• 16.08.2006, 14:01:15
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  • OTS0137 OTW0137

Positive Beschäftigungsentwicklung stabilisert Finanzgebarung der sozialen Krankenversicherung

Laminger: Medikamentenkostenanstieg bereitet aber Sorgen

Wien (OTS) - Trotz eines beachtlichen und unerwarteten Anstiegs
der Medikamentenkosten im ersten Halbjahr 2006 um 8,5 Prozent
verläuft die für heuer prognostizierte finanzielle Entwicklung in der
sozialen Krankenversicherung besser als ursprünglich erwartet.
Demnach rechnen die 21 Krankenversicherungsträger per 16. August 2006
bei einem Gesamtbudget von 12,4 Milliarden Euro auf Basis des
Halbjahresergebnisses für das Gesamtjahr 2006 mit einem vorläufigen
Gebarungsabgang von 154 Millionen Euro. Gegenüber dem exakt vor einem
Jahr (August 2005) für das laufende Jahr prognostizierten Abgang in
Höhe von 283 Millionen Euro hat sich das Minus daher fast halbiert.
"Aufgrund der verbesserten Arbeitsmarktlage erwarten wir in der
sozialen Krankenversicherung im Jahr 2006 eine Einnahmensteigerung,
die aufgrund der positiven Wirtschaftsentwicklung letztlich deutlich
über 4% liegen sollte", sagt der Verbandsvorsitzende des
Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger,
Dr. Erich Laminger. Von Jänner bis Mai 2006 sind die
Krankenversicherungsbeiträge der Gebietskrankenkassen aufgrund der
steigenden Beschäftigung (plus 50.000 sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsverhältnisse) und ohne zusätzlicher gesetzlicher
Maßnahmen um 4,4 Prozent gestiegen.
Während die bundesweiten Träger (VAEB, BVA, SVA, SVB) sowie die
Betriebskrankenkassen insgesamt ein Plus von 98,2 Mio. Euro
erwarten, prognostizieren alle neun Gebietskrankenkassen zusammen ein
deutliches Minus von 253,6 Mio.Euro, haben damit aber ihre
Abgangserwartung für das Jahr 2006 vom August 2005 auf August 2006
immerhin von -4.6% auf -2,8% deutlich zurücknehmen können. Insgesamt
gehen sie somit auch von einem geringfügig besseren Ergebnis als noch
zu Jahresbeginn 2006 aus. Verbessert haben ihre Erwartungen seit
Jahresbeginn WGKK, OÖGKK, BGKK, KGKK, TGKK und VGKK, während die
große StGKK nun von einer erhebliche Steigerung ihres Abganges von -
3,8% auf - 5,1% ausgeht. SGKK und NÖGKK haben ihre Abgangserwartung
ebenfalls geringfügig erhöht.
Bei den Medikamentenkosten gehen die Krankenversicherungen aufgrund
der Steigerungen im ersten Halbjahr aktuell von einer
7,5%-igen Steigerung für das gesamte Jahr 2006 aus. "Wie werden
daher in Zusammenarbeit mit unseren ärztlichen Vertragspartnern alle
Anstrengungen zu unternehmen haben, um diese Kostensteigerung in der
endgültigen Gebarung auf einen Wert deutlich unter 5%
zurückzuführen", stellt Laminger weiters fest.
"Wenngleich die Finanzsituation bei den Gebietskrankenkassen
gesamthaft weiterhin Sorgen bereitet, zeigt sich doch deutlich, dass
die schon getroffenen Maßnahmen greifen und der Trend positiv ist.
Verunsichernde Kassandrenrufe sind daher unangebracht", so Laminger,
"der im übrigen weiters darauf hinweist, dass die allgemeine
Wirtschaftslage und die Finanzierung der Krankenkassen in engem
Zusammenhang stehen". "Geht es der Wirtschaft gut und passt die
Beschäftigung, muss man sich auch um die Finanzierung der
Krankenkassen keine übertriebenen Sorgen machen", sagt Laminger
abschließend, ohne zu vergessen, ein weiteres Mal an das
"Wertbewusstsein" aller Österreicherinnen und Österreicher im Umgang
mit dem sozialen Gesundheitssystem zu erinnern.

Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
mailto:[email protected]
http://www.sozialversicherung.at

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