- 18.06.2006, 13:56:25
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Kukacka: Kritik an der Revision des EU-Weißbuches, Straße und Schiene gleichzustellen
Verkehrspolitischer Vorrang für ökologische Verkehrsträger muss bleiben
Wien (OTS) - Kritisch äußerte sich heute Verkehrsstaatssekretär
Mag. Helmut Kukacka zur beabsichtigten Revision des
Verkehrs-Weißbuches der EU. In dieser ist nämlich vorgesehen, dass in
Zukunft die Verlagerung auf die Schiene nicht mehr Priorität haben
soll, sondern alle Verkehrsträger in gleicher Weise gefördert werden.
"Die Schlussfolgerungen aus dem Weisbuch werden von uns sehr kritisch
hinterfragt und ernsthaft diskutiert werden. Für uns ist die
Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene und die
Wasserstraße nach wie vor eines der wichtigsten Ziele der
Verkehrspolitik und das muss auch so bleiben", betonte der
Staatssekretär.
Umweltfreundliche Verkehrsträger, wie Schiene und Schiff verfügen
über ein enormes ungenütztes Potential, das auch in Zukunft deshalb
entsprechend gefördert werden muss. "Wir werden nicht tatenlos
akzeptieren, dass sich der Modalsplit weiter ständig zugunsten der
Straße verschiebt, sondern Österreich wird sich aufgrund seiner
spezifischen topographischen Situation (Alpenquerender
Nord-Südverkehr) dagegen stemmen", so Kukacka. Zum einen stoßen der
Ausbau der Straßen im alpenquerenden Transit auf ökologische Grenzen
und die damit verbundenen Lärm- und Emissionsentwicklung auf den
Widerstand der Bevölkerung. Zum anderen ist im europäischen
Ost-West-Verkehr durch die EU-Osterweiterung auch hier eine Zunahme
neuer Verkehre zu erwarten und diese Verkehre sind weiträumig auf die
Schiene und auch auf die Donau zu verlagern.
"Deshalb ist mir auch der Infrastrukturausbau der gesamten
Ost-West-Donauachse inkl. des Rhein-Main Donaukanals ein wichtiges
gesamtverkehrspolitisches Anliegen", sagt Kukacka. "Es freut uns
daher sehr, dass die Kommission beabsichtigt den
grenzüberschreitenden Ausbau an der Donau mit bis zu 30% zu fördern,
wie Vizepräsident Barrot jüngst auf dem letzten Verkehrsministerrat
berichtet hat. Die Verkehrsverlagerung ist Ziel der Verkehrspolitik.
Ein ausgewogener Modalsplit bei allen Verkehrsträgern muss angestrebt
werden und wir vertreten nach wie vor die konsequente Position, dass
die europäische Politik auch weiterhin die finanziellen Mittel für
die in Österreich definierten Projekte des Nord-Süd-Schienentransits
und den Ausbau der Donau als Verkehrsweg sicher stellen muss",
schloss Kukacka.
Rückfragehinweis:
Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Walter Gröblinger
Pressesprecher
Tel.: +43 (01) 711 62/8803
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