• 21.06.2006, 11:33:09
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NFZ: Orange Absetzbewegungen - UNO-Posten für Scheibner?

Barnet als "Militär-Seipel" ins Heeresgeschichtliche Museum?

Wien (OTS) - In ihrer morgen erscheinenden Ausgabe beschäftigt
sich die Neue Freie Zeitung mit den Zukunftsplänen prominenter
oranger Würdenträger. Wir stellen der geneigten Leserschaft den
Artikel bereits heute zur allfälligen Verwendung zur Verfügung.

Orange Absetzbewegungen

Wie das Schicksal so spielt: Kaum ist Peter Westenthaler zur
Oberorange gekürt, bröckelt ihm sein Bündnis, das sich ohnehin nie
durch Stabilität auszeichnete, auch schon weg. Denn ein Großteil der
Orangenprominenz sucht bereits fieberhaft nach Möglichkeiten, sich
aus der Politik abzusetzen.

Daß Klubobmann Herbert Scheibner mit der Kür Westenthalers nie sehr
glücklich war, ist kein Geheimnis. Ein paar Monate als Vizekanzler
hätten ihm nämlich sehr gut in den Lebenslauf gepaßt. Aus dem
Wahlkampf wird sich Scheibner deshalb nach Möglichkeit heraushalten,
stattdessen bastelt er lieber an seiner Karriere. Wie man vernimmt,
liebäugelt er mit einem gutdotierten Posten in der UNO, den ihm seine
ÖVP-Seilschaften verschaffen sollen. Es soll schließlich nicht
unbelohnt bleiben, daß Scheibner die Befehle von Wolfgang Schüssel
und Willi Molterer stets buchstabengetreu, termingerecht und
widerspruchslos exekutiert hat. Bei der UNO könnte er sich auch seine
beiden Haupttalente, nämlich Reisen und Händeschütteln, zunutze
machen.

Wenn der Meister geht, hält es auch den Knecht nicht lange im Haus.
Deshalb bemüht sich Günter Barnet, seines Zeichens glückloser
Klubdirektor und Scheibner-Intimus, mit Leibeskräften um die Position
des Direktors des Heeresgeschichtlichen Museums. Eine gewisse
Erfahrung brächte er ja mit, denn sein Büro im Parlament hat er
bereits in eine Art Militärmuseum umgewandelt, auf seinem
Schreibtisch befindet sich beispielsweise eine beeindruckende Flotte
von Plastik-Kampfjets. Allerdings, so hört man, sollen die
Mitarbeiter des Heeresgeschichtlichen Museums und auch die
Bundesheerführung selbst wenig Freude beim Gedanken an einen
"Militär-Seipel" Barnet haben. Das letzte Wort ist also noch nicht
gesprochen.

Auch in den Ministerien glaubt man nicht an eine unbeschwerte orange
Zukunft. Denn Hubert Gorbachs Kabinettschef Rüdiger Schender bewirbt
sich ebenfalls um einen Direktorenposten. Allerdings um einen der
besonderen Art: Er möchte in Innsbruck Gefängnisdirektor werden.
Sollte dies Wirklichkeit werden und er diesen Posten mit der gleichen
Effektivität versehen wie seinen Posten als Kabinettschef, darf man
sich allerdings auf eine Ausbruchswelle gefaßt machen. Dem Vernehmen
nach soll sich Schender im Fall des Falles auch mit einer leitenden
Position beim Brenner-Basistunnel zufriedengeben. Loch bleibt
schließlich Loch...

Heißt es beim BZÖ also bald "Peter allein zu Haus"? Nein. Denn neben
seinem Reden- und Pressedienstschreiber, der nicht grundlos den
Spitznamen "Unlucky Luke" trägt, bleibt ihm immer noch der bekannte
Sympathieträger Uwe Scheuch. Vorausgesetzt, dieser ist nicht wieder
mit diversen ungarischen Autotransaktionen beschäftigt...

Rückfragehinweis:
Neue Freie Zeitung

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