• 26.06.2006, 14:26:45
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AKNÖ/ÖGB-Podiumsdiskussion in Bad Vöslau: "Arbeitsmarktprojekte - eine sinnvolle Alternative?"

Hochkarätige Diskutantenrunde erneuerte Bekenntnis zu NÖ-Beschäftigungsprojekten

Wien (AKNÖ) - Eine hochkarätige Diskutantenrunde mit
AKNÖ-Präsident Josef Staudinger, LR Dr. Petra Bohuslav,
WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl, AMS-NÖ Mag. Karl Fakler und den beiden
Arbeitsmarktexperten des Vereins ARGE SÖB und NÖB, Dr. Ernst Eder und
Hermann Pernersdorfer legte bei einer Podiumsdiskussion Ende
vergangener Woche in Bad Vöslau ein klares Bekenntnis zur
Weiterführung der niederösterreichischen Beschäftigungsprojekte ab.
Unter dem Titel "Arbeitsmarktprojekte - eine sinnvolle Alternative"
wurde über die Reintegration von langzeitarbeitslosen Menschen
gesprochen. In Niederösterreich sind zur Zeit 32.678 Menschen
arbeitslos, davon befinden sich 3.106 Personen bereits über ein Jahr
in der Arbeitslosigkeit, 8.188 sind über ein halbes Jahr ohne
Beschäftigung. Für diese Zielgruppe stehen in Niederösterreich 548
Transitarbeitsplätze in 37 Beschäftigungsprojekten zur Verfügung.
"Die NÖ-Beschäftigungsprojekte haben eine Vermittlungsquote von 60
%", stellte AKNÖ-Chef Staudinger dazu klar. Deshalb halte er
Beschäftigungsprojekte nicht nur für sinnvoll sondern für notwendig.

Alle arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten in Niederösterreich sind auf
den Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung (NAP) zurückzuführen,
der auf Länderebene durch den Territorialen Beschäftigungspakt
verwirklicht wurde. Der TEP wurde in NÖ 1999 unter der Federführung
von AK zwischen Sozialpartnern, Land NÖ und AMS abgeschlossen.
Sämtliche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und auch Ziele sind in
diesem Vertrag koordiniert und finanziert. Die
SpitzenrepräsentantInnen der Sozialpartner und des Landes
Niederösterreich erneuerten im Rahmen der Diskussion ihr Bekenntnis
zur Weiterführung des TEP.

Auch die Präsidentin der Wirtschaftskammer NÖ, Sonja Zwazl zeigte
sich hoch zufrieden mit Transit-Arbeitskräften, regte aber
gleichzeitig eine Lösungsdiskussion zur Verhinderung der
Arbeitslosigkeit an. "Dazu ist bereits die Ausbildung der jungen
Menschen ein wichtiger Faktor", sagte Zwazl. Landesrätin Petra
Bohuslav betonte die soziale und menschliche Komponente: "Für mich
ist es wichtig, dass die Menschen zu einer Perspektive zurückfinden
und den Kopf wieder hoch nehmen können." Deshalb habe jedes Projekt
seine Daseinsberechtigung. In Bezug auf den finanziellen Faktor -
Beschäftigungsprojekte gelten als teure Maßnahme - meinte die
Landesrätin: "Jedes Projekt wird auf seine Effizienz geprüft und
genau auf die Zielgruppen abgestimmt." Der stellvertretende
AMS-Landesgeschäftsführer Mag. Karl Fakler hält
Beschäftigungsprojekte für ein sinnvolles arbeitsmarktpolitisches
Instrument, um Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen. AKNÖ-Experte
Dr. Eder erklärte dazu, dass sich Transitarbeitskräfte laut Studien
aus anderen Bundesländern bereits nach rund einem Jahr amortisierten.
Deshalb seien auch die 35 Millionen Euro, die diese Projekte kosten,
eine gute Investition.

Für den Präsident der AKNÖ, Josef Staudinger, stellen
Arbeitsmarktprojekte wie die "Startbahn" in Kombination mit
Arbeitsmarktstiftungen wie "Job-Konkret" mit einer 90 %igen
Vermittlungsquote eine äußerst wirksame Maßnahme zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit dar. Er lud die DiskussionspartrnerInnen ein,
Maßnahmen wie den Blum-Bonus und den Kombilohn noch einmal zu
überdenken, ob diese Mittel in einer Verbreiterung der bewährten
arbeitsmarktpolitischen Instrumente nicht besser angelegt wären: "Ich
halte diese Maßnahmen zwar ebenfalls für wichtig, sie zeigen aber
nicht den erwünschten Effekt." Zum Abschluss der Diskussion erneuerte
der AKNÖ-Chef die Forderung nach Vollbeschäftigung und einer
Korrektur der derzeitigen Wirtschaftspolitik.

Rückfragehinweis:
Susanne Karner
Tel.: (01) 58883-1505
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at

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