Pharmig entgegnet Kritik des Wiener Ärztekammer-Präsidenten

Huber: "Pharma-Industrie sichert Wirtschaftsstandort Österreich"

Wien (OTS) - Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber kommentiert die Aussendung des Wiener Ärztekammer-Präsidenten Dorner vom 11. August: "Dorner unterstützt eine uralte Forderung der Pharmig, indem er sich für mehr Transparenz in der Finanzierung des Gesundheitswesens einsetzt. Wenn er uns 'mit spitzem Stift' die Ausgaben der Wiener Gebietskrankenkasse für Ärztehonorare vorrechnet, würden wir uns aber eine weniger willkürliche Darstellung der Zahlen erwarten: Zu den von Dorner genannten 345 Mio. Euro für 'ärztliche Leistungen' sind rund 100 Mio. Euro für Zahnärzte und andere ärztliche Leistungen zu addieren. Für uns ist unter anderem schwer nachvollziehbar, weshalb Dorner etwa die Leistungen von Allergie-Ambulatorien aus seiner Rechnung ausklammert."

In der Diskussion über die Höhe der Medikamenten-Ausgaben im Vergleich zu den Ausgaben für Ärztehonorare tritt Huber für eine sachlichere Diskussion ein: "Einzig wichtig ist doch die Frage, ob der Patient für die wirksame und effiziente Behandlung seiner Erkrankung ein Medikament benötigt oder nicht. Unwiderlegbar ist jedenfalls, dass innovative und bewährte Medikamente in den meisten Fällen helfen, Spitalsaufenthalte zu verkürzen oder ganz zu vermeiden und Krankenstandszeiten zu verringern."

Auf den Vorwurf Dorners, die Forschungsinvestitionen der Pharma-Wirtschaft seien zu niedrig und die Marketing-Ausgaben zu hoch, antwortet Huber: "Die Wirklichkeit sieht anders aus. Unsere Branche trägt sogar überdurchschnittlich stark zur Sicherung des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts Österreich bei:

- Jeder Euro, den die Pharma-Industrie investiert, schafft 2,15 Euro Wertschöpfung in der Gesamtwirtschaft.

- Jeder Pharma-Job sichert 3,3 Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft.

- 2002 zeichnet der Bereich 'Pharmazeutische Erzeugnisse' für 9,5 Prozent aller österreichischen Ausgaben für Forschung und Entwicklung verantwortlich, die er zu 93,8 Prozent aus eigenen Mitteln finanziert. Der Rest verteilt sich auf ausländische Mittel (4,6 Prozent) und auf die öffentliche Hand (1,6 Prozent).

Im Übrigen gehen wir nicht davon aus, das Dorner ernsthaft das Fortbildungsangebot für Ärzte in Frage stellen will. Schließlich besteht ein Großteil der Marketing-Ausgaben der Pharma-Wirtschaft aus Veranstaltungen zur Ärzte-Fortbildung." Huber weist abschließend auf ein Faktum hin, das Dorner noch nicht bekannt sein dürfte: "Die Industriepreise für Medikamente im viertreichsten EU-Staat Österreich liegen um 17,16 Prozent unter dem EU-15-Schnitt und im Schnitt der EU-25."

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