• 09.08.2006, 12:44:18
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Harnoncourt kritisiert Salzburgs "Mozart 22"

Wien (OTS) - Nikolaus Harnoncourt, der mit diesem Sommer
scheidende Hauptdirigent der Salzburger Festspiele, übt in einem
Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe Kritik am Projekt
der 22 szenisch aufgeführten Mozart-Opern. Harnoncourt zu NEWS: " Das
ist tatsächlich ein Problem. Es gibt viele Künstler mit vielen
Lesarten, aber gute Lesarten gibt es nur wenige, und alle anderen
haben bei Festspielen keinen Platz. Das Schlimmste dabei ist das
Mittelmaß: Die ganz großen Komponisten sträuben sich dagegen. Die
verkraften das nicht."

Harnoncourt äußert sich auch zu dem Buh-Ruf nach seiner eigenen
Salzburger "Figaro"-Premiere: "Was kann ich dafür, dass jemand den
"Figaro" in der Staatsoper oder sonstwo Dutzende Male falsch gehört
hat? Übrigens gibt es ja auch Leute, die ein Interesse daran haben,
dass "Buh" gerufen wird. Ich habe sogar schon erlebt, dass einer beim
falschen Stück geschrien und nachher das Geld zurückgegeben hat.
(...) Das Stück hat 35 verschiedene Tempi, die von Mozart ganz genau
festgelegt sind. Ich kann also nur im Vergleich zu offensichtlichen
Irrtümern meiner Kollegen langsam gewesen sein. Aber wenn ich die
frage, weshalb sie die Ouvertüre so schnell nehmen, antworten sie:
Mozart hat sich geirrt (...) Ich habe oft unrecht gehabt, aber wenn
sich Leute auf einen Fehler Mozarts berufen müssen, um recht zu
haben, kann in diesem Fall nicht ich derjenige sein, der sich irrt.
Die Aufgabe eines Musikers ist: herausfinden, was uns diese
unglaublichen Genies hinterlassen haben; nie aufhören zu suchen; und
andere an dem, was man gefunden hat, teilnehmen lassen."

Rückfragehinweis:

Sekretariat NEWS
    Chefredaktion
   Tel.: (01) 213 12 DW 1103

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