- 20.07.2006, 13:38:52
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AKNÖ-Staudinger: Sein und Schein am Arbeitsmarkt
Situation nicht schönreden, Arbeitslosigkeit nicht für Wahlkampf missbrauchen
Wien (OTS) - - "600 Arbeitsplätze sollte der Kombilohn in
Niederösterreich schaffen, gerademal 27 sind es bis Ende Juni
geworden", zeigt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger heute, am 20. Juli
2006, auf. Mit diesem Beispiel will der AKNÖ-Präsident untermauern,
dass Jubelmeldungen zur Arbeitsmarktlage derzeit nur als
Wahlkampfrethorik eingestuft werden können. "Wenn wir all diese
Meldungen genauer analysieren, dann stoßen wir immer wieder auf wenig
erfreuliche Details, die deutlich machen dass es sich oft um eher
substanzlose Zahlenspiele handle." Der AKNÖ-Präsident fordert daher
Maßnahmen, die sich nicht bewähren, umgehend einzustellen und sich
auf die Bekämpfung der echten Probleme am Arbeitsmarkt zu
konzentrieren.*****
"Es ist richtig, dass die Regierung für den Kampf gegen
Arbeitslosigkeit heuer viel Geld in die Hand genommen hat, es ist
aber nicht richtig, dass damit schon eine nachhaltige Trendwende am
Arbeitsmarkt erreicht wird", meint Staudinger. Mit dieser Meinung
steht er nicht allein da, so hat schon der Chef der Böhler-Uddeholm,
Claus Raidl, betont, dass Probleme am Arbeitsmarkt nicht kurzfristig
lösbar seien. Alle derzeitigen Jubelmeldungen entlarven sich daher
von selbst als Wahlkampf der Regierung, die von der tatsächlichen
Situation am Arbeitsmarkt ablenken will. "Das ist unseriös und geht
nur auf Kosten der Betroffenen", meint der AKNÖ-Präsident dazu. Denn
hinter den statistischen Spielereien des Wirtschaftsministeriums und
der Schönrederei der Wirtschaftspolitiker stehen echte Schicksale. So
sei es ja nicht wegzujubeln, dass die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze
zurückgehe, lediglich die Zahl der Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse
und die der geringfügigen Beschäftigtenverhältnisse steige. "Sollen
sich die Betroffenen nach dem Motto 'Von den 1.000 neuen Jobs habe
ich gleich drei’ etwa über diese Statistiken freuen?", fragt
Staudinger. Es nutze ja nichts, wenn man die Zahl der
Beschäftigungsverhältnisse angebe, nicht aber die Personen, die
Arbeit haben, zählt.
Fehlentwicklungen rechtzeitig stoppen.
Bei den Kombilöhnen weisen auch die österreichweiten Daten den
Misserfolg eindeutig aus. Statt der angekündigten 5.000 Arbeitsplätze
sind im ersten Halbjahr 164 Kombilohnarbeitsplätze geschaffen worden.
Das Beispiel der nicht erfolgreichen Kombilöhne ist für Staudinger
entlarvend: Auch auf Wirtschaftsseite wurde schon vor Wochen
eingestanden, das Modell sei nicht erfolgreich, trotzdem müsse man
daran festhalten. Staudinger zeigt sich amüsiert, dass gerade
erfolgreiche Wirtschaftsmenschen so agieren, denn man lerne doch
schließlich in jedem Managementkurs, dass man Fehlentwicklungen
rechtzeitig stoppen solle. Die Sozialpartner hätten seinerzeit dem
Kombilohnmodell zugestimmt, da man jeder Möglichkeit zur Bekämpfung
der Arbeitslosigkeit nutzen müsse, nun sei es an der Zeit, hier einen
Schlussstrich zu ziehen. "Wie seriöse Analysen der
Arbeitsmarktsituation aufzeigen brauchen wir jeden Cent für sinnvolle
Maßnahmen", erklärt Präsident Staudinger und fordert energisch, die
Arbeitsmarktlage trotz Wahlkampf nicht zu verharmlosen.
Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit Bettina Heise Tel.: (01) 58883-1254 0664 2243971 mailto:[email protected] http://noe.arbeiterkammer.at
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