Grüne Andersrum: Kritik an Nichtberichterstattung über Lesben und Schwule im ORF

Gesellschaftliche Realitäten wie Homosexualität werden aus dem Sendeprogramm des ORF ausgeblendet

Wien (OTS) - Am Freitag protestierten am Wiener Küniglberg gemeinsam mit der Bundessprecherin von Grüne Andersrum, NRAbg. Ulrike Lunacek, ein lesbisches und ein schwules Paar dagegen, dass gesellschaftliche Realitäten wie Homosexualität aus dem Sendeprogramm des ORF ausgeblendet werden und der öffentlich-rechtliche Sender hier seinem gesellschaftspolitischen Auftrag nicht nachkomme.
Dass sich der ORF in eigen produzierten Programmen intensiv mit Homosexualität beschäftige, wie ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik in einer Aussendung erklärte, sei noch niemandem aufgefallen, zeigen sich Edith Schmied und Gebi Mair, LandessprecherInnen von Grüne Andersrum in Oberösterreich und Tirol erstaunt.
"Wenn in Linz 800 bis 900 Lesben, Schwule und FreundInnen aus ganz Oberösterreich zusammen ein riesiges Fest in einem der renommiertesten Veranstaltungsräume der Stadt feiern und PolitikerInnen aller Parteien dabei sind, war das dem ORF OÖ bislang keinen Beitrag wert. Und über die historische Entscheidung der Stadt Linz, der HOSI ein eigenes Haus zu bauen, konnte man zwar selbst in überregionalen Zeitungen lesen, im ORF war aber kein Wort davon zu hören oder zu sehen. Aber wenn zum Beispiel in Bruck-Waasen der Trachtenverein einen Standlmarkt veranstaltet oder die Musikkapelle in beispielsweise St. Agatha eine neue Uniform bekommt, wird darüber exklusiv berichtet - das ist für mich eine einseitige Berichterstattung, die nicht dem Objektivitätsgebot und dem Bildungsauftrag des ORF entspricht. Ich halte die Unternehmenspolitik eines öffentlich-rechtlichen Senders, über das, was einem politisch nicht gefällt, nicht zu berichten, für ignorant," erklärt Schmied. "Ich kann das für Tirol nur bestätigen. Als letztes Jahr verschiedene Gruppen unter Leitung der HOSI Tirol zum ersten Mal ein lesBiSchwules Straßenfest unter dem Motto ‚InnLove’ veranstalteten, an dem mehrere Tausend InnsbruckerInnen teilnahmen, war das dem Landesstudio nur eine Kurzmeldung im Radio wert. Über kleinere Veranstaltungen von Grüne Andersrum berichten sie nämlich dann schon - aber da geht es ja um parteipolitische Objektivität", ergänzt Mair.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0001