• 09.08.2006, 12:12:27
  • /
  • OTS0116 OTW0116

Was heißt hier "KEIN Pflegenotstand"?

Die derzeitige Diskussion über illegale Pflege in Österreich zeigt auf wie wichtig Expertenwissen ist und wie wenig darauf zurück gegriffen wird!

Wien (OTS) - Mehr als verwunderlich sind die derzeitigen Aussagen
der hohen Politik! Wenn Bundeskanzler Schüssel sagt, wir hätten in
Österreich keinen Pflegenotstand, dann bezieht er sich wohl auf
Zahlen, die ausschließlich die offenen Planstellen bewerten. Dass
aber diese Planstellen viel zu niedrig angesetzt sind, zeigen die
Zahlen, die die WHO in Europa erhoben hat. Dabei ist klar
ersichtlich, dass die Ärzteschaft durchaus in vertretbarer Anzahl
tätig ist, Planstellen für Pflegepersonen allerdings in nicht
ausreichender Anzahl vorhanden sind.

Zahl der Krankenpflegepersonen und Ärzte pro 1000 Einwohner der
Bevölkerung, erhoben von der WHO

Pflegepersonal  Ärzte
 
 Finnland    21,7            3,1
 Norwegen    20,7            3,6
 Dänemark    13,5            3,2
 Deutschland  9,5            3,6
 Frankreich   6,7            3,3
 Österreich   5,8            3,2

Durch diesen Missstand und die dadurch fehlenden Ressourcen für
die Umsetzung von Konzepten in der häuslichen Pflege, konnte sich die
Situation der illegalen Versorgung erst so dramatisch zuspitzen. Die
40.000 Personen, die auf dem Pflegeschwarzmarkt arbeiten sind zum
Großteil keine Fachkräfte sondern Laien! Sie dürfen laut Gesetz auch
keine Pflegetätigkeiten verrichten! Dieses Gesetz wurde zum Schutz
der Österreichischen Bevölkerung erlassen um eine hohe Qualität zu
sichern. Es muss die Intension der Politik sein diese Qualität nicht
zu untergraben.

Christine Ecker: "Zur entbehrlichen Aufforderung der Ärztekammer
an die Politik, dies zu legalisieren, was Ärzte jahrelang vermittelt
haben, nämlich illegale Versorgungsstrukturen kann ich nur sagen -
Schuster bleib´ bei deinen Leisten! Die Ärztekammer hat genug eigene
Probleme, um die sie sich kümmern sollte." Die Legalisierung wäre
eine Maßnahme in die verkehrte Richtung, da noch mehr Bedarf geweckt
und die Problematik aber nur zeitlich nach hinten geschoben werden
würde. Sobald sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren das Lohnniveau in
unseren Nachbarstaaten angleicht, werden keine Menschen mehr für
diesen Lohn bei uns arbeiten wollen und wir stehen erneut vor der
gleichen Situation. Es ist hoch an der Zeit, Pflegekonzepte, wie sie
bereits im europäischen Bereich eingesetzt werden, auch in Österreich
zuzulassen und zu forcieren.

Es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Experten aus dem
Pflegebereich in Planungen einzubinden. Dazu meint Christine Ecker: "
Bis jetzt wurde es nicht für notwenig erachtet, dass wir auch in
Gremien wie in der Bundesgesundheitsagentur und den
Landesgesundheitsplattformen vertreten sind. Im Gegenteil -
Landespolitikern, die diese Maßnahme angedacht und umgesetzt haben,
wurde dringlich abgeraten, Pflegepersonen zu
integrieren. Um die Situation nicht weiter entgleiten zu lassen
fordern wir eine Aufnahme von Vertretern aus der Pflege in die
entsprechenden Gremien!"

Dies ist eine von 8 Forderungen des Österreichischen Gesundheits-
und Krankenpflegeverbandes, die in einem Memorandum an die
wahlwerbenden Parteien übermittelt wurden. Abrufbar ist dieses
Memorandum unter www.oegkv.at

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband ist der
Berufsverband aller Pflegeberufe Österreichs. Er ist gemeinnützig,
unabhängig, überparteilich und interkonfessionell.

Rückfragehinweis:

Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband
   DGKS Christine Ecker, MBA, MAS
   Präsidentin
   Mollgasse 3a, 1180 Wien
   www.oegkv.at
   mailto:[email protected]
   Tel.: 0664/488 24 33

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel