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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Im Dienst der Privilegienritter (von M. Geistler-Quendler)
Ausgabe 3. August 2006
Klagenfurt (OTS) - An einem neuralgischen Punkt drehte die
öffentliche Meinung sich in der Hypo-Affäre um 180 Grad: als schwarz
auf weiß dastand, was der "Rücktritt" von Banker Wolfgang Kulterer
kosten kann: eine Supergage bis 2011, auf die dieser nun verzichtete.
Auf den Stimmungsschwenk hat LH Haider ungewohnt spät reagiert, um
nach einem ZiB-Interview mit Kulterer verzögert den ersten
Empörungsschrei loszulassen: Ein kapitaler politischer Fehler -
nirgends reagiert die Bevölkerung so unmittelbar wie beim Vergleich
ihres Monatslohns mit dem eines großzügig "abgefundenen"
Spitzenmanagers.
Die Mär vom aufgebrachten Aufsichtskommissär, der seiner krampfhaft
verteidigten Vertrauensperson in der Landesbank plötzlich die
Schrauben ansetzt, mag sich Haider selbst erzählen. Muss er auch, was
wäre sonst aus dem Anti-Privilegien-Ritter, dem Robin Hood, dem
Rächer der Enterbten geworden? Einer, der lieber andere Risken als
personelle eingeht, zu seiner Sicherheit.
Die politische Verantwortung in der Hypo-Affäre liegt klar bei
Haider, dem Eigentümervertreter und Kontrollorgan. Mit
Uninformiertheit, denn Information ist in dieser Position eine hohe
Schuld. Er weiß auch, dass die Landesholding den "Corporate
Governance Codex" für die Hypo beschlossen hat. Laut diesem darf der
Ex-Hypo-Boss nicht in den Aufsichtsrat wechseln.
Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
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