• 12.07.2006, 20:24:34
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Neue "Kärntner Tageszeitung" - KOMMENTAR von M. Geistler-Quendler: Ultimative Drohung

Klagenfurt (OTS) - Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung könnte
man das nennen: Der gegen "antidemokratische" Verfassungserkenntnisse
wetternde LH Haider und seine Parteifreunde wollen von der Bundes-SPÖ
ein Ja zu der von ÖVP und BZÖ paktierten Regelung erpressen. Die
Drohung: Haider setzt den Sozialdemokraten bis Donnerstag eine
"Frist"; sollten sie nicht spuren, zieht er sich vom
Verhandlungstisch zurück. Klubobmann Scheibner stellt nun auch die
141 Ortstafeln bis 2009 in Frage. Jetzt fehlt nur noch, dass
Landesrat Dörfler die zweisprachigen Schilder von Bleiburg und
Ebersdorf noch schnell umstreichen muss.

Szenarien, die man von Geiseldramen kennt, aber geht man so in
einer Demokratie mit Verhandlungspartnern um? Als solche wurden
Vertreter zweier Slowenen-Organisationen spätestens dann nicht mehr
behandelt, als ihnen nach dem "historischen Kompromiss" brisantes
Kleingedrucktes in der Öffnungsklausel untergeschoben wurde. Nach dem
Motto: Blockiert ihr, seid ihr Lösungsverweigerer.

Nachdem auch ursprüngliche Mitverhandler das gegenüber ihrer
Volksgruppe nicht mehr verantworten konnten, gab es keinen "breiten
Kompromiss" mehr, nicht einmal mit dem Gros der Minderheit. Wie
glaubwürdig wäre eine SPÖ, die sich von Haider diktieren ließe, ob
und wann sie diese Prämisse über Bord wirft?

Rückfragehinweis:

Neue Kärntner Tageszeitung
   Viktringer Ring 28
   9020 Klagenfurt
   
   Mag. Michaela Geistler-Quendler
   Tel.: 0463/5866-514
   E-Mail: [email protected]

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