- 31.07.2006, 09:51:36
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Reichsbrücke - ein Brückenmythos wird 130
Brückeneinsturz von 30 Jahren als markantes Ereignis
Wien (OTS) - Keine Brücke in Wien ist so bekannt wie sie - die
Reichsbrücke. Um keine Brücke ranken sich mehr Geschichten und Mythen
als um sie. Im heurigen August jähren sich zwei Ereignisse rund um
diese Brücke - vor 30 Jahren stürzte die Reichsbrücke am 1. August
1976 ein, und vor 130 Jahren wurde am 21. August 1876 die
"Kronprinz-Rudolf-Brücke" offiziell eröffnet.
Die erste Brücke 1876-1937
Die erste Reichsbrücke, als Reichsstraßenbrücke begonnen und als
"Kronprinz-Rudolf-Brücke" offiziell eröffnet, wurde im Zuge der 1868
begonnenen Donauregulierung als "stabile Brücke" in der Achse
Jägerzeile - Schwimmschulallee (heutige Praterstraße und
Lassallestraße) in vierjähriger Bauzeit errichtet. Auf dieser Brücke
wurde auch die Brückensteuer von 32 Kreuzern eingehoben, was vor
allem von den Bewohnern der "Kolonie Kaisermühlen" als große
Belastung empfunden wurde. 1919 wurde sie in "Reichsbrücke"
umbenannt. Eine große Bedrohung stelle der Eisstoß 1928/29 dar, den
die Brücke aber überstand. Aufgrund des gestiegenen Verkehrs und des
schlechten technischen Zustandes entschloss man sich, die Brücke neu
zu bauen.
Die zweite Brücke 1937-1976
Die zweite Brücke entstand in der alten Achse der Reichsbrücke.
Aus diesem Grund entschloss man sich, die alte Brücke bereits 1934
auszuschieben, und über sie den Verkehr laufen zu lassen. Das Projekt
"Kettenbrücke" wurde als Prestigeprojekt in einer Zeit begonnen, als
das Land innenpolitisch mit großen Sorgen zu kämpfen hatte. Auch das
Projekt ging nicht so voran, wie man sich das gewünscht hatte. Die
alte Reichsbrücke musste ein Jahr länger die Behelfsbrücke sein, die
Untergrundverhältnisse waren schwieriger als angenommen. Zudem wurde
das Projekt von einem akademischen Streit über die Machbarkeit der
Brücke überschattet, der im Freitod eines Professors mit seiner
Gattin endete. In den Kriegstagen wurde das "Objekt 56"
(Codebezeichnung der Roten Armee für die Brücke) trotz einiger
Treffer und heftiger Kämpfe nicht zerstört. Bis 1955 wurde sie als
"Brücke der Roten Armee" umbenannt. Der 100. Geburtstag der Brücke im
Jahr 1976 fiel buchstäblich ins Wasser. Am 1. August versank in den
frühen Morgenstunden die Brücke im Wasser, ein Toter war zu beklagen.
Der Rest ist Geschichte.
Die dritte Brücke 1980 bis heute
Nach dem Einsturz wurden in Rekordbauzeit Ersatzbrücken über die
Donau gebaut. Bereits im Dezember 1976 wurde die Straßenersatzbrücke
dem Verkehr übergeben. Durch den Brückeneinsturz hatte sich auch die
Möglichkeit ergeben, die neue U-Bahnlinie U1 innerhalb des
Hohlkastens der Brücke über die Donau nach Kagran zu führen. Am 9.
November 1980 wurde die Brücke offiziell dem Verkehr übergeben. Am
3.September 1982 fuhr dann die erste U-Bahn Garnitur durch die
Reichsbrücke.
In den Jahren 2003 bis 2005 wurde die Reichsbrücke an die neuen
Bedürfnisse jenseits der Donau angepasst. Noch mehr Wohnbevölkerung
und noch mehr Freizeitangebote, vor allen durch die neu geschaffene
Donauinsel, sind in Kagran und Kaisermühlen anzutreffen. Das Tragwerk
der Reichsbrücke ist zwar in Ordnung, äußerlich war aber einiges zu
machen. Neue Rad- und Fußwege, die jetzt die Bezirke und die
Donauinsel barrierefrei verbinden, neue Busstationen, mehr Licht bei
weniger Stromverbrauch und neue Oberflächengestaltung machen die
Reichsbrücke zu einem wahren Prachtstück an der Donau. Durch ein
technisches Meßsystem in der Brücke, das gemeinsam mit arsenal
research betrieben wird, wird diese Brücke auch technisch ein
Vorzeigeprojekt moderner Brückentechnik. So konnte etwa durch das
Meßsystem zum Wienmarathon der Mythos entkräftet werden, die Läufer
könnten die Brücke zum Einsturz bringen. Ihr Schwingungsverhalten ist
insgesamt geringer als die Belastungen durch den laufenden
U-Bahn-Betrieb. Zum Abschluss der Bauarbeiten wurde im Juli 2005 im
Zuge der Festveranstaltung "25 Jahre Reichsbrücke" die Brücke rundum
erneuert der Bevölkerung präsentiert.
Im Leistungsbericht 2005 der MA 29 - Brückenbau und Grundbau
sind die Bautätigkeiten an der Reichsbrücke sowie auf einer CD die
Geschichte der Reichsbrücke dokumentiert. Die Broschüre ist kostenlos
unter folgender Adresse zu beziehen:
o MA 29 - Brückenbau und Grundbau Wilhelminenstraße 93 1160 Wien mailto:[email protected] http:/ /www.bruecken.wien.at/
(Schluss) wur
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Ing. Kurt Wurscher
MA 29-Brückenbau und Grundbau
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 4000/96967
Mobil: 0664/224 89 28
mailto:[email protected]
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