Geschenkte Reise nicht umsonst

AKNÖ rechnet nach: Gewinn kostet bis zu 970 Euro

Wien (AKNÖ) - "Sie haben eine Frühlingsreise für zwei Personen gewonnen." Diese vermeintlich freudige Nachricht erreicht zur Zeit all jene Niederösterreicher, die an einem Gewinnspiel für einen VW Polo teilgenommen haben. Statt des Autos erhalten die Menschen nun jedoch einen Reisegutschein für einen Frühlingsurlaub im Herbst. Nicht nur bei der Bezeichnung handelt es sich um einen Etikettenschwindel. Veranstalter dieser vermeintlichen Gratisreisen ist die Schweizer Postfach-Firma "Swiss Car Promotion". Die Experten der Arbeiterkammer Niederösterreich rechneten nach. Ergebnis: Bei Buchung der "Gratisreise" müssen die Konsumenten mit Kosten von bis zu 970 Euro rechnen.

"Das Ziel der Unternehmen ist es nicht, Gewinne zu verschenken, sondern, ganz im Gegenteil, selbst Gewinne zu erzielen", sagt Christa Hörmann, Konsumentenschützerin der Arbeiterkammer Niederösterreich. Deshalb verbergen sich hinter Reisegutscheinen immer versteckte Kosten, wie beispielsweise Buchungskosten, Zuschläge für Halbpension oder Ausflüge. Zudem entpuppen sich die Reisen nicht selten als Werbeverkaufs-Plattform. Die Veranstalter nutzen die entspannte Atmosphäre des Urlaubs und vertrauen darauf, dass in der schönsten Zeit des Jahres die Geldbörse lockerer sitzt. Diese Umstände führen dazu, dass der "Gewinn" meist teurer als eine regulär gebuchte Reise wird.

Damit der Urlaub "unvergesslich" wird Da es die Reiseveranstalter verstehen, rechtliche Regelungen zu umgehen, kann die gewonnene Reise im negativsten Sinne zum unvergesslichen Erlebnis werden. Dr. Eva Schreiber, Leiterin der AKNÖ-Konsumentenschutzabteilung, hat die Schlaglöcher auf dem Weg zur geschenkten (Bus)Reise zusammengetragen und appelliert an die Konsumenten, vor allem auf die folgenden Punkte zu achten:

  • Keine Versicherung im Insolvenzfall: Bei Veranstaltern von Gratisreisen ist es für den Konsumenten kaum überprüfbar, ob jene in der EU vorgeschriebene Versicherung vorhanden ist, die den Konsumenten im Falle einer Insolvenz schützt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte sich der Urlauber einen sogenannten Sicherungsschein aushändigen lassen.
  • Kein Recht auf Gewährleistung: Bei Geschenken besteht kein Recht auf Gewährleistung. Insofern ist es zweifelhaft, ob der Reiseveranstalter bei Mängeln einstehen muss.
  • Stornokosten: Auch bei gewonnenen Reisen müssen nach erfolgter Buchung Stornokosten bezahlt werden, wenn die Reise nicht angetreten werden kann.
  • Absage der Reise seitens des Veranstalters: Kommt es zu einer Absage der Reise durch den Veranstalter, kann es bei der Rückerstattung bereits geleisteter Zahlungen zu Schwierigkeiten kommen.
  • Schadenersatz: Da die meist ausländischen Reiseveranstalter oftmals nur über Postfachadressen verfügen oder im Ausland geklagt werden müssten, wird es schwierig Schadenersatzforderungen durchzusetzen.

Ich packe meinen Koffer ... lieber nicht! Aus diesen Gründen rät die Arbeiterkammer Niederösterreich dringend davon ab, bei den angeblichen Gratisreisen mitzufahren und rät dazu, dem geschenkten Gaul genau ins Maul zu schauen. "Verschenkte Reisen sind lukrative Einnahmequellen für findige Geschäftemacher. Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen und die Einladung ins Altpapier wandern", so Christa Hörmann abschließend.

Rückfragehinweis: AKNÖ Konsumentenberatung, Christa Hörmann:
0664/8240510

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1252
presse@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001