, wenn er will. Nicht heute, nicht morgen, aber in
naher Zukunft. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben, nur der
politische Wille ist ausschlaggebend. Ein nuklear bewaffneter Iran
wäre ein Desaster im krisengeschüttelten und ideologieverseuchten
Nahen und Mittleren Osten. Die US-Regierung hat recht behalten: Sie
war und ist der Meinung, der Iran wird die Bombe bauen.
Europa hat auf einen Deal gehofft, auf ein Abkommen mit "Robin Hood"
aus Teheran. Bei seiner Wahl vor einem Jahr versprach er, von den
Mächtigen zu nehmen, ein Ex-Bürgermeister, der niemals über
Außenpolitik gesprochen hat. Nun rüttelt er an den traumatischen
Angstvorstellungen der Weltgemeinschaft und pokert hoch - mit
Russland und China in der Hand ...
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