WSTW-Expertenforum: Modernes Management ist mehr als Ökonomie

Nachhaltiges Wirtschaften - Verantwortung und Chance für Unternehmen

Wien (OTS) - Modernes Management geht weit über die bloße ökonomische Ebene hinaus. Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Wiener Stadtwerke-Expertenforums am 19. Juni im MuseumsQuartier Wien bezeichnete Wiener Stadtwerke Finanzvorstand Martin Krajcsir es als unumgänglich, dass neben ökonomischen Zielen auch soziale und ökologische Ziele ein konkreter Bestandteil der Unternehmensstrategie sein müssen: "Die Wiener Stadtwerke befinden sich in einem liberalisierten Markt und müssen marktwirtschaftlich agieren. Aus diesem Blickwinkel sind Finanzkennzahlen von besonderer Bedeutung. Aufgrund ihrer Verantwortung für die wesentlichen Infrastrukturleistungen in der Stadt Wien spielen bei den Wiener Stadtwerken auch andere Ziele eine große Rolle in der Unternehmenssteuerung. Dazu zählen der Klimaschutz, die Forcierung erneuerbarer Energien, eine gute Zugänglichkeit für weniger mobile Personen zum öffentlichen Verkehr sowie der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen", so Krajcsir.

Vizebürgermeister Sepp Rieder verwies bei dem dem Expertenforum vorangegangenen Nachhaltigkeits-Symposium auf die Vorreiterrolle der Wiener Stadtwerke im Bereich der Nachhaltigkeit: "Erstmalig macht sich ein städtisches Infrastrukturunternehmen in Österreich auf den Weg, einen Konzernbericht zum Thema Nachhaltigkeit zu erstellen." Für ihn ist Daseinsvorsorge gelebte Nachhaltigkeit: "Die Wienerinnen und Wiener wollen wissen, welche Leistungen sie für ihr Geld bekommen. Und damit ist nicht nur gemeint, wie pünktlich die Wiener Linien fahren oder wie günstig Fernwärme und Gas sind, sondern sie wollen auch gleichzeitig sicher gehen, dass diese Leistungen nicht mit zum Beispiel schlechten Arbeitsbedingungen oder unvertretbaren Eingriffen in die Umwelt verbunden sind."

Für Wiener Stadtwerke Generaldirektor Felix Joklik ist der für 2008 zur Veröffentlichung geplante Nachhaltigkeitsbericht die logische Konsequenz eines konzernweiten Nachhaltigkeitsprozesses: "Die Wiener Stadtwerke wirtschaften schon heute weitgehend nachhaltig. Sie sind Vorreiter im Personalmanagement und legen einen besonderen Wert auf Personalentwicklung, Lehrlingsausbildung und Chancengleichheit von Frauen und Männern. Die einzelnen Unternehmen sind bekannt und geachtet für ihren verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt, Mitmenschen und Gesellschaft." Wie gut dieses Engagement für die Stadt Wien ist, zeigt die internationale Mercer-Studie zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität - Wien misst sich im Spitzenfeld mit Zürich, Vancouver und Genf.

Beim Wiener Stadtwerke-Expertenforum berichtete Michael Geßner von den Stadtwerken Düsseldorf über seine Erfahrungen mit der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts: "Ein Geschäftsbericht ist ökonomisch orientiert. Der Nachhaltigkeitsbericht hingegen präsentiert die gesamten Leistungen des Konzerns aus soziologischer, ökologischer und ökonomischer Sicht." Entscheidend für Geßner ist, nach welchen Anforderungen ein Nachhaltigkeitsbericht erstellt wird. Er verwies hier auf die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI).

Der Nachhaltigkeitsexperte Thomas Loew sieht unterschiedliche Interpretationen des Begriffes CSR (Corporate Social Responsibility):
"Das reicht von der Verantwortung in der Zulieferkette über eine -vor allem im US-amerikanischen Raum - verbreitete Gleichsetzung mit Sponsoring bis hin zu freiwilligen Beiträgen zu ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit." Loew sieht in der Theorie einen Unterschied zwischen Nachhaltigkeit und CSR. In der Praxis verschwimmen diese Grenzen. Wichtig sei, "das grundlegende Verständnis immer wieder neu zu klären", so Loew. Die Motivation von Unternehmen, nachhaltig zu wirtschaften, ist abhängig vom Eigentümer, der Geschäftsleitung und der Unternehmenskultur. "Wesentlich ist auch der Risikoaspekt einer Branche", erklärt Loew. Nachhaltig aktiv sind vor allem die Chemie-und Automobil-Branche. "Diese Branchen haben gelernt, sich mit ihren Kritikern auseinanderzusetzen", so Loew. "Letztendlich muss sich Nachhaltigkeit rechnen. Wenn Unternehmen an ihren nachhaltigen Aktivitäten zugrunde gehen, ist dieses Thema tot", meint der Nachhaltigkeitsexperte.

Wolfgang Zengerling, bei Henkel zuständig für die Nachhaltigkeits-Kommunikation, sieht eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg nachhaltigen Wirtschaftens: "Es kommt auf die Leute an der Spitze eines Unternehmens an. Das macht es dann auch für das mittlere Management leichter, diese Dinge umzusetzen", so Zengerling. "Kommunikation muss aus dem regelmäßigen Gespräch wachsen", ist Nachhaltigkeits-Kommunikator Zengerling überzeugt. "Kommt es zu einer Krise, kann man aus dem zuvor aufgebauten Vertrauen profitieren."

Die Wiener Umweltanwältin Andrea Schnattinger warnt vor einem falschen Verständnis von Nachhaltigkeitsberichten. Diese sollen nicht der Gefahrenabwehr dienen. Wichtig seien ein starkes Commitment zur Nachhaltigkeit und der Fokus darauf, was langfristig das Beste ist. "Das können Betriebe von Kommunen lernen", so Schnattinger.

Für Wiener Stadtwerke Finanzvorstand Martin Krajcsir hat Nachhaltigkeit im Wiener Stadtwerke-Konzern eine jahrzehntelange Tradition. Jüngste Beispiele in dieser sind der Einsatz erneuerbarer Energieträger, flüssiggasbetriebene Busse oder Niederflurstraßenbahnen für den öffentlichen Personennahverkehr. Diese Leistungen soll man in einem Nachhaltigkeitsbericht kommunizieren. Für Unternehmen ergibt sich damit auch die Chance, "weitere Ziele für eine lebenswerte Zukunft zu setzen", so Krajcsir.

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