• 20.07.2006, 15:15:04
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  • OTS0186 OTW0186

Nationaler Allokationsplan für Industrie nach Brüssel übermittelt

Erfolgreiche Einigung zum Emissionshandel (NAP 2) heute nach Brüssel gemeldet

Wien (OTS) - Letzten Freitag haben sich Umweltminister Josef
Pröll, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, Finanzminister
Karl-Heinz Grasser und die Industrie auf die Gesamtzuteilung von
CO2-Emissionen für 2008 bis 2012 geeinigt. Heute wurde der Nationale
Allokationsplan 2 (NAP 2) nach Brüssel übermittelt. "Wir haben in
guter Zeit ein gutes Ergebnis erreicht. Die Einigung zum NAP 2 zeigt,
dass wir Klimaschutz mit Hausverstand als auch die Sicherung des
Wirtschaftsstandortes Österreich geschafft haben", so Umweltminister
Josef Pröll.

In intensiven Gesprächen wurde mit der Industrie eine Zuteilung
von zulässigen CO2-Emissionen in der Höhe von 32,8 Mio. Tonnen
vereinbart. Erstmals wird aber nicht mehr die gesamte zugeteilte
Menge gratis vergeben. Neu ist das Instrument der Auktion. 400.000
Tonnen werden jährlich unter den österreichischen Unternehmen
versteigert. Somit stehen der Industrie und E-Wirtschaft über die
gesamte Periode insgesamt 2 Mio. Tonnen über eine Auktion zur
Verfügung.

Mit der Zuteilung von 32,8 Mio. Tonnen liegt die Gesamtmenge unter
der des NAP I. Da im NAP II zusätzliche Anlagen mit Emissionen von
ca. 300.000 Tonnen CO2 pro Jahr miteinbezogen werden, ergibt sich im
Vergleich zum NAP I (33 Mio. Tonnen) somit eine Reduktion von ca.
500.000 pro Jahr. Darüber hinaus kommt es zu einem deutlichen
Einsparungsvolumen gegenüber dem prognostizierten Ausstoß an CO2. Der
errechnete Klimaschutzbeitrag der Industrie beträgt in den Jahren
2008-2012 pro Jahr 5,5 Millionen Tonnen CO2. Dieser Wert liegt
deutlich über der Klimaschutzeinsparung in der ersten Periode (1,6
Mio. Tonnen). Die Unternehmen müssen entweder über technische
Maßnahmen ihre Emissionen reduzieren oder Zertifikate am Markt
zukaufen.

Bei der Zuteilung wurde folgende Aufteilung der Gesamtmenge auf
die Sektoren beschlossen. Den Anlagen der E-Wirtschaft werden
Zertifikate im Ausmaß von 8,3 Millionen zugeteilt, davon 8,2 Mio.
gratis sowie 100.000 werden versteigert. Den Anlagen der Industrie,
der Mineralölwirtschaft und der Fernwärme werden insgesamt
Zertifikate im Ausmaß von 24,5 Millionen zugeteilt. Von dieser Menge
gelangen 300.000 Tonnen zur Versteigerung. 24,2 Millionen werden
somit gratis zugeteilt. Durch die veränderte Zuordnung von Anlagen
zum Industrie- und E-Wirtschaftbereich ist ein Vergleich mit der
Zordnung in der 1. Periode nicht möglich.

Für neue Anlagen ist eine Reserve von 1 Prozent der Gesamtmenge
der zugeteilten Zertifikate vorgesehen. Das heißt von den oben
genannten Mengen werden vor der Aufteilung auf die einzelnen Anlagen
1 Prozent abgezogen. Diese Reserve von 1 Prozent war für die erste
Handelsperiode ausreichend. In der zweiten Periode, die mit 5 Jahren
länger ist als die erste, könnte sie zu einem gewissen Zeitpunkt
erschöpft sein. Neue Anlagen wären gezwungen, Zertifikate am Markt
zuzukaufen - ein Nachteil von wahrscheinlich effizienteren neuen
Anlagen gegenüber alten Anlagen, der nicht im Sinne des Systems ist.
Es wurde daher eine flexible Reserve vereinbart, die sicherstellen
soll, dass neue Anlagen während der gesamten Dauer der zweiten
Handelsperiode mit einer angemessenen Gratiszuteilung rechnen können.

Die Anlagenbetreiber werden in den nächsten Wochen über die
Zuteilungen für ihre Anlagen informiert. Sie erhalten zusätzlich
Gelegenheit, zum Entwurf des NAP II Stellung zu nehmen. Danach wird
eine zweite, öffentliche Konsultation durchgeführt. Ab diesem
Zeitpunkt wird der Zuteilungsplan unter www.eu-emissionshandel.at zum
Download zur Verfügung stehen. In dieser zweiten Konsultation können
alle BürgerInnen zum Zuteilungsplan Stellung nehmen. Nach der
Konsultationsphase wird der endgültige Zuteilungsplan bei der
Kommission in Brüssel offiziell notifiziert.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

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