• 30.08.2006, 19:56:06
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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Reflexartiges Lamento (von Eva Weissensteiner)

Ausgabe 31. August 2006

Klagenfurt (OTS) - Das Abwinken der Wiener Städtischen in puncto
Bawag-Erwerb hatte ein reflexartiges "Jetzt droht ein Verkauf ins
Ausland"-Lamento zur Folge. Nun mag die Städtische Versicherung
gemeinsam mit ihrem Partner Erste Bank Wunschkäufer des ÖGB gewesen
sein - in der Bawag wird das etwas anders gesehen.
Tatsächlich hofft man innerhalb der Bawag-Belegschaft sogar auf einen
ausländischen Käufer. Die Gründe liegen auf der Hand: Eine
österreichische Bank würde mit der Bawag vor allem eines tun -
Synergien nutzen. Was so viel heißt wie Abspecken. Da wie dort.
Filialen würden zusammengelegt, Abteilungen verknüpft, die personelle
Struktur bereinigt werden. Für einen ausländischen Käufer hingegen
sind gerade das engmaschige Filialnetz und die qualifizierte
Belegschaft wertvolle Assets der Bawag.
Gerne wird in einem Atemzug mit dem "Ausverkauf ins Ausland" auch vor
hochspekulativen Finanzinvestoren gewarnt. Doch nicht jeder
ausländische Interessent ist gleich ein Spekulant. So setzt man
Bawag-intern derzeit große Hoffnungen auf zwei potenzielle Bieter aus
Spanien, das Institute Banco Santander Central Hispano und die Banco
Bilbao Vizcaya Agentaria. Die engstirnige Gleichung "Ausländer =
böse" sollte in der Wirtschaft keinen Platz haben. Es ist schon
widerwärtig genug, wenn sie von Politikern aufgestellt wird.

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

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