• 28.07.2006, 08:42:17
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Nachwuchswissenschaftler erhalten APOPIS-Preis 2006 für Forschungsarbeiten zu neurodegenerativen Erkrankungen

Wien (OTS) - Zum zweiten Mal wurden die von Boehringer Ingelheim
geförderten APOPIS-Preise für Nachwuchswissenschaftler auf einem
Satellitensymposium vor der ICAD 2006 (10th International Conference
on Alzheimer’s Disease and Related Disorders) in Madrid, Spanien,
vergeben. Die Auszeichnung wird an Nachwuchswissenschaftler für
herausragende Forschungsarbeiten zu abnormaler Protein-Aggregation
bei neurodegenerativen Erkrankungen im Rahmen des
APOPIS-Forschungsprojektes verliehen. APOPIS (Abnormale Proteine bei
der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen) ist ein integriertes
Projekt, das die Europäische Union in ihrem sechsten Rahmenprogramm
finanziert.

Dr. Regina Fluhrer von der Ludwig-Maximilians-Universität München
wurde mit 5.000 Euro für die herausragenden Leistungen einer
Einzelforschungsgruppe ausgezeichnet. Ein weiterer Preis in Höhe von
10.000 Euro für ein Gemeinschaftsprojekt innerhalb des Konsortiums
ging an Julie van der Zee, Ilse Gijselinck, Samir Kumar-Singh und
Marc Cruts aus der Arbeitsgruppe um Prof. Christine van Broeckhoven
an der Universität Antwerpen, Belgien, sowie an Dr. Isabelle Le Ber
aus der Arbeitsgruppe um Prof. Alexis Brice am Institut Nationale de
la Santé et de la Récherche Médicale in Paris, Frankreich. "Mit den
APOPIS-Preisen wollen wir einzelne Nachwuchswissenschaftler fördern,
aber auch Gemeinschaftsforschungsarbeiten innerhalb des Konsortiums
anerkennen", kommentierte Dr. Bernd Sommer, Leiter der ZNS-Forschung,
Boehringer Ingelheim GmbH, Deutschland, dem Sponsor des
APOPIS-Preises.

Regina Fluhrer wurde für ihre neuen Ergebnisse zu den bei der
Alzheimer-Demenz relevanten Grundmechanismen ausgezeichnet. Sie
entdeckte einen gemeinsamen Spaltungsmechanismus für die
Intramembranproteolyse, d. h. die Spaltung von Proteinen in der
Zellmembran. Ein besseres Verstehen der Abbauprozesse durch diese
Enzyme kann die zukünftige Entwicklung spezifischer Inhibitoren
ermöglichen, welche die Bildung von Beta-Amyloid verhindern könnten,
dem wichtigsten Bestandteil der so genannten senilen Plaques und
eines der unveränderlichen Kennzeichen von Alzheimer.

Das von Brice und van Broeckhoven geleitete französisch-belgische
Team wurde für die Aufklärung der genetischen Ursachen der
frontotemporalen Demenz (FTD) ausgezeichnet, der zweithäufigsten
Demenzform bei Menschen unter 65 Jahren. Erst kürzlich entdeckte
Genmutationen erwiesen sich als die häufigste Einzelursache von FTD
in einer Gruppe von 103 belgischen und 208 französischen
FTD-Patienten; sie waren für mehr als zehn Prozent aller FTD-Fälle
und über 25 Prozent der familiären FTD-Fälle verantwortlich.

"Die Entdeckung des Münchner Forschungsteams beweist die Existenz
eines bisher unbekannten biologischen Prinzips, und die genetischen
Studien der Forschungsgruppen in Antwerpen und Paris ebnen den Weg
für neue Forschungsansätze, die schließlich zu einem besseren
Verständnis der Pathogenese der FTD beitragen werden - eine
Voraussetzung für die Prävention und/oder Behandlung", erklärte Prof.
Dr. Franz Adlkofer von der VERUM-Stiftung in München, Organisator und
Koordinator des APOPIS-Projektes. Nach Adlkofer hat das
APOPIS-Projekt, das in sechs Monaten offiziell zum Abschluss kommt,
bereits die hoch gesteckten Erwartungen erfüllt.

APOPIS ist ein drei Jahre dauerndes integriertes
Forschungsprojekt, das von der Europäischen Union mit neun Millionen
Euro und der Schweizer Regierung mit weiteren zwei Millionen Euro
finanziert wird.

Es stellt eine einzigartige internationale Zusammenarbeit auf dem
Gebiet der neurodegenerativen Erkrankungen dar und vereint 39
Forschungsgruppen aus 32 europäischen Institutionen in zwölf Ländern.
Das Projekt wurde im Januar 2004 gestartet und läuft bis Dezember
2006. Das Projekt hat zum Ziel, die Pathogenese neurodegenerativer
Erkrankungen wie Alzheimer-Demenz, Parkinson-Krankheit, Chorea
Huntington, Motorneuron- und Prion-Erkrankungen ("Rinderwahnsinn"/BSE
und Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) aufzuklären und Methoden für die
frühzeitige Diagnose und Therapie dieser Krankheiten zu entwickeln.

Die VERUM-Stiftung für Verhalten und Umwelt mit Sitz in München
ist eine wissenschaftliche Non-Profit-Organisation, die sich die
Förderung von Wissenschaft und Forschung in den Bereichen Verhalten
und Umwelt, soweit die menschliche Gesundheit betroffen ist, zum Ziel
gesetzt hat. VERUM unterstützt hauptsächlich Projekte zur Erforschung
der physiologischen und pathologischen Prozesses des Alterns auf
molekularer, zellulärer und funktionaler Ebene. VERUM will durch
verstärkte Forschung auf diesen Gebieten fundierte Grundlagen für
präventive medizinische Maßnahmen schaffen. Seit 1992 hat VERUM
verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt und unterstützt, u. a.
REFLEX und DIADEM sowie APOPIS.

Rückfragehinweis:

Boehringer Ingelheim Austria GmbH
   Kommunikation
   Mag. Inge Homolka
   Dr. Boehringer-Gasse 5 - 11
   A-1121 Wien
   Tel. 80105-2230
   Fax 80105-2624
   mailto:[email protected]

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