- 18.07.2006, 18:01:10
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WirtschaftsBlatt Kommentar vom 19.7.2006: Nur Wohlstand kann Frieden schaffen - von Wolfgang Unterhuber
Täglich werden 4,5 Milliarden Dollar für den Krieg im Irak ausgegeben
Wien (OTS) - Wer in den Krieg zieht, sollte vorab schon wissen,
wie er hernach den Frieden schafft." Otto von Bismarck wusste, wovon
er sprach. Zunächst vernichtete er die Österreicher 1866 bei
Königgrätz, um sie - nach einem klugen Friedensvertrag - als die
treuesten Verbündeten zu gewinnen.
Den Warlords der Gegenwart sind solche strategischen Feinheiten
fremd. So bombt Israel den Libanon in die Bürgerkriegsjahre zurück,
und die USA beweisen im Irak jeden Tag, dass im Weissen Haus ein
Cowboy sitzt, der noch nie über High Noon hinausgedacht hat.
Eigentlich müssten die arabischen Terrororganisationen George Bush
und seinem israelischen Trabanten durchaus dankbar sein. Denn erst
mit ihrer Politik der unverhältnismässigen Aggressivität
radikalisieren sie hunderttausende arabische Jugendliche. In den
Ruinen des Gaza-Streifens und den zerstörten Städten des Libanon
wächst eine Generation heran, die nichts anderes kennt als Hass auf
Israel, Hass auf die USA, Hass auf den Westen. Später werden diese
Jugendlichen im Auftrag der Hamas und Hisbollah Kamikaze-Unternehmen
durchführen. Das wird wiederum die bekannten Reaktionen auslösen und
so weiter und so fort.
Sechs Jahrzehnte geht das im Nahen Osten schon so. Und mittlerweile
will sich weltweit kein Politiker mehr seine Reputation mit sinnlosen
Friedensbemühungen zerstören lassen. Kein Wunder, wenn man es auf
beiden Seiten mit Auge um Auge und Zahn um Zahn zu tun hat.
Der Krieg im Irak kostet die amerikanischen Steuerzahler laut der
"Washington Post" täglich 4,5 Milliarden Dollar. Da fragt man sich
unwillkürlich, ob das Geld in einen Nahost-Marshall-Plan nicht
sinnvoller investiert wäre.
Was hätte wohl Bismarck in dieser Lage getan? Sicherlich wäre auch er
in den Irak und den Libanon einmarschiert. Aber er hätte vorher
seinen Feind genau studiert. Und dabei wäre ihm wohl eine Weisheit
aufgefallen, die angeblich aus dem Orient stammt: Kannst du den Feind
nicht mit dem Schwert besiegen, versuche es mit Gold.
Frei übersetzt: Schaffe Wohlstand und Jobs. Nach den Panzereinheiten
also Hilfspakete, Wasserleitungen und Schulen. Und danach so schnell
wie möglich Microsoft, Sony und McDonald's.
Denn eines lehrt die Geschichte am Beispiel von Westeuropa, Japan und
Südkorea deutlich: Nur eine florierende Wirtschaft schafft
dauerhaften Frieden.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/305 oder 280
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