• 13.07.2006, 10:50:53
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AK Test: Hohe und mehr Spesenfresser bei Fremdwährungskredit als bei Euro-Kredit (1)

Spesen in den letzten Jahren erheblich gestiegen

Wien (OTS) - Fremdwährungskredit oder Euro-Kredit? Ein AK Test
über Fremdwährungskredite im Mai/Juni bei sechs großen Banken zeigt:
Es gibt viel mehr Spesen, die auch wesentlich mehr kosten als bei
Euro-Krediten. Außerdem sind die Spesen in den letzten Jahren
teilweise erheblich angestiegen. "So hat eine Bank die Gebühr beim
Wechsel des für die Kreditrückzahlung benötigten Sparproduktes von
21,8 Euro auf satte 229 Euro angehoben", sagt AK Konsumentenschützer
Harald Glatz.

Die AK hat die Spesen bei Fremdwährungskrediten bei Bank Austria,
BAWAG-PSK- Gruppe, Erste Bank, NÖ Hypo Bank, Volksbank Wien, RLB NÖ
Wien getestet. Spesen gibt es wie Sand am Meer, mehr als beim
Euro-Kredit. Und sie sind sehr hoch. Es fallen zweimal Kontospesen an
- für ein Fremdwährungs- und Euro-Verrechnungskonto. Das können im
schlimmsten Fall für das Fremdwährungs-Konto 100 Euro (Bank Austria)
im Jahr sein, für das Euro-Verrechnungskonto 40 Euro (NÖ Hypo Bank)
im Jahr. Bei jeder Zahlung wird eine Devisenprovision verrechnet -
von 0,2 Prozent (Erste Bank) bis zu 0,3 Prozent (Bank Austria) vom
Überweisungsbetrag. Zusätzliche Spesen sind im Regelfall beim
Währungswechsel ("Switch") oder bei einer Änderung des
Tilgungsträgers zu zahlen. So kostet der Währungswechsel zwischen 50
(NÖ Hypo Bank) und 400 Euro (Bank Austria, BAWAG/PSK, RLB NÖ Wien).
Die Bearbeitungsgebühr beträgt zwischen ein und zwei Prozent der
Kreditsumme und ist einmal bei Vertragsbeginn zu zahlen, genauso wie
beim Euro-Kredit.

Die Spesen sind in den vergangenen Jahren teilweise erheblich
gestiegen. Bank Austria hat die Mindestgebühr beim Zurückwechseln von
z.B. Schweizer Franken in Euro von 72,67 (März 2003) auf geschmalzene
400 Euro im Vorjahr angehoben. Die Erste Bank hat die Spesen beim
Tilgungsträgerwechsel von 21,8 Euro im Vorjahr auf nun saftige 229
Euro angehoben. "Das ist eine Erhöhung um unglaubliche 950 Prozent
oder 207 Euro", rechnet Glatz vor.

Fremdwährungskredite werden in einer ausländischen Währung
abgeschlossen. Das heißt, dass die Kreditschuld auf eine Fremdwährung
lautet. Diese Kredite werden meist als endfällige Darlehen angeboten,
was bedeutet: Konsumenten zahlen während der Laufzeit nur Zinsen
zurück, das aufgenommene Kapital wird erst am Laufzeitende in der
vollen Höhe fällig. Daher ist es nötig, während der Laufzeit den
Kreditbetrag anzusparen, etwa in einer Er- und Ablebensversicherung
(Tilgungsträger).

"Fremdwährungskredite sind risikoreich", betont Glatz. Neben dem
Wechselkursrisiko gibt es auch ein großes Zinsänderungsrisiko.
Augenmerk sollte auch auf das Tilgungsträgerrisiko gelegt werden:
Also dass das Ansparprodukt, das zumeist zusammen mit einem
(endfälligen) Darlehen verkauft wird, nicht den prognostizierten
Ertrag abwirft.

(Forts.)

Rückfragehinweis:
Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2677
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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