NFZ: Orange Absetzbewegungen - UNO-Posten für Scheibner?

Barnet als "Militär-Seipel" ins Heeresgeschichtliche Museum?

Wien (OTS) - In ihrer morgen erscheinenden Ausgabe beschäftigt
sich die Neue Freie Zeitung mit den Zukunftsplänen prominenter oranger Würdenträger. Wir stellen der geneigten Leserschaft den Artikel bereits heute zur allfälligen Verwendung zur Verfügung.

Orange Absetzbewegungen

Wie das Schicksal so spielt: Kaum ist Peter Westenthaler zur Oberorange gekürt, bröckelt ihm sein Bündnis, das sich ohnehin nie durch Stabilität auszeichnete, auch schon weg. Denn ein Großteil der Orangenprominenz sucht bereits fieberhaft nach Möglichkeiten, sich aus der Politik abzusetzen.

Daß Klubobmann Herbert Scheibner mit der Kür Westenthalers nie sehr glücklich war, ist kein Geheimnis. Ein paar Monate als Vizekanzler hätten ihm nämlich sehr gut in den Lebenslauf gepaßt. Aus dem Wahlkampf wird sich Scheibner deshalb nach Möglichkeit heraushalten, stattdessen bastelt er lieber an seiner Karriere. Wie man vernimmt, liebäugelt er mit einem gutdotierten Posten in der UNO, den ihm seine ÖVP-Seilschaften verschaffen sollen. Es soll schließlich nicht unbelohnt bleiben, daß Scheibner die Befehle von Wolfgang Schüssel und Willi Molterer stets buchstabengetreu, termingerecht und widerspruchslos exekutiert hat. Bei der UNO könnte er sich auch seine beiden Haupttalente, nämlich Reisen und Händeschütteln, zunutze machen.

Wenn der Meister geht, hält es auch den Knecht nicht lange im Haus. Deshalb bemüht sich Günter Barnet, seines Zeichens glückloser Klubdirektor und Scheibner-Intimus, mit Leibeskräften um die Position des Direktors des Heeresgeschichtlichen Museums. Eine gewisse Erfahrung brächte er ja mit, denn sein Büro im Parlament hat er bereits in eine Art Militärmuseum umgewandelt, auf seinem Schreibtisch befindet sich beispielsweise eine beeindruckende Flotte von Plastik-Kampfjets. Allerdings, so hört man, sollen die Mitarbeiter des Heeresgeschichtlichen Museums und auch die Bundesheerführung selbst wenig Freude beim Gedanken an einen "Militär-Seipel" Barnet haben. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen.

Auch in den Ministerien glaubt man nicht an eine unbeschwerte orange Zukunft. Denn Hubert Gorbachs Kabinettschef Rüdiger Schender bewirbt sich ebenfalls um einen Direktorenposten. Allerdings um einen der besonderen Art: Er möchte in Innsbruck Gefängnisdirektor werden. Sollte dies Wirklichkeit werden und er diesen Posten mit der gleichen Effektivität versehen wie seinen Posten als Kabinettschef, darf man sich allerdings auf eine Ausbruchswelle gefaßt machen. Dem Vernehmen nach soll sich Schender im Fall des Falles auch mit einer leitenden Position beim Brenner-Basistunnel zufriedengeben. Loch bleibt schließlich Loch...

Heißt es beim BZÖ also bald "Peter allein zu Haus"? Nein. Denn neben seinem Reden- und Pressedienstschreiber, der nicht grundlos den Spitznamen "Unlucky Luke" trägt, bleibt ihm immer noch der bekannte Sympathieträger Uwe Scheuch. Vorausgesetzt, dieser ist nicht wieder mit diversen ungarischen Autotransaktionen beschäftigt...

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