- 11.08.2006, 09:36:45
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Tolar: "Vergesst die Pflegebedürftigen nicht"
Lesben, Schwule und Transgender-Personen im Alter ebenfalls betroffen
Wien (SK) - "Bei der ganzen derzeitigen Diskussion über "illegale"
Pflege, Standards, Pflegenotstand usw. darf eines nicht vergessen
werden, hier geht es um Menschen, deren Bedürfnisse zu respektieren
und abzuklären sind. Ein wegdiskutieren, so wie Herr Schüssel es tut,
ist weder angebracht noch sinnvoll" stellte Günter Tolar,
Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen Homosexuellenorganisation
SoHo ham Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest. "Ich schlage
dafür einen Expertengipfel, in welche SozialrechtsexpertenInnen,
Fachleute aus den Krankenkassen, ärztliche Leiter der Pflegeheim, die
Sozialpartner und schlussendlich VertreterInnen aus den mit der
Tätigkeit vertrauten Pflegevereinen entsandt werden, vor." ****
Tolar weiter: "Abzulehnen ist weiters, die derzeitige verbale
Kriminalisierung des in Österreich tätigen Pflegepersonals aus den
Anrainerstaaten und der Betroffenen selbst. Verunsichern und
Angstmache hilft uns allen nicht und ist daher abzulehnen. Nur ein
gemeinsames Miteinander, wo alle Fakten, Ideen und Vorschläge auf den
Tisch gelegt und ausdiskutiert werden, wird schlussendlich eine
sinnvolle und vernünftige Lösung bringen."
Der Stv. Landesvorsitzende der SoHo-Wien Peter Traschkowitsch
ergänzt: "Nur diskutieren bringt weder den Pflegebedürftigen, noch
den in Österreich tätigen Pflegepersonal aus den Anrainerstaaten
etwas. Erwarten würde ich mir nun, dass dieses Problem - unabhängig
vom derzeit beginnenden Wahlkampf - angegangen wird. Dafür sind
sowohl für Heimpflege, als auch für Pflegeheime, sowie für
Pflegebedürftige und Pflegepersonal gesicherte Rahmenbedingungen zu
schaffen. Auch Lesben, Schwule und Transgender sind und können von
der Pflegethematik betroffen sein und könnten es - bedingt durch die
geburtsstarken Jahrgänge, die in zwei Jahrzehnten ebenfalls in
Pension gehen, betroffen sein. Auch hier ist es wichtig, offen über
die verschiedensten Modelle, wie Seniorenresidenzen, Wohnprojekte,
ambulante Pflegedienst, auch spezielle Angebote für
Lesben/Schwule/Transgender oder auch ein 'Altenpflegegayheim'
anzudiskutieren. Jeder von uns könnte in eine Situation kommen, wo er
Pflege und Hilfe benötigt, daher sollten alle
Verbesserungsmöglichkeiten offen angegangen werden", schloss
Traschkowitsch. (Schluss) up/mm
Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
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