• 26.06.2006, 17:20:05
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Bartenstein: Nabucco-Pipeline ist das wichtigste Energieprojekt Europas

Regierungsvertreter der beteiligten Länder und EU-Kommission setzten mit gemeinsamer Erklärung politisches Signal zur Unterstützung des Nabucco-Projektes

Wien (BMWA-OTS) - "Mit der heute unterzeichneten gemeinsamen
Erklärung haben die Vertreter der beteiligten Staaten und die
Europäische Kommission ein klares politisches Signal zur
Unterstützung des Nabucco-Projektes gesetzt", sagte Energieminister
und EU-Ratsvorsitzender Martin Bartenstein heute, Montag, nach der
Nabucco-Ministerkonferenz in der Wiener Hofburg.

Die Nabucco-Pipeline sei "das wichtigste Energieprojekt Europas"
so Bartenstein. Dadurch sei es in Zukunft möglich, die Gasversorgung
zu diversifizieren, sowohl im Hinblick auf die Transportrouten als
auch im Hinblick auf die Lieferländer. Die Gaslieferkürzungen Anfang
des Jahres, so Bartenstein weiter, seien ein Weckruf für die
Europäische Union gewesen. Gemeinsam mit der EU-Kommission habe die
österreichische Präsidentschaft die neue Energiepolitik für Europa
erarbeitet und beschlossen. Der politische Startschuss für Nabucco
könne als erster konkreter Schritt dieser neuen Energiepolitik
gesehen werden.

"Die Europäische Kommission begrüßt das Nabucco-Projekt und wird
versuchen, zur Lösung von technischen und wirtschaftlichen Problemen
beim Gastransport in die EU über verschiedene Routen beizutragen.",
sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs.

Auf Einladung von Energieminister Bartenstein sind Rumen Stoyanov
Ovcharov (Energieminister von Bulgarien), György Gilyan
(Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Ungarn), Iuliu Winkler
(Handelsminister von Rumänien), Mehmet Hilmi Güler (Energieminister
der Türkei), Andris Piebalgs (EU-Energiekommissar), Wolfgang Roth
(Vizepräsident der Euopäischen Investitionsbank), William Ramsay
(Vizedirektor der Internationalen Energieagentur), Slavtcho Neykow
(Direktor der Energiegemeinschaft Südosteuropa) und Erhard Busek
(Sonderkoordinator des Stabilitätspakts für Südosteuropa) zur
Konferenz nach Wien gekommen, um das Nabucco Gaspipelineprojekt auf
politischer Ebene voranzutreiben.

Mit der Umsetzung des Projektes werden folgende Ziele erreicht:
- Öffnung eines neuen Korridors für Gaslieferungen aus der
Kaspischen Region und dem Nahen Osten nach Europa,
- Stärkung der Rolle der betroffenen Staaten als Transitregion,
- Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Region und in ganz
Europa
- Diversifizierung der Lieferrouten,
- Stärkung der Drehscheibenfunktion des österreichischen
Leitungsnetzes und des Hub Baumgarten innerhalb des europäischen
Netzes.

"Nabucco" - die Bezeichnung geht auf die durch die Verdi-Oper
bekannt gewordene italienische Namensform des babylonischen Königs
Nebukadnezar zurück und soll die Orientierung des Projekts in den
vorderasiatischen Raum verdeutlichen - ist das Projekt einer
Gaspipeline, die aus dem kaspischen Raum über Türkei, Bulgarien,
Rumänien und Ungarn bis nach Baumgarten in Niederösterreich führen
wird.

Die Pipeline (Durchmesser 56" oder 142,24 cm) wird rund 3.300 km
lang sein. Das Investitionsvolumen wird mit rund 4,6 Milliarden Euro
veranschlagt. Mögliche Lieferländer für das Gas, das durch die
Pipeline fließen soll, sind Aserbaidschan, der Iran, der Irak,
Ägypten und Russland. Im Jahre 2011 soll die in der Pipeline
transportierte jährliche Gasmenge zwischen 8 Milliarden ("base case")
und 13 Milliarden Kubikmeter ("high case") liegen. Im Jahre 2020 soll
diese Menge zwischen 25,5 Milliarden ("base case") und 31 Milliarden
Kubikmetern ("high case") betragen. Etwas mehr als die Hälfte der
erwähnten Mengen soll bis Baumgarten fließen, der verbleibende Teil
wird in den von der Pipeline durchquerten Ländern bleiben.

Das Projektkonsortium unter der Führung der OMV besteht zu je 20
Prozent aus den Energieunternehmen MOL (H), Transgaz (RO), Bulgargaz
(BG), BOTAS (TR) und der OMV (A). Für die Abwicklung des Projektes
wurde die gemeinsame Tochtergesellschaft Nabucco Gas Pipeline
International GmbH gegründet.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: DI Holger Fürst, Tel: (++43-1) 71100-5193
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel: (++43-1) 71100-2058
mailto:[email protected]
http://www.bmwa.gv.at

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