• 29.08.2006, 12:44:06
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Erster Österreichischer Adipositasbericht zeigt Handlungsbedarf - BILD

v.l.n.r.: Mag. Theres Rathmanner (Institut für Sozialmedizin), Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer (Institut für Sozialmedizin), BM Maria Rauch-Kallat (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen), Franz Bittner (Vors. Trägerkonferenz Hauptverband der Sozialversicherungsträger), Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder (Verein Altern mit Zukunft), Dr. Hubert Dreßler (General Manager sanofi-aventis), Dr.
Georg Vana (Pfizer Corporation Austria)
http://pressefotos.at/m.php?g=1&dir=200608&u=1&a=event&e=20060829_w

Wien (OTS) - Prävalenz stieg in nur acht Jahren von 8,5 Prozent
auf 9,1 Prozent - Ein Prozent weniger Adipositasfälle bedeuten einen
Rückgang der Kosten um 3,3 Prozent - Dringender Handlungsbedarf durch
erarbeitete Zahlen evident

Rund eine Milliarde Menschen leiden weltweit an Übergewicht. Davon
sind über 300 Millionen fettsüchtig. In Österreich sind bis zu 23
Prozent der Männer und bis zu 24 Prozent der Frauen adipös.
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist Adipositas (Fettsucht)
ein bedeutender Einflussfaktor für viele chronische Krankheiten und
einige Krebserkrankungen. Somit wird Adipositas als
Hauptgesundheitsproblem dieses Jahrhunderts gesehen. Die ökonomische
Dimension von Adipositas ist dementsprechend groß.

"Adipositas verursacht in Österreich direkte Kosten für
Krankenhausaufenthalte, Ambulanzen, Medikamente und indirekte Kosten
für Ressourcenverlust und Produktivitätsausfälle infolge von
Krankheit und Arbeitsunfähigkeit sowie intangible Kosten aufgrund von
Schmerzen und verminderter Lebensqualität. Bei einer Umrechnung
internationaler Kostenschätzungen auf Österreich ergeben sich
Gesundheitskosten für das Jahr 2004 von 227,7 Millionen bis 1,1
Milliarden Euro. Rund 59,6 Millionen Euro wären auf Bluthochdruck,
46,2 Millionen auf Osteoarthritis, 44,2 Millionen auf koronare
Herzerkrankungen bei unter 65-Jährigen und 38,0 Millionen auf
Diabetes mellitus als Folgeerkrankungen der Adipositas
zurückzuführen. Wenn sich die Prävalenz in Österreich um nur ein
Prozent verringern würde, so könnten direkte Gesundheitskosten in der
Höhe von 751,4 Millionen Euro eingespart werden", kommentiert
Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder vom Institut für Sozialmedizin und
Präsidentin des Vereins "Altern mit Zukunft" die Daten aus dem ersten
österreichischen Adipositasbericht 2006. Rieder weiter "Zwölf bis
über 20 Prozent derjenigen, die an der Vorsorgeuntersuchung
teilnehmen, sind schwer übergewichtig. Deshalb besteht hoher
Handlungsbedarf für umfassende Strategien in der Prävention und
Therapie".

Österreichischer Adipositasbericht zeigt notwendigen Handlungsbedarf
auf!

Adipositas, durch eine übermäßige Ansammlung an Fettgewebe im
Körper erkennbar, wird als chronische Gesundheitsstörung verstanden.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet eine internationale
Klassifikation für Übergewicht und Adipositas. Geschlechtsunabhängig
gilt für Übergewicht ein Body Mass Index (BMI) größer/gleich 25,0
Kilogramm pro Quadratmeter, für Adipositas größer/gleich 30,0
Kilogramm pro Quadratmeter. Der Bauchumfang bei abdomineller
Adipositas ist bei Männern größer/gleich 102 Zentimeter und bei
Frauen größer/gleich 88 Zentimeter.

Mit dem Erfassen der Kerndaten sollen im österreichischen
Adipositasbericht die quantitative und qualitative Darstellung und
damit die Abschätzung des Public Health-Problems Adipositas in
Österreich erfolgen. "Der Bericht zeigt anhand der erarbeiteten Daten
und Fakten einen dringenden Handlungsbedarf in Österreich in allen
Altersgruppen auf.", so Rieder. Er bietet eine umfassende,
wissenschaftlich fundierte Basis für gesundheitspolitische
Überlegungen im Hinblick auf therapeutische Maßnahmen. "Die
Erwartungen zielen in Richtung Entscheidungshilfe zur
Strategieentwicklung und Verbesserung in der Adipositasprävention.
Das Ziel sollte auch sein, dass wir allen Adipositaspatienten
österreichweit eine langfristige und professionelle Therapie bieten
können", erklärt Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer.

"Epidemiologische Daten zeigen, dass Übergewicht und Adipositas in
allen Ländern zunimmt. Etwa die Hälfte der Männer und ein Drittel der
Frauen in Österreich sind übergewichtig. Für die Entwicklung von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Diabetes sowie zahlreiche
andere Krankheiten stellen Übergewicht und Adipositas einen hohen
Risikofaktor dar. Die Adipositasprävalenz stieg in der erwachsenen
Gesamtbevölkerung von 1991 bis 1999 von 8,5 Prozent auf 9,1 Prozent.
Deshalb begrüße ich die Initiative der Experten, die diesen
Adipositasbericht erstellt haben. Der Bericht besitzt besonders hohes
präventives Potential", erklärt Bundesministerin Maria Rauch-Kallat
vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen.

"Im Rahmen der medikamentösen Therapie ermöglicht die
Pharmaindustrie den Patienten und den behandelnden Ärzten
kostenintensive Begleitprogramme, um die Compliance zu verbessern und
die Chancen auf Therapieerfolg zu erhöhen und die somit entstehenden
Kosten zu rechtfertigen", weiß Dr. Hubert Dreßler, General Manager
der sanofi-aventis GmbH Österreich und Präsident der Pharmig.

Dr. Georg Vana, Director Corporate Affairs von Pfizer Österreich
erklärt überzeugt: "Der vorliegende erste österreichische
Adipositasbericht ist ein gute Basis, um gemeinsam Lösungen zu
erarbeiten und anzubieten. Das Problem Adipositas lässt sich nur in
der Zusammenarbeit aller Akteuere im Gesundheitsbereich lösen."

Häufigkeit von Adipositas nach Krankenhausstatistik: Rund 6.000 Fälle
im Jahr 2004

Eine im Jahr 2004 durchgeführte Auswertung der
Krankenhausentlassungsstatistik ergab, dass 5.839 Fälle mit der
Hauptentlassungsdiagnose "Adipositas" oder "Lokalisierte Adipositas"
dokumentiert wurden. 64 Prozent, also fast zwei Drittel davon,
betrifft Frauen. In den Altersgruppen der 45- bis 60-Jährigen und der
30- bis 44-Jährigen wurde die höchste Zahl mit Diagnose Adipositas
erfasst. In den bevölkerungsreichen Bundesländern Wien, Nieder- und
Oberösterreich war die absolute Zahl der Krankenhausentlassungen mit
der Hauptdiagnose Adipositas am höchsten. Die Aufenthaltsdauer der
dokumentierten 5.839 stationär versorgten Adipositasfälle betrug
73.400 Tage, also 12,6 Tage pro Fall. "In Anbetracht dieser
Erkenntnisse war es uns auch seitens der Wiener Gebietskrankenkasse
(WGKK) ein Anliegen, den heute präsentierten Adipositasbericht zu
fördern und zu unterstützen. Das darin aufgearbeitete Wissen bildet
eine wertvolle Grundlage für die WGKK, ihre Präventions- und
Gesundheitsförderungsstrategie zielgerichteter und effektiver zu
gestalten, um so zu einer Verbesserung der Situation bei zu tragen",
so Franz Bittner, Obmann der WGKK und Vorstandsvorsitzender der
Trägerkonferenz des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger.

Begleit- und Folgeerkrankungen: Krebsrisiko liegt für Männer bei 3,7
Prozent

Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge liegt der Anteil der
Fettsucht allein an der Krebsentstehung hierzulande bei 3,7 Prozent
bei Männern bzw. 6,0 Prozent bei Frauen. Bei österreichischen Männern
werden 10,5 Prozent aller Dickdarm-, 4,2 Prozent aller Prostata-,
23,9 Prozent aller Nieren- und 2,6 Prozent aller
Gallenblasenkrebsfälle auf bestehendes Übergewicht zurückgeführt. Bei
den Frauen verursachte Übergewicht bei 7,4 Prozent die Entstehung von
Brustkrebs, bei 9,5 Prozent Darmkrebs und 35,1 Prozent Nierenkrebs.

Adipositas bei Schwangeren: Höheres Risiko für Missbildungen des
Fötus und Totgeburten

Bereits mehr als 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter sind
übergewichtig. In der Geburtshilfe gilt dies als einer der
wichtigsten Risikofaktoren. Übergewichtige Frauen haben häufiger
Schwangerschaftskomplikationen und operative Entbindungen als
normalgewichtige. Mütterliches Übergewicht kann zu Missbildungen des
Fötus oder Früh- und Totgeburten führen. "Die Prävalenz zu makrosomen
(an überproportionalem Wachstum leidenden) Kindern ist bei adipösen
Frauen dreimal so hoch. Adipositas ist sehr häufig mit Infertilität
assoziiert. Es bestehen für die Kinder adipöser Mütter erhöhte peri-
und postpartale Risiken und Anpassungsstörungen, eine erhöhte Neigung
zur Entwicklung von Übergewicht im späteren Leben und
Stoffwechselstörungen. Etwa jede zehnte Schwangere entwickelt
Schwangerschaftsdiabetes", folgert Univ.-Prof. Dr. Alexandra
Kautzky-Willer, Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel an der
Universitätsklinik für Innere Medizin, Wien.

Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und
Jugendlichen

Unter den österreichischen Kindern und Jugendlichen sind zehn bis
29 Prozent der Burschen und sechs bis 42 Prozent der Mädchen
übergewichtig; fünf bis elf Prozent der Burschen und drei bis vier
Prozent der Mädchen gelten als adipös. Basierend auf Schätzungen
können in Wien 19,2 Prozent der Kinder zwischen 0,5 und zehn Jahren
und 24,9 Prozent der zehn- bis 17-Jährigen als übergewichtig
bezeichnet werden. Fünf Prozent der unter Zehnjährigen und 6,1
Prozent der über Zehnjährigen sind adipös. Bei Familien mit geringem
sozioökonomischem Status tritt Adipositas gehäuft auf. Gerade Kinder
und Jugendliche leiden beispielsweise aufgrund des sozialen
Ausschlusses, der verbalen und psychischen Attacken usw. sehr unter
ihrem Übergewicht.

Fettsucht in Österreich: Das Burgenland ist Spitzenreiter!

Die Prävalenz der Adipositas nach Bundesländern betrachtet, lässt
ein deutliches Ost-West-Gefälle feststellen. Das Burgenland
verzeichnet mit 13,1 Prozent die höchste Adipositasprävalenz, in
Salzburg ist mit 6,2 Prozent die niedrigste Prävalenz festzustellen.
Über dem österreichischen Adipositasdurchschnitt von 9,1 Prozent
liegen das Burgenland (13,1 Prozent), Nieder- (10,4 Prozent) und
Oberösterreich (9,7 Prozent) sowie die Steiermark (10,2 Prozent).
Adipöse Frauen sind in den westlichen Bundesländern häufiger, wogegen
in den östlichen Bundesländern ein höherer Anteil an adipösen Männern
besteht.

Hinweis für die Redaktionen: Im Pressecorner von www.welldone.at
finden Sie folgendes Material zum kostenfreien Download:

Pressetext: Erster Österreichischer Adipositasbericht

Sprecher: Lebensläufe und Statements der Sprecher

Grafikmaterial: Expertenübersicht gegliedert nach Teilbereichen des
Adipositasberichts

Der österreichische Adipositasbericht wurde mit freundlicher
Unterstützung von Pfizer Corporation Austria und sanofi-aventis GmbH
Österreich erstellt.

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.

Weitere abdruckfähige, honorarfreie Bilder finden sie unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&dir=200608&u=1&a=event&e=20060829_w

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Verein "Altern mit Zukunft", Institut für Sozialmedizin
   Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder 
   Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer
   Mag. Theres Rathmanner
   Tel.: 01/409 52 01 - 11
   mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WDM

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