• 03.08.2006, 13:25:44
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Die Marille ist zum Essen da - ihr Kern nicht

Im Handel erhältliche geschälte Marillenkerne enthalten giftige Blausäure und sollten daher grundsätzlich nicht verzehrt werden

Wien (OTS) - Die Marillenernte läuft derzeit auf Hochtouren. Nicht
jeder Teil der Marille sollte aber auch gegessen werden: Die AGES,
die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
GmbH, rät dringend vom Verzehr geschälter Marillenkerne ab. Die in
den Kernen enthaltene giftige Blausäure kann zu gesundheitlichen
Schädigungen führen. Erst jüngst hat die britische Food Standards
Agency (FSA) empfohlen, nicht mehr als zwei Kerne pro Tag zu essen.
Da bei geschälten Marillenkernen grundsätzlich mit der Möglichkeit
eines überhöhten Blausäuregehalts gerechnet werden muss, empfehlen
die Experten der AGES und des Bundesmi-nisteriums für Gesundheit und
Frauen, generell auf den Verzehr derartiger Produkte zu verzichten.

Blausäure verursacht Vergiftungserscheinungen

Geschälte Marillenkerne bzw. "Aprikosenkerne bitter" werden in
jüngster Zeit vermehrt über Naturkostläden bzw. über das Internet
vertrieben. Teilweise werden sie als preiswertes und wirkungsvolles
Anti-Krebs-Mittel angepriesen. Die Wirkung beruht laut den
Herstellern auf dem in den Kernen enthaltenen Vitamin B17
("Laetrile") bzw. auf der darin enthaltenen giftigen Blausäure, die
Krebszellen abtöten soll. Die AGES-Experten verweisen aber darauf,
dass gesunde Körperzellen durch die Blausäure ebenso geschädigt
werden. Der menschliche Körper ist zwar in der Lage, gewisse Mengen
an Blausäure abzubauen. Wird aber zuviel Blausäure über die
Marillenkerne aufgenommen, können unterschiedliche
Vergiftungserscheinungen auftreten. Die Symptome reichen von
Kopfschmerzen, Schwindel und Krämpfen über Blausucht bis hin zu Koma
und Tod. Bei Kindern reichen bereits sehr geringe Mengen aus, um
schwere Vergiftungen auszulösen. Auch bei Senioren oder kranken
Menschen muss damit gerechnet werden, dass das körpereigene
Entgiftungssystem nicht ausreichend arbeitet.

Blausäure dient Pflanze zur Abwehr von Feinden

Das so genannte Vitamin B17 ist kein Vitamin, wie es etwa in Obst
oder Gemüse enthalten ist. Es handelt sich dabei um einen
Inhaltsstoff, der in der Fachsprache Amygdalin genannt wird. Diese
Substanz enthält Blausäure in gebundener Form und dient einigen
Pflanzen als Schutzstoff gegen natürliche Feinde. Amygdalin findet
man zum Beispiel in Bittermandeln, Kernen von Zitrusfrüchten,
Zwetschkenkernen und eben in Marillenkernen. Durch das Kauen der
geschälten Kerne wird die Blausäure aus dem Amygdalin freigesetzt. Je
mehr und länger man die geschälten Kerne kaut, desto höhere
Blausäuremengen werden frei. Hinweise auf Produktverpackungen, die
Kerne vor dem Schlucken gut und ausgiebig zu kauen, führen bei
Befolgung zu höheren Blausäuremengen und damit zu einem höheren
Risiko für die Gesundheit. AGES-Pressesprecher Oskar Wawschinek: "Die
AGES empfiehlt daher aus Sicht der Risikobewertung, Marillen zu essen
und auf die Kerne zu verzichten."

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und
   Ernährungssicherheit GmbH
   
   Unternehmenskommunikation:
   DI Oskar Wawschinek
   Spargelfeldstraße 191, A-1226 Wien
   Tel.: 050 555-25000
   E-Mail: [email protected]
   www.ages.at

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