AKNÖ-Staudinger: Sein und Schein am Arbeitsmarkt

Situation nicht schönreden, Arbeitslosigkeit nicht für Wahlkampf missbrauchen

Wien (OTS) - - "600 Arbeitsplätze sollte der Kombilohn in Niederösterreich schaffen, gerademal 27 sind es bis Ende Juni geworden", zeigt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger heute, am 20. Juli 2006, auf. Mit diesem Beispiel will der AKNÖ-Präsident untermauern, dass Jubelmeldungen zur Arbeitsmarktlage derzeit nur als Wahlkampfrethorik eingestuft werden können. "Wenn wir all diese Meldungen genauer analysieren, dann stoßen wir immer wieder auf wenig erfreuliche Details, die deutlich machen dass es sich oft um eher substanzlose Zahlenspiele handle." Der AKNÖ-Präsident fordert daher Maßnahmen, die sich nicht bewähren, umgehend einzustellen und sich auf die Bekämpfung der echten Probleme am Arbeitsmarkt zu konzentrieren.*****

"Es ist richtig, dass die Regierung für den Kampf gegen Arbeitslosigkeit heuer viel Geld in die Hand genommen hat, es ist aber nicht richtig, dass damit schon eine nachhaltige Trendwende am Arbeitsmarkt erreicht wird", meint Staudinger. Mit dieser Meinung steht er nicht allein da, so hat schon der Chef der Böhler-Uddeholm, Claus Raidl, betont, dass Probleme am Arbeitsmarkt nicht kurzfristig lösbar seien. Alle derzeitigen Jubelmeldungen entlarven sich daher von selbst als Wahlkampf der Regierung, die von der tatsächlichen Situation am Arbeitsmarkt ablenken will. "Das ist unseriös und geht nur auf Kosten der Betroffenen", meint der AKNÖ-Präsident dazu. Denn hinter den statistischen Spielereien des Wirtschaftsministeriums und der Schönrederei der Wirtschaftspolitiker stehen echte Schicksale. So sei es ja nicht wegzujubeln, dass die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze zurückgehe, lediglich die Zahl der Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse und die der geringfügigen Beschäftigtenverhältnisse steige. "Sollen sich die Betroffenen nach dem Motto 'Von den 1.000 neuen Jobs habe ich gleich drei’ etwa über diese Statistiken freuen?", fragt Staudinger. Es nutze ja nichts, wenn man die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse angebe, nicht aber die Personen, die Arbeit haben, zählt.

Fehlentwicklungen rechtzeitig stoppen.

Bei den Kombilöhnen weisen auch die österreichweiten Daten den Misserfolg eindeutig aus. Statt der angekündigten 5.000 Arbeitsplätze sind im ersten Halbjahr 164 Kombilohnarbeitsplätze geschaffen worden. Das Beispiel der nicht erfolgreichen Kombilöhne ist für Staudinger entlarvend: Auch auf Wirtschaftsseite wurde schon vor Wochen eingestanden, das Modell sei nicht erfolgreich, trotzdem müsse man daran festhalten. Staudinger zeigt sich amüsiert, dass gerade erfolgreiche Wirtschaftsmenschen so agieren, denn man lerne doch schließlich in jedem Managementkurs, dass man Fehlentwicklungen rechtzeitig stoppen solle. Die Sozialpartner hätten seinerzeit dem Kombilohnmodell zugestimmt, da man jeder Möglichkeit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nutzen müsse, nun sei es an der Zeit, hier einen Schlussstrich zu ziehen. "Wie seriöse Analysen der Arbeitsmarktsituation aufzeigen brauchen wir jeden Cent für sinnvolle Maßnahmen", erklärt Präsident Staudinger und fordert energisch, die Arbeitsmarktlage trotz Wahlkampf nicht zu verharmlosen.

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