- 24.08.2006, 13:00:47
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Offener Brief der ORF.at-Mitarbeitervertreter an Dr. Wrabetz
Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Dr. Wrabetz, mit an Empörung
reichender Verblüffung haben wir Ihre Aussage gegenüber der APA
gelesen, der zufolge Sie Helmut Brandstätter "gerne ins Haus
zurückholen wollen". Herr Brandstätter hat in seiner schriftlichen
Bewerbung und im Rahmen der Hearings alle ORF-Online-Mitarbeiterinnen
und -Mitarbeiter aufs Gröbste und Fahrlässigste verleumdet. Dieser
Herr hat das Kunststück vollbracht, nicht eine einzige zutreffende
Anmerkung zu diesem für den ORF so wesentlichen Bereich zu machen.
Wir könnten jede einzelne seiner kontrafaktischen Behauptungen im
Detail widerlegen, was wir bei Gelegenheit gerne tun werden. Im
Moment wollen wir nur folgende Fakten festhalten:
Auf der einzigen der Internet-Branche zur Verfügung stehenden
Weltrangliste, dem von Amazon.com betriebenen Alexa.com-Ranking,
sieht es mit Stand heute so aus:
ORF.at Platz 1.410 ARD.de Platz 2.051 ZDF.de Platz 2.883 RAI.it Platz 2.563
Wenn das Webangebot, dem ein Acht-Millionen-Markt zur Verfügung
steht, in absoluten Zahlen größer ist als Webangebote aller anderen
öffentlich-rechtlichen Broadcaster in Kontinentaleuropa, denen 55-
oder 80-Millionen-Märkte zur Verfügung stehen, dann müssen sich die,
die dieses Angebot täglich erarbeiten, von keinem "Berater" - dieser
Ganzjahresgelsenplage fast aller ORF-Mitarbeiter - "Ratschläge"
bieten lassen, die aus einer Web-2.0-"Spiegel"-Geschichte und
schlecht verdauten "Wired"-Storys kompiliert sind. Wir haben, stets
auf ORF-Sparkurs, unser 1996 bestelltes "Wired"-Abo schon vor Jahren
storniert, spätestens als es von dem Fashion- und Modeverlag
Conde-Nast gekauft wurde.
Wir pflegen selbstverständlich auch die bei weitem größte
Web-Community des Landes. Von den 2,959.294 Usern, die die
ÖWA-Analyse ORF ON derzeit bescheinigt (im Winter sind es immer
mehr), sind wenige über 50. Wir werden dennoch, um der
Realitätsabgehobenheit à la Brandstätter vorzubeugen, auch weiterhin
dessen Hearing-Forderung ("man muss den Jungen etwas anbieten, zum
Beispiel Online-Communitys") nachstreben. Wir bitten bloß um
Verständnis, dass wir bei einer tendenziell überalterten
Acht-Millionen-Bevölkerung an Grenzen stoßen müssen.
Im Übrigen wünschen wir unseren sympathischen Kollegen von puls-TV
auch weiterhin das Überleben einer mehrmonatigen
Brandstätter-Geschäftsführung. Auch n-tv ist das, dank eines
finanzstarken Sanierers, gelungen. Und dem österreichischen
Fernsehpublikum einen "neuen Portisch", der es mit den Fakten so
genau nimmt, wie es Portisch stets tat und Brandstätter nachweislich
nicht.
Für den Redakteursrat
Peter Bauer, Redakteurssprecher ORF.at
Robert Holzhammer, Redakteurssprecher ORF.at
Bernhard Frank, Redakteurssprecher ORF Direktion Online und
Neue Medien
Für den Betriebsrat
Hartmut Schöbitz, Betriebsratsvorsitzender ORF Online und
Teletext GmbH
Georg Kurzbauer, Betriebsrat ORF Online und Teletext GmbH
Wolfgang Rieder, Betriebsrat ORF Online und Teletext GmbH
Konstanze Wagenhofer, Betriebsratsvorsitzende ORF Direktion Online
und Neue Medien
Rückfragehinweis:
Armin Sattler, Tel.: 01/ 50277 - 21316
Mag. Peter Bauer, Tel.: 01/ 50277 - 21315
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