• 20.06.2006, 11:37:24
  • /
  • OTS0131 OTW0131

WSTW-Expertenforum: Modernes Management ist mehr als Ökonomie

Nachhaltiges Wirtschaften - Verantwortung und Chance für Unternehmen

Wien (OTS) - Modernes Management geht weit über die bloße
ökonomische Ebene hinaus. Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des
Wiener Stadtwerke-Expertenforums am 19. Juni im MuseumsQuartier Wien
bezeichnete Wiener Stadtwerke Finanzvorstand Martin Krajcsir es als
unumgänglich, dass neben ökonomischen Zielen auch soziale und
ökologische Ziele ein konkreter Bestandteil der Unternehmensstrategie
sein müssen: "Die Wiener Stadtwerke befinden sich in einem
liberalisierten Markt und müssen marktwirtschaftlich agieren. Aus
diesem Blickwinkel sind Finanzkennzahlen von besonderer Bedeutung.
Aufgrund ihrer Verantwortung für die wesentlichen
Infrastrukturleistungen in der Stadt Wien spielen bei den Wiener
Stadtwerken auch andere Ziele eine große Rolle in der
Unternehmenssteuerung. Dazu zählen der Klimaschutz, die Forcierung
erneuerbarer Energien, eine gute Zugänglichkeit für weniger mobile
Personen zum öffentlichen Verkehr sowie der Erhalt und die Schaffung
von Arbeitsplätzen", so Krajcsir.

Vizebürgermeister Sepp Rieder verwies bei dem dem Expertenforum
vorangegangenen Nachhaltigkeits-Symposium auf die Vorreiterrolle der
Wiener Stadtwerke im Bereich der Nachhaltigkeit: "Erstmalig macht
sich ein städtisches Infrastrukturunternehmen in Österreich auf den
Weg, einen Konzernbericht zum Thema Nachhaltigkeit zu erstellen." Für
ihn ist Daseinsvorsorge gelebte Nachhaltigkeit: "Die Wienerinnen und
Wiener wollen wissen, welche Leistungen sie für ihr Geld bekommen.
Und damit ist nicht nur gemeint, wie pünktlich die Wiener Linien
fahren oder wie günstig Fernwärme und Gas sind, sondern sie wollen
auch gleichzeitig sicher gehen, dass diese Leistungen nicht mit zum
Beispiel schlechten Arbeitsbedingungen oder unvertretbaren Eingriffen
in die Umwelt verbunden sind."

Für Wiener Stadtwerke Generaldirektor Felix Joklik ist der für 2008
zur Veröffentlichung geplante Nachhaltigkeitsbericht die logische
Konsequenz eines konzernweiten Nachhaltigkeitsprozesses: "Die Wiener
Stadtwerke wirtschaften schon heute weitgehend nachhaltig. Sie sind
Vorreiter im Personalmanagement und legen einen besonderen Wert auf
Personalentwicklung, Lehrlingsausbildung und Chancengleichheit von
Frauen und Männern. Die einzelnen Unternehmen sind bekannt und
geachtet für ihren verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt,
Mitmenschen und Gesellschaft." Wie gut dieses Engagement für die
Stadt Wien ist, zeigt die internationale Mercer-Studie zu den Städten
mit der höchsten Lebensqualität - Wien misst sich im Spitzenfeld mit
Zürich, Vancouver und Genf.

Beim Wiener Stadtwerke-Expertenforum berichtete Michael Geßner von
den Stadtwerken Düsseldorf über seine Erfahrungen mit der Erstellung
eines Nachhaltigkeitsberichts: "Ein Geschäftsbericht ist ökonomisch
orientiert. Der Nachhaltigkeitsbericht hingegen präsentiert die
gesamten Leistungen des Konzerns aus soziologischer, ökologischer und
ökonomischer Sicht." Entscheidend für Geßner ist, nach welchen
Anforderungen ein Nachhaltigkeitsbericht erstellt wird. Er verwies
hier auf die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI).

Der Nachhaltigkeitsexperte Thomas Loew sieht unterschiedliche
Interpretationen des Begriffes CSR (Corporate Social Responsibility):
"Das reicht von der Verantwortung in der Zulieferkette über eine -
vor allem im US-amerikanischen Raum - verbreitete Gleichsetzung mit
Sponsoring bis hin zu freiwilligen Beiträgen zu ökologischer und
sozialer Nachhaltigkeit." Loew sieht in der Theorie einen Unterschied
zwischen Nachhaltigkeit und CSR. In der Praxis verschwimmen diese
Grenzen. Wichtig sei, "das grundlegende Verständnis immer wieder neu
zu klären", so Loew. Die Motivation von Unternehmen, nachhaltig zu
wirtschaften, ist abhängig vom Eigentümer, der Geschäftsleitung und
der Unternehmenskultur. "Wesentlich ist auch der Risikoaspekt einer
Branche", erklärt Loew. Nachhaltig aktiv sind vor allem die Chemie-
und Automobil-Branche. "Diese Branchen haben gelernt, sich mit ihren
Kritikern auseinanderzusetzen", so Loew. "Letztendlich muss sich
Nachhaltigkeit rechnen. Wenn Unternehmen an ihren nachhaltigen
Aktivitäten zugrunde gehen, ist dieses Thema tot", meint der
Nachhaltigkeitsexperte.

Wolfgang Zengerling, bei Henkel zuständig für die
Nachhaltigkeits-Kommunikation, sieht eine wesentliche Voraussetzung
für den Erfolg nachhaltigen Wirtschaftens: "Es kommt auf die Leute an
der Spitze eines Unternehmens an. Das macht es dann auch für das
mittlere Management leichter, diese Dinge umzusetzen", so Zengerling.
"Kommunikation muss aus dem regelmäßigen Gespräch wachsen", ist
Nachhaltigkeits-Kommunikator Zengerling überzeugt. "Kommt es zu einer
Krise, kann man aus dem zuvor aufgebauten Vertrauen profitieren."

Die Wiener Umweltanwältin Andrea Schnattinger warnt vor einem
falschen Verständnis von Nachhaltigkeitsberichten. Diese sollen nicht
der Gefahrenabwehr dienen. Wichtig seien ein starkes Commitment zur
Nachhaltigkeit und der Fokus darauf, was langfristig das Beste ist.
"Das können Betriebe von Kommunen lernen", so Schnattinger.

Für Wiener Stadtwerke Finanzvorstand Martin Krajcsir hat
Nachhaltigkeit im Wiener Stadtwerke-Konzern eine jahrzehntelange
Tradition. Jüngste Beispiele in dieser sind der Einsatz erneuerbarer
Energieträger, flüssiggasbetriebene Busse oder
Niederflurstraßenbahnen für den öffentlichen Personennahverkehr.
Diese Leistungen soll man in einem Nachhaltigkeitsbericht
kommunizieren. Für Unternehmen ergibt sich damit auch die Chance,
"weitere Ziele für eine lebenswerte Zukunft zu setzen", so Krajcsir.

Rückfragehinweis:

Wiener Stadtwerke Holding AG
   Konzernkommunikation
   Mag. Robert Hierhold
   Tel.: (01) 53123-73973
   Mobil: 0664/623 1073
   Fax: (01) 53123-73998
   E-Mail: [email protected]
   http://www.wienerstadtwerke.at
   Virtuelle Pressestelle: http://www.vipress.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WSP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel