GdG-Meidlinger: Arbeitsmedizinisches Institut ausbauen statt zerstören!

Prävention und Gesundheitsförderung könnten 3,6 Milliarden pro Jahr einsparen!

Wien (GdG/ÖGB) - Eindeutig sprach sich der geschäftsführende Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) heute, Dienstag, gegen die geplante Schließung des Arbeitsmedizinischen Instituts an der Wiener Medizin-Uni aus: "Schon jetzt muss sich Österreich hochqualitatives Wissen in diesem Bereich aus dem Ausland abzapfen. Statt die Arbeitsmedizin zu zerstören, sollte das Institut ausgebaut werden!"++++

Aufgrund geminderter Arbeitsfähigkeit sind zur Zeit knapp 450.000 ÖsterreicherInnen in Pension. 160.000 von ihnen aufgrund von Muskel-und Skeletterkrankungen, knapp 66.000 wegen psychiatrischer Erkrankungen - Tendenz steigend. "Beide Bereiche sind zu einem großen Teil auf Arbeitsbedingungen zurückzuführen. Angesichts dieser Zahlen ist die geplante Schließung der Arbeitsmedizin absolut unverständlich", erklärte Meidlinger.

Eine IHS-Studie hat außerdem ergeben, dass durch Prävention und Gesundheitsförderung jährlich bis zu 3,6 Milliarden Euro eingespart werden könnten. "Rund 50 Prozent der Erkrankungen ließen sich allein durch die Reduktion von Stress am Arbeitsplatz reduzieren. Der ÖGB hat sich daher immer für eine bessere Ausbildung der Arbeitsmediziner eingesetzt", betonte Meidlinger.

Mit der Schließung des Instituts würde Österreich als einziger Industriestaat weltweit auf eine Lehrkanzel für Arbeitsmedizin verzichten. Statt universitärer Fachärzte gäbe es nur noch die Kurzausbildung (drei Monate) für fertige Mediziner. Meidlinger:
"Wissen über Arbeitsplatzprobleme ist bei diesen AbsolventInnen durch die kurze Ausbildungsdauer bei ihrem Abschluss nur rudimentär vorhanden und muss in der Praxis mühsam erworben werden." Die Praxis in den Betrieben bestreiten tapfere ÄrztInnen - zum Beispiel jene, die in der Österreichischen Gesellschaft der Arbeitsmedizin Mitglied

sind und den jährlichen Kongress besuchen. ÖGB, 25. Juli 2006 Nr. 508

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