- 29.08.2006, 11:09:24
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Kein dickes Ende mit der Gesundheit
Wiener Gebietskrankenkasse geht zielgruppenspezifisch gegen Fettleibigkeit vor
Wien (OTS) - Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) werden
von der WHO als "Epidemie des 21. Jahrhunderts" bezeichnet. Auch in
Österreich nimmt die Zahl der krankhaft Übergewichtigen auf
bedenkliche Weise zu. Besonders betroffen sind Einkommensschwache.
Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) setzt auf
zielgruppenspezifische Gesundheitsförderungsmaßnahmen.
Die heutige Präsentation des "1. Österreichischen
Adipositasberichts 2006" des Vereins "Altern mit Zukunft" unter der
Leitung von Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder zeigt einmal mehr:
Übergewicht und Adipositas sind weltweit auf dem Vormarsch.
Österreich, und hier speziell der Osten, bildet dabei keine Ausnahme.
Betroffen sind alle Altersgruppen, besonders erschreckend ist jedoch,
dass immer mehr Kinder und Jugendliche zuviel Gewicht auf die Waage
bringen. Wie aus dem Österreichischen Ernährungsbericht 2003
hervorgeht, sind bereits knapp 17 Prozent der 10- bis 15-jährigen
Wiener Schülerinnen und Schüler übergewichtig und mehr als acht
Prozent adipös. Hauptschüler sind doppelt so häufig übergewichtig,
zweieinhalbmal so oft adipös und dreimal so oft krankhaft
fettsüchtig. "Das alles hat die Wiener Gebietskrankenkasse dazu
bewogen, die Erstellung des Adipositasberichts zu unterstützen. Das
darin aufgearbeitete Wissen bildet eine wertvolle Grundlage für die
WGKK, ihre Präventions- und Gesundheitsförderungsstrategie
zielgerichteter und effektiver zu gestalten, um so zu einer
Verbesserung der Situation beizutragen", meint dazu Franz Bittner,
Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse.
Besorgniserregende Begleit- und Folgeerkrankungen
Dass die Bürger allzu viele Kilos mit sich herumschleppen, wird
zunehmend zu einer gesellschaftlichen Herausforderung, zumal
Übergewicht und Adipositas zahlreiche Begleit- und Folgeerkrankungen
nach sich ziehen. Die Kosten für Medikamente, Spitalsaufenthalte,
Ambulanz- und Laborkosten sowie der Zahl der Krankenstände steigen
mit dem Body-Mass-Index. "Es wird geschätzt, dass in einer Population
von einer Million Menschen im Alter von 35 bis 85 Jahren 45 Prozent
der Fälle von Hypertonie, 85 Prozent aller Typ-2-Diabetes-Fälle und
35 Prozent aller Fälle von koronarer Herzerkrankung auf eine
bestehende Adipositas zurückzuführen sind", zitiert Bittner den
Bericht.
Fett als Krebserreger
In Österreich gehen bei Männern elf Prozent aller
Dickdarmkarzinome, 24 Prozent der Nierenkrebs- und vier Prozent der
Prostatakrebsfälle auf das Konto von bestehendem Übergewicht. Bei
Frauen ist Übergewicht bei 21 Prozent der Fälle von
Gallenblasenkrebs, 22 Prozent der Fälle von Nierenkrebs und 35
Prozent der Fälle von Gebärmutterkrebs schuld.
Übergewicht und Fettsucht schichtspezifisch verteilt
"Für die Wiener Gebietskrankenkasse ist Adipositas ein definitives
Handlungsfeld", unterstreicht Bittner. Die WGKK biete nicht nur
ambulante Therapien für Übergewichtige und Adipöse. "Wir versuchen
auch, besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen mit Informations- und
Präventionsinitiativen gezielt zu erreichen", so der WGKK-Obmann.
Dabei wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass Übergewicht und
Adipositas ungleich verteilt sind: "Bevölkerungsgruppen mit niedrigem
Einkommen und geringer Bildung sind häufiger betroffen. Auch für die
Mehrzahl der Folgeerkrankungen der Adipositas wurden
schichtspezifische Unterschiede bei Erkrankungshäufigkeit und
Sterblichkeit festgestellt." Eine Schweizer Studie zufolge habe sich
die soziale Ungleichheit in Bezug auf Adipositas in den 90er-Jahren
weiter erhöht. Vor allem Frauen mit sozial schwachem Hintergrund sind
betroffen. "Aus dem Wiener Ernährungsbericht wissen wir, dass extrem
fett- und/oder zuckerreiche Lebensmittel bei Menschen mit geringerer
Bildung einen wesentlich höheren Anteil an der täglichen Nahrung
haben, als bei Menschen mit höherer Bildung."
Zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen
Daten der Krankenversicherungen zeigen zudem, dass Menschen aus
sogenannten "Arbeiterbezirken" deutlich seltener zur
Vorsorgeuntersuchung gehen als Einwohner der "Nobelbezirke". "Hier
setzt die WGKK gezielt mit niederschwelligen Maßnahmen an. Wir sind
bestrebt, gerade in 'Problembezirken' aktiv zu werden, wo das
Adipositasrisiko deutlich höher und die Teilnahmerate an der
Vorsorgeuntersuchung besonders gering ist", erklärt Bittner. Aktionen
wie "Fit in the City", einer von der WGKK im September initiierten
Gesundheitswoche in der Lugner City, hätten zum Ziel, Menschen
"nebenbei", beim Einkaufen, für ihre Gesundheitsrisiken zu
sensibilisieren und dahingehend zu motivieren, die kostenlose
Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen. "Im Bereich der
Früherkennung haben wir mit der Neugestaltung der
Vorsorgeuntersuchung einen großen Schritt in Richtung
Risikoabschätzung bezüglich der verbreiteten Zivilisationskrankheiten
gemacht. Wichtig ist jetzt, Menschen zur Vorsorgeuntersuchung zu
bringen, die bisher von diesem Angebot wenig oder keinen Gebrauch
gemacht haben", so Bittner. Dabei werde vermehrt auf Mehrsprachigkeit
beim Informationsmaterial gesetzt, um mögliche Sprach- und
Kulturbarrieren von Migrantinnen und Migranten beim Zugang zu
Gesundheitsdienstleitungen zu umschiffen.
WGKK-Aktivitäten gegen ein "dickes Ende" der Gesundheit
Weitere Gesundheitsförderungsaktivitäten der WGKK konzentrieren
sich gegenwärtig auf die Settings Schule, Betrieb und Wohnbezirk. Die
Projekte zu gesunder Ernährung und Bewegung in den Wiener Volks- und
Hauptschulen werden gut angenommen und sind, so Bittner, "von hoher
Relevanz für die Adipositasvorbeugung". Auch auf der kurativen Seite
sei die soziale Krankenversicherung bemüht, den Folgeerkrankungen der
Adipositas mit innovativen Konzepten zu begegnen: "Im kommenden Jahr
soll ein sogenanntes 'Disease-Management-Programm' gegen Diabetes Typ
II gemeinsam mit Diätologen, niedergelassenen Ärzten und Spitälern
gestartet werden", berichtet Bittner.
Hilfe für Übergewichtige und Adipöse bieten die WGKK an
folgenden Stellen:
Hanusch-Krankenhaus
Diätbüro:
01 91021 - 84281 (auch für Kinder)
Gesundheitszentrum Nord
60122 - 40239
Gesundheitszentrum Mitte
01 60122 - 40314
Gesundheitszentrum Mariahilf
01 60122 - 40624
Gesundheitszentrum Süd
01 60122 - 4205
Rückfragehinweis:
Wiener Gebietskrankenkasse Mag. Gabriele Pflug Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 01 60122 - 2685 Mobil: 0676 8770 2119 mailto:[email protected] http://www.wgkk.at
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