ÖAMTC-Pannenfahrer erlebte den Einsturz der Wiener Reichsbrücke vor 30 Jahren (+Foto, +Audio)

In letzter Sekunde durch Sprung vor den abstürzenden Straßenteilen gerettet

Wien (OTS) - "Krach, Staub, Wirbel - auf einmal war die Brücke weg", schildert der mittlerweile pensionierte ÖAMTC-Pannenfahrer Franz Andras die dramatischen Momente um halb fünf Uhr am Morgen des 1. August 1976. Innerhalb weniger Minuten fiel die Wiener Reichsbrücke in sich zusammen. Franz Andras war einer der beiden ÖAMTC-Pannenfahrer, die ihr Leben in letzter Sekunde retten konnten. Ein junger Autofahrer, der mit seinem Kombi die Brücke genau in diesem Augenblick überquert hatte, konnte nur mehr tot geborgen werden.

Die ÖAMTC-Pannenfahrer wollten einem Autofahrer bei einer Reifenpanne auf der Reichsbrücke gerade Hilfe leisten, als plötzlich ein Rucken durch die Fahrbahn ging und die Brücke zusammenbrach. Pannenfahrer Franz Andras berichtet, dass er und sein Kollege sich gerade am Brückenabschnitt über dem Handelskai befanden und geistesgegenwärtig vor den abstürzenden Straßenteilen wegspringen konnten. Die beiden suchten sofort nach möglichen Verletzten unter den Trümmern der Brückenteile, die auf den Handelskai gestürzt waren. Dann liefen sie Richtung 2. Bezirk, um Hilfe zu holen. Weder Polizei noch ÖAMTC-Einsatzleitung konnten den Pannenfahrern anfangs recht glauben, was passiert war. Nach rund 15 Minuten waren die Polizei und die Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Sie sicherten zunächst die Unglücksstelle ab und zogen dann das Auto mit der Reifenpanne und das ÖAMTC-Auto "an Land".

Dass es nicht mehr Todesopfer gab war dem Umstand zu verdanken, dass so zeitig an einem Sonntag Morgen kaum Menschen unterwegs waren. Zum Zeitpunkt des Einsturzes befanden sich insgesamt nur vier Fahrzeuge im Brückenbereich. Ein fahrgastloser Bus der Wiener Verkehrsbetriebe landete ebenfalls in den Fluten der Donau, der Lenker konnte sich aber auf das Dach retten und unverletzt geborgen werden.

So bedauerlich das Unglück auch war, vorhersehbar war es nicht. Die Expertenkommission, die sich mit den möglichen Ursachen für den Brückeneinsturz befasste, kam zu dem Schluss, dass auch eine noch so eingehende Überprüfung den Einsturz nicht hätte verhindern können.

Den Beschluss zum Neubau der Reichsbrücke fasste der Ministerrat bereits zwei Tage später. Noch im selben Jahr wurden Notbrücken für Straßenbahn und Autos fertiggestellt. Im November 1980 wurde die neue Reichsbrücke eröffnet.

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