- 24.08.2006, 13:46:00
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Rieder: Neue U-Bahn-Züge starten regulären Fahrgastbetrieb
Die ersten klimatisierten U-Bahn-Züge sind im Fahrgasteinsatz. Die neuen Garnituren werden vor allem auf der U1 unterwegs sein, die am 2. September bis Leopoldau verlängert wird.
Wien (OTS) - "Die neuen U-Bahn-Garnituren zeichnen sich durch
richtungsweisende technische Standards mit modernster
Sicherheitsausstattung und vor allem durch mehr Komfort für die
Fahrgäste aus", erklärten Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat
Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und Wiener Linien-Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Günter Steinbauer heute im Rahmen einer Pressefahrt. Vor
kurzem hat die oberste Eisenbahnbehörde endgültig grünes Licht für
den Einsatz der Fahrzeuge im Linienverkehr gegeben. Damit können die
Wiener Linien den Nachfolger des Silberpfeils im Fahrgastbetrieb zum
Einsatz bringen. Die bisher bereits ausgelieferten neuen U-Bahn-Züge
werden, nachdem sie ihre ersten Betriebskilometer sozusagen "zum
Einfahren" auf der U3 zurückgelegt haben, schwerpunktmäßig auf der U1
unterwegs sein.
112 Meter Fahrgastkomfort
Grundeinheit des neuen technischen Konzeptes ist ein durchgehend
benützbares sechsteiliges Gelenkfahrzeug von rund 112 Metern Länge.
Es besteht aus zwei Stirnwagen und vier Zwischenwagen. Die
Zwischenwagen fungieren als Triebwagen, die Stirnwagen haben keinen
Antrieb, sondern nur Bremsen, und dienen als Steuereinheiten. Durch
diese Bauform steigt das Platzangebot im Fahrzeug bei etwa
gleichbleibender Baulänge.
Noch bequemer und sicherer einsteigen
Verglichen mit den klassischen Silberpfeilen haben die neuen
U-Bahn-Fahrzeuge in der Breite ein wenig zugelegt. Das vergrößert den
Fahrgastraum und verkleinert gleichzeitig den Spalt zwischen Fahrzeug
und Bahnsteigkante auf wenige Zentimeter. Überhaupt keinen Spalt gibt
es bei den Einstiegen hinter den Fahrerständen. Hier steigt man
nämlich in eines der beiden Mehrzweckabteile ein. Diese besitzen
ausfahrbare Rampen, die den Spalt vollständig überbrücken. Ein
spezielles Service für behinderte Fahrgäste und Mütter mit
Kinderwagen. Das Mehrzweckabteil bietet übrigens ausreichend Platz
für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder, aber auch für Koffer, und
schwere Einkaufs- oder Reisetaschen.
Besserer Fahrgastfluss und erhöhte Sicherheit
Das durchgängig konstruierte Fahrzeug hat gegenüber den bisherigen
aneinandergekuppelten Doppeltriebwagen den Vorteil, dass sich in
Stoßzeiten die Passagiere im Wageninneren besser und schneller
verteilen können. Die Durchgängigkeit ist aber auch ein
Sicherheitsfaktor. In Schwachlastzeiten und vor allem in den
Abendstunden wird sich dadurch das Sicherheitsgefühl bei den
Fahrgästen erheblich erhöhen.
Angenehmes Klima
Der neue U-Bahn-Wagen verfügt über eine Klimaanlage, die für
Vollklimatisierung der Fahrgasträume und Fahrerstände sorgt. Das
bedeutet angenehme Wärme im Winter und wohltuende Kühle im Sommer.
Displays zur Fahrgastinformation
Im Wageninneren wird - ähnlich wie im Niederflurbus und im ULF - auf
Displays angezeigt, wie die nächste Station heißt. Da die Bahnsteige
in den einzelnen U-Bahn-Stationen unterschiedlich angeordnet sind,
informiert die Anzeige auch darüber, auf welcher Seite die Türen in
der nächsten Station aufgehen werden.
Das Design
Die Außengestaltung der neuen U-Bahn hat - wie bereits bei der
Niederflurstraßenbahn ULF- "Porsche Design" übernommen. Für die
Gestaltung der Innenräume zeichnet Prof. Helmut Margreiter von der
Hochschule für Angewandte Kunst verantwortlich.
Im März 2000 wurde der Prototyp den Wiener Linien übergeben. Seine
erste Fahrt mit Fahrgästen absolvierte er als "Eröffnungszug"
anlässlich der U3-Verlängerung nach Simmering im Dezember 2000. Seit
April 2001 läuft der Prototyp im Probebetrieb mit Fahrgästen und hat
dabei auch alle Härtetests souverän bestanden. Im Sommer 2002 wurde
der Auftrag zur Serienproduktion erteilt. 2005 wurden die ersten
Serienfahrzeuge des neuen U-Bahn-Wagens an die Wiener Linien
ausgeliefert.
Nach intensiver und konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Wiener
Linien und Behörde ist die Betriebsbewilligung für den
Fahrgasteinsatz der neuen U-Bahn-Züge nun erteilt.
Bis Ende 2007 werden den Wiener Linien 25 Züge der neuen Generation
zu Verfügung stehen.
Verbesserungen aufgrund des Testbetriebs
Technische Probleme sind während des Probebetriebs mit dem Prototypen
so gut wie keine aufgetreten. Von den Fahrgästen gab’s durchwegs
positives Feedback. Ein paar Kleinigkeiten wurden für die Serie
trotzdem geändert. Der Fahrgastraum wird glatte statt strukturierte
Seitenwände haben. Diese lassen sich besser reinigen. Wegfallen
werden auch die Armlehnen. Nicht bewährt hat sich der ursprünglich
sehr helle Fußboden. Er ist bei den Serienfahrzeugen dunkler
ausfallen und wird dadurch weniger schmutzanfällig sein.
Gepolsterte Sitze in der bisherigen Form sind passe. Die im Prototyp
getesteten Metallsitze mit Kunststoffauflagen haben klare Vorteile in
Bezug auf Hygiene und Vandalismus und sind bei den Benutzern gut
angekommen..
Zusätzliche Sicherheitstechnik in jedem neuen U-Bahn-Wagen
Die neuen Garnituren sind mit einer Videoüberwachung des
Fahrgastraums ausgestattet. Durch Rauchmelder am Dach und
Temperaturfühler am Untergestell sowie Rohrleitungen mit Spritzdüsen
zur besseren Brandbekämpfung gehört die neue Generation punkto
Brandschutz zu den sichersten U-Bahn-Fahrzeugen europaweit.
Tunnel frei für Leopoldau
Am 2. September wird die Verlängerung von Wiens erster U-Bahnstrecke
U1 an die nördliche Stadtgrenze eröffnet. Eine echte Verbesserung im
Öffentlichen Verkehr und Grund genug für ein großes Fest.
Am 25. Februar 1978 begann mit der Eröffnung des ersten Teilstückes
der U1 zwischen Karlsplatz und Reumannplatz für die Wienerinnen und
Wiener das U-Bahn-Zeitalter
Noch im gleichen Jahr, nämlich am 18. November 1978, bekam die U1
eine weitere Station dazu und fuhr bis zum Stephansplatz. Rund ein
Jahr später, am 24. November 1979, wurde der Abschnitt zwischen
Stephansplatz und Nestroyplatz in Betrieb genommen. Am 28. Februar
1981 wurde die Station Praterstern eröffnet und seit 3. September
1982 überquert die U1 die Donau und fährt bis Kagran.
Seit Herbst 2001 wurde an der rund fünf Kilometer langen
Verlängerungstrecke bis an den nördlichen Stadtrand gebaut.
Fünf neue U-Bahn-Kilometer
Wenn am 2. September 2006 nach fünf Jahren Bauzeit die aufwändigen
Bauarbeiten abgeschlossen sind wird die U1 um fünf Kilometer - also
um die Hälfte - auf 15 Kilometer angewachsen sein. Statt 14 Stationen
stehen den Fahrgästen entlang der U1 dann 19 Stationen zur Verfügung.
Insgesamt umfasst das Wiener U-Bahnnetz damit über 66 Kilometer
Länge, etwa die Entfernung zwischen Wien und St. Pölten.
Der neue Streckenabschnitt ist 4,6 Kilometer (inkl. Wende und
Abstellanlage 5,1 km) lang und bringt fünf neue Stationen. Mit der
Fertigstellung des neuen Teilstücks beträgt die Gesamtlänge der
U-Bahn-Linie U1 14.656 Meter. Die U1 verbindet sechs Bezirke (1.,
2., 4., 10., 21. und 22.). Sie bietet Umsteigemöglichkeiten zu drei
anderen U-Bahn-Linien (U2, U3 und U4) sowie zu den Schnellbahnlinien
am Südtiroler Platz, Praterstern und in Leopoldau.
Durch die U1 rückt der Stadtrand näher ans Zentrum
Die Notwendigkeit der Verlängerung der Linie U1 über die derzeitige
Endstelle Kagran hinaus bis zur Stadtgrenze war für die Wiener Linien
immer unbestritten. Zum einen war es naheliegend, die großen
Wohnsiedlungen Rennbahnweg und Großfeldsiedlung direkt ans
U-Bahn-Netz anzuschließen, andererseits konnte damit dem Gedanken des
"Schienenverbundprojekts" durch einen optimierten Anschluss an den
ÖBB-Bahnhof Leopoldau samt Park+Ride Anlage mit rund 1.100
Stellplätzen Rechnung getragen werden. Die Linie U1 wird - nach der
Linie U6 in Siebenhirten - damit zur zweiten U-Bahn-Linie, die bis an
den Stadtrand geführt wird. Sie wird die Bezirke Floridsdorf und
Donaustadt wesentlich vom Durchzugsverkehr (Einpendler aus dem
Weinviertel) entlasten und darüber hinaus die bestehenden
Verkehrsprobleme des großen Einzugsbereichs nördlich der Donau
spürbar entschärfen.
U-Bahn-Anschluss für 90.000 Wienerinnen und Wiener
Sowohl die überwiegend von Jungfamilien bewohnte Donaustadt, der
flächenmäßig mit Abstand größte Bezirk Wiens, als auch der
bevölkerungsstarke Bezirk Floridsdorf bekommen mit der "neuen" U1 ein
weiteres attraktives öffentliches Verkehrsangebot. Immerhin wohnen
allein im Einzugsgebiet entlang der Verlängerungsstrecke von Kagran
nach Leopoldau fast 92.000 Menschen.
Nord-Süd-Durchquerung in nur 26 Minuten
Bereits ab 2. September 2006 geht‘s über die bisherige Endstelle
Kagran hinaus zu den neuen Stationen Kagraner Platz, Rennbahnweg,
Aderklaaer Straße, Großfeldsiedlung und Leopoldau. Für die nahezu
komplette Nord-Süd-Durchquerung Wiens vom Reumannplatz bis zur neuen
Endstelle Leopoldau wird man ca. 26 Minuten benötigen. Bewohner der
Großfeldsiedlung, die ihrem Auto eine Pause gönnen, sind dann in nur
7 Minuten an der Alten Donau, in 10 Minuten auf der Donauinsel, in 13
Minuten beim Praterstern und in 16 Minuten im Stadtzentrum. Wer beim
Rennbahnweg zusteigt, benötigt für diese Strecken jeweils um drei
Minuten weniger.
Durch den Ausbau der U1 bis zur nördlichen Stadtgrenze wird
zweifellos der Autoverkehr innerhalb Wiens "entschärft". Aber auch
für die zahlreichen Einpendler aus dem Weinviertel bietet sich dann
die Möglichkeit, bei der Station Leopoldau vom Auto auf die Wiener
Linien umzusteigen.
Große Eröffnungsfeier für jung und alt
Die offizielle Eröffnung der neuen Strecke durch Bürgermeister
Michael Häupl findet am 2. September um 9.00 Uhr bei der neuen
U1-Endstelle Leopoldau statt. Nach der offiziellen Eröffnung gibt es
den ganzen Tag ein buntes Programm mit Musik und Unterhaltung bei
allen neuen U1-Stationen.
Am Kagraner Platz sorgt nicht nur die Wiener Linien Blues Band für
coolen Sound, sondern es unterhalten unter anderem auch
Ex-Songcontestteilnehmerin Bobby Singer, die Sieger des Ö3
Soundchecks 2005 SheSays und der
Deutschland-sucht-den-Superstar-Gewinner Tobias Regner sowie
Christina Stürmer und Band.
Um den Kagraner Platz herum bietet eine Veranstaltungsserie Kultur
abseits des Mainstreams von Jazz, Klassik bis Literatur. Auch das
Donauplex an der "alten" U-Bahnstation Kagran lädt beim
Super-Family-Samstag zum Spielen und Basteln ein. Die erste Stunde
Kinderbetreuung ist an diesem Tag gratis.
Sportbegeisterte kommen am Abend gratis voll auf ihre Kosten, denn
beim Eishockeyspiel Vienna Capitals gegen den Wiener Eislöwen Verein
in der Albert-Schultz-Halle gilt der Ersttagsfahrschein als
Eintrittskarte.
Während an der Station Rennbahnweg Kleinkünstler auftreten, gehört
die Station Aderklaaerstraße ganz den kleinen Fahrgästen. Es erwartet
sie ein Programm zum Staunen und Mitmachen.
In der Station Großfeldsiedlung findet ein durchgehendes Showprogramm
statt. Höhepunkte sind die Auftritte von Reinhold Bilgeri und Tamee
Harrison.
Zünftig geht’s bei der Station Leopoldau zu: Ein Oktoberfest im
September mit Bratwurst und einem passenden Showprogramm mit
Blasmusik, den Schürzenträgern, den Paldauern, Simone und Hansi
Hinterseer.
Die "neue" U1
19 Stationen
Gesamtstreckenlänge: 14,6 km
Länge des neuen Teilstücks: 4, 6 km (inkl. Wende- und Abstellanlage
5,1 km
Fahrzeit vom Reumannplatz bis Leopoldau: 26 Minuten (einschließlich
der Stationsaufenthalte)
Fahrzeit auf dem neuen Teilstück von Kagran nach Leopoldau: 8 Minuten
Kürzestes Intervall: 2 ½ Minuten (an Schultagen von 6.30 bis 8 Uhr)
Längstes Intervall: 7 ½ Minuten (nach 20.30 Uhr und an Sonn- und
Feiertagen früh vor 7.45 Uhr)
Bis zu 25 (beim kürzesten Intervall) U-Bahn-Züge im Einsatz
Erster Zug ab Reumannplatz: 5.05 Uhr
Erster Zug ab Leopoldau: 4.59 Uhr
Letzter Zug ab Reumannplatz: 0.20 Uhr
Letzter Zug ab Leopoldau: 0.06 Uhr
Erster Zug ab Kagraner Platz Richtung Reumannplatz: 4.58 Uhr
Die U1 verbindet insgesamt sechs Bezirke (1., 2., 4., 10., 21. und
22) (Schluss) wstw
Rückfragehinweis:
Wiener Linien GmbH & Co KG Pressestelle Mag. Johann Ehrengruber Tel.: (01) 7909 - 42200 Fax: (01) 7909 - 42209 mailto: [email protected] http: //www.wienerlinien.at
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