- 31.07.2006, 08:56:25
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ÖAMTC-Pannenfahrer erlebte den Einsturz der Wiener Reichsbrücke vor 30 Jahren (+Foto, +Audio)
In letzter Sekunde durch Sprung vor den abstürzenden Straßenteilen gerettet
Wien (OTS) - "Krach, Staub, Wirbel - auf einmal war die Brücke
weg", schildert der mittlerweile pensionierte ÖAMTC-Pannenfahrer
Franz Andras die dramatischen Momente um halb fünf Uhr am Morgen des
1. August 1976. Innerhalb weniger Minuten fiel die Wiener
Reichsbrücke in sich zusammen. Franz Andras war einer der beiden
ÖAMTC-Pannenfahrer, die ihr Leben in letzter Sekunde retten konnten.
Ein junger Autofahrer, der mit seinem Kombi die Brücke genau in
diesem Augenblick überquert hatte, konnte nur mehr tot geborgen
werden.
Die ÖAMTC-Pannenfahrer wollten einem Autofahrer bei einer
Reifenpanne auf der Reichsbrücke gerade Hilfe leisten, als plötzlich
ein Rucken durch die Fahrbahn ging und die Brücke zusammenbrach.
Pannenfahrer Franz Andras berichtet, dass er und sein Kollege sich
gerade am Brückenabschnitt über dem Handelskai befanden und
geistesgegenwärtig vor den abstürzenden Straßenteilen wegspringen
konnten. Die beiden suchten sofort nach möglichen Verletzten unter
den Trümmern der Brückenteile, die auf den Handelskai gestürzt waren.
Dann liefen sie Richtung 2. Bezirk, um Hilfe zu holen. Weder Polizei
noch ÖAMTC-Einsatzleitung konnten den Pannenfahrern anfangs recht
glauben, was passiert war. Nach rund 15 Minuten waren die Polizei und
die Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Sie sicherten zunächst die
Unglücksstelle ab und zogen dann das Auto mit der Reifenpanne und das
ÖAMTC-Auto "an Land".
Dass es nicht mehr Todesopfer gab war dem Umstand zu verdanken,
dass so zeitig an einem Sonntag Morgen kaum Menschen unterwegs waren.
Zum Zeitpunkt des Einsturzes befanden sich insgesamt nur vier
Fahrzeuge im Brückenbereich. Ein fahrgastloser Bus der Wiener
Verkehrsbetriebe landete ebenfalls in den Fluten der Donau, der
Lenker konnte sich aber auf das Dach retten und unverletzt geborgen
werden.
So bedauerlich das Unglück auch war, vorhersehbar war es nicht.
Die Expertenkommission, die sich mit den möglichen Ursachen für den
Brückeneinsturz befasste, kam zu dem Schluss, dass auch eine noch so
eingehende Überprüfung den Einsturz nicht hätte verhindern können.
Den Beschluss zum Neubau der Reichsbrücke fasste der Ministerrat
bereits zwei Tage später. Noch im selben Jahr wurden Notbrücken für
Straßenbahn und Autos fertiggestellt. Im November 1980 wurde die neue
Reichsbrücke eröffnet.
Aviso an die Redaktionen: Fotos zu dieser Meldung sind im
ÖAMTC-Fotoservice unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.
(Schluss)
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