Gravierende Mängel bei der Architektenausschreibung für das UFT in Tulln

Grüne fordern Einschaltung des Landesrechnungshofes und stellen Anfrage an LH Dr. Erwin Pröll

St. Pölten (Grüne) - Die Landesregierung hat für das Universitäts-und Forschungszentrum in Tulln einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Dabei sind gravierende Mängel zu Tage getreten:

  • Der Wettbewerb war nicht offen und erst recht nicht EU-weit ausgeschrieben sondern massiv eingeschränkt;
  • Als Kriterien für die Teilnahme am Wettbewerb wurden äußerst hohe Umsätze und Mitarbeiterzahlen der bewerbenden Architekturbüros verlangt;
  • Auch als Auswahlkriterien für die Ermittlung des Siegerprojektes spielte die Anzahl der MitarbeiterInnen eine wesentliche Rolle, als hätte diese einen Einfluss auf die Qualität des eingereichten Projektes;
  • Inhaltliche- wie z.B. stadtplanerische Kriterien oder konkrete Zielvorstellungen des Landes für das Universitäts- und Forschungszentrum waren äußerst unterbewertet oder überhaupt nicht vorhanden;
  • Das Preisgeld war schon zu Beginn relativ niedrig, wurde aber durch die "Berichtigung" des Wettbewerbes weiter reduziert. Dadurch wurde die Motivation zur Teilnahme weiter gesenkt;
  • Statt die Erstausschreibung gänzlich zurück zu ziehen und einen offenen Wettbewerb EU-weit auszuschreiben wurde eine halbherzige und verwirrende "Berichtigung" vorgenommen.

"Insgesamt entsteht daher der Einsruck eines 'Alibiwettbewerbes', bei dem gezielt nach speziellen Architekturbüros gesucht wurde. Um diesen Eindruck zu verwischen, wurden die Kriterien in der 'Berichtigung' ein wenig, aber ungenügend gelockert. Andererseits wurde der Wettbewerb aber durch die Preisgeldreduktion noch unattraktiver gemacht, als er ohnedies schon war", so der grüne LAbg. Martin Fasan.

Die Grünen stellen daher eine umfassende Anfrage an das zuständige Regierungsmitglied Landeshauptmann Erwin Pröll. Weiters fordern die Grünen eine Prüfung durch den Landesrechnungshof und regen an, bei derartigen Projekten in Zukunft obligatorisch offene, EU-weit ausgeschriebene Architektenwettbewerbe durchzuführen. "Damit soll für Niederösterreich ein offenes Klima für junge und innovative Architekturbüros entstehen. Zur Teilnahme an Wettbewerben soll motiviert und jede Abschreckung soll vermieden werden", so Fasan abschließend.

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