Pflegescheck: Auch Modellprojekt Steiermark ist ein Hit

Wien 2006-08-07 (BMSG/OTS) - Das laufende Modellprojekt eines Pflegeschecks für pflegende Angehörige besteht aus 2 Modulen: 1. Geldleistung als Pflegescheck und 2. Pflegeberatung, Workshops und psychologische Beratung.

Der Pflegescheck kann einerseits für die Kurzzeitpflege verwendet werden, andererseits auch für mobile Dienste vor Ort (z.B. Hilfswerk Steiermark). Weiters kann der Scheck zu 50% gegen Vorlage einer Rechnung auch für den Ankauf von Pflegehilfsmitteln verwendet werden.

Bisher ist ersichtlich, dass die Kurzzeitpflege im nahen Umfeld in Anspruch genommen wird, ebenfalls werden Pflegeberatung und Workshops durch die Pflegeexpertinnen des Bezirks durchgeführt. Sowohl die Beratungs- als auch die Workshopangebote sind für Pflegescheckempfänger/innen kostenlos.

"Wichtig ist, dass dieser Pflegescheck auch eine koordinierende Wirkung hat, denn im Lebensumfeld der Pflegebedürftigen und ihrer pflegenden Angehörigen werden die Einrichtungen, Hilfsdienste und Expert/innen genützt. Das Pflegenetzwerk funktioniert sehr gut und es entsteht ein Pflegepool, der auch die Angehörigen einbezieht", beschreibt Sozialministerin Ursula Haubner diesen neuen Ansatz.

Es hat sich schon beim Kärntner Pflegescheckmodell gezeigt, dass der Pflegescheck überwiegend (52 %) für mobile soziale Dienste genutzt wurde, gefolgt zu 41 % von der Nutzung stationärer Kurzzeitpflege. "Das heißt, pflegende Angehörige brauchen in erster Linie eine zeitliche Entlastung, aber auch Hilfsmittel wie Badewannenhilfen oder Pflegebetten tragen zur Erleichterung bei", so Ursula Haubner.

Der Evaluierungsbericht des Kärntner Modells hat klar gezeigt, dass der Verzicht auf Urlaub nicht nur am häufigsten genannt, sondern auch von über 80 % der Befragten als "starke" Einschränkung eingestuft wird. Längere Erholungsphasen von der Pflege scheinen demnach für den Großteil der Befragten ohne Pflegescheck nicht möglich zu sein. Eine Kernfrage der Evaluierung war, welche positiven Auswirkung(en) der Pflegescheck auf die Lebenssituation der Hauptpflegepersonen hatte. Am häufigsten wurde von den Befragten die Antwort "konnte mich mit ruhigem Gewissen erholen, weil ich meine/n Angehörige/n gut versorgt wusste" gewählt.

"Ich erwarte mir von der zusätzlichen Beratung und Workshops für pflegende Angehörige eine zusätzliche Entlastung, weil jedes zusätzliche Wissen mehr Selbstsicherheit in der Pflege gibt und darüber hinaus auch alle Anlaufstellen zusammen arbeiten und die Angehörigenpflege einbinden. Davon profitieren alle, vor allem die wichtigste Pflegeinstitution Familie", schließt Ursula Haubner.

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