Schrempp: Europa kann Herausforderungen nur in Partnerschaft mit den USA bewältigen

Innsbruck (OTS) - Vortrag des Chairman der United Global Academy
und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der DaimlerChrysler AG, Jürgen Schrempp, Donnerstagabend auf Einladung der Wirtschaftskammer Tirol in Innsbruck

Nur in einer erneuerten transatlantischen Partnerschaft mit Amerika könne Europa die Herausforderungen der Globalisierung in politischer und wirtschaftlicher Sicht bewältigen. Das sagte der frühere Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler AG, Prof. Jürgen E. Schrempp, Donnerstagabend bei einem Vortrag in der Innsbrucker Villa Blanka auf Einladung der Wirtschaftskammer Tirol. Ein wesentlicher Punkt dieser Partnerschaft sei die Zusammenarbeit in Forschung und Ausbildung, wie sie auch die United Global Academy vorlebe.

Eingangs lobte Schrempp Österreichs EU-Präsidentschaft. Österreich habe diese als Dienstleistung an der Gemeinschaft und nicht als Selbstdarstellungsbühne genutzt. Einige Weichen habe die österreichische Präsidentschaft in die richtige Richtung gestellt. Dank der österreichischen Präsidentschaft liege nun ein endgültiger Beschluss zur Finanzplanung der EU bis 2013 vor. Auch die entgleiste Diskussion um die EU-Verfassung befinde sich wieder auf der richtigen Spur.

Mit Einschränkungen streute Schrempp auch der deutschen Koalitionsregierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel Rosen. Deren Regierung habe es bisher gut verstanden, Aufbruchstimmung zu erzeugen. Gemäß der Tatsache, dass 50 Prozent der Wirtschaft aus Psychologie bestünden, mache sich diese Aufbruchstimmung in der deutschen Wirtschaft stark bemerkbar. Allerdings werde bereits wieder Ungeduld und Kritik an den Reformen laut. Diese seien aber dringend nötig, meinte Schrempp.

"In Deutschland muss wieder Dampf in den Kessel", sagte der internationale Top-Manager und Chairman der United Global Academy, denn ein wirtschaftlich und politisch schwaches Deutschland würde Europa im Kern treffen. Und ein starkes Europa sei erforderlich, wenn es sich im Prozess der Globalisierung durchsetzen wolle.

Zentraler Punkt ist die Wertegemeinschaft

Schrempp, der mit der DaimlerChrysler AG einen weltumspannenden Konzern geschaffen hat, erklärte, der rasante Aufstieg Chinas und Indiens sowie Asiens insgesamt würden die Welt in einem atemberaubenden Tempo verändern. Vor diesem Hintergrund werde auch ein starkes Europa seinen Status nur dann dauerhaft halten können, wenn es Partnerschaften pflege. Da es hier vor allem auf eine Wertegemeinschaft ankomme, könne diese Partnerschaft nur eine transatlantische mit Amerika sein. Diese Wertegemeinschaft werde in Zukunft auch entscheidend von der Jugend geprägt. Das beim USA/EU-Gipfel in Wien beschlossene Abkommen über die transatlantische Zusammenarbeit im Bereich der Hochschul- und Berufsbildung bildet für diese Partnerschaft eine wesentliche Grundlage. Auch als Chairman der United Global Academy begrüße er diese Initiative ausdrücklich, betonte Schrempp.

Auch wenn alles nach China blicke habe Amerika in den vergangenen acht Jahren in den Niederlanden mehr als doppelt so viel investiert, wie in China. Die Europäer ihrerseits hätten im gleichen Zeitraum alleine in Texas deutlich mehr investiert, als in Japan. Europa vereinige 75 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in den USA auf sich. Die USA wiederum würden in Osteuropa 60 Prozent mehr, als in China investieren.

Gemeinsame Sicherheits- und Wirtschaftspolitik nötig

Es seien aber nicht nur die ökonomischen Erfordernisse, die eine Erneuerung der transatlantischen Partnerschaft notwendig machten. Es gehe auch um die Verzahnung der ökonomischen mit den sicherheitspolitischen Interessen. Hier könne Europa weltweit nur in einer Partnerschaft mit den USA eine Rolle spielen. Die USA würden ihrerseits stärkere Beiträge Europas zur sicherheitspolitischen Verantwortung einfordern. Wie der EU/USA-Gipfel in Wien gezeigt habe, seien sich beide Seiten dieser Notwendigkeit aber bewusst.

Weitere Informationen: www.uniglobacad.com

Die United Global Academy

Die United Global Academy (UGA) mit Sitz in Wien versteht sich als globale Plattform für den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur.

Gegründet wurde die UGA im Jahr 2005 von der DaimlerChrysler AG, der OIER - Organisation für Internationale Wirtschaftsbeziehungen und den Universitäten Stellenbosch/Südafrika und der Karl-Franzens-Universität Graz/Österreich. Mitglieder der UGA sind inzwischen Perm/Russland, Hohenheim-Stuttgart/Deutschland, Seoul/Korea, Pará/Brasilien, Peking/China und Buenos Aires/Argentinien. Weitere Universitäten aus Ländern der EU, den USA, Japan, Indien, Kanada, Südosteuropa und dem Mittleren Osten werden folgen. Vor allem aber kooperiert die United Global Academy mit global tätigen Wirtschaftskonzernen sowie internationalen Organisationen wie UN, EU und Weltbank.

Als weltweit tätige interuniversitäre Organisation beschäftigt sich die UGA mit globalem Wissensaustausch und Themen, wie Zukunftsfähigkeit, interkulturellem Austausch, Mobilität, Innovation, Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung. Die UGA vernetzt das kreative und fachliche Potential ihrer Mitgliedseinrichtungen und ist daher logischer Partner und Berater international tätiger Unternehmen, Regierungsstellen und Institutionen. Die UGA versteht sich als projektorientiertes globales Netzwerk mit starker regionaler Verantwortung.

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretär a.D. Prof. Matthias Kleinert
Vorstand der United Global Academy
+49 / 160 / 86 32 777

Mag. Michaela Cesar
Unit Manager PR
RADIX pu.re
Radix Marketingberatungs & Trainings GmbH
Mobil: +43 (0) 699 104 595 32
Tel.: +43 (1) 929 12 68
Fax: +43 (1) 929 12 69
m.cesar@rdx.at
web: www.radix-partners.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0019