Generalüberholung für Helmi

Jänner bis März 2006: Dramatischer Anstieg der am Schutzweg verletzten Kinder - Helmi besticht durch ein neues Outfit und mehr Themenkompetenz - Neue Homepage setzt auf Infotainment

Wien (OTS) - Seit 26 Jahren ist Helmi ohne Unterbrechung jeden Samstag im ORF Fernsehen im Dienst. Er hat sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, Kinder zur Vorsicht und Wachsamkeit im Straßenverkehr aufzurufen.
In der Lebensphase von Helmi hat sich viel getan: Starben 1980 noch 129 Kinder bis 14 Jahre auf Österreichs Straßen, so waren es im vergangenen Jahr 25, was einem Rückgang von 81 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Unfälle und der Verletzten liegt weit unter den Werten des Jahres 1980: 2005 gab es 3.273 Unfälle mit Kindern (1980:
5.673; Rückgang um 42 %), die Zahl der Verletzten verringerte sich um 39 Prozent (2005: 3.651; 1980: 5.963). "Die Verkehrssicherheitsarbeit der letzten Jahre trägt also Früchte. Dennoch dürfen wir uns nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Den historischen Tiefstand hatten wir 2004 mit 22 getöteten Kindern, 2005 ist die Zahl wieder auf 25 angestiegen - hoffentlich keine negative Trendumkehr", hofft Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Jänner bis März 2006: Schutzweg weiterhin Sorgenkind

Im ersten Quartal 2006 sind bisher drei Kinder tödlich verunglückt, ebenso viele wie 2005. Erfreulicherweise ist ein starker Rückgang bei den verletzten Kindern festzustellen: Waren es von Jänner bis einschließlich März 2005 noch 680, sind es im Vergleichszeitraum 2005 nur noch 575, was einem Rückgang von rund 15 Prozent entspricht. Dennoch kein Grund zur Freude, denn die Zahl der am Schutzweg als Fußgänger verunglückten Kinder ist dramatisch von 47 (2005) auf 73 (2006) gestiegen (+ 55 %). "Der Schutzweg war schon 2005 unser Sorgenkind. Auch die ersten Zahlen für 2006 versprechen keine Besserung. Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben", sagt Thann. Das KfV appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern, ihre Vorbildfunktion im Straßenverkehr wahrzunehmen. Aber auch die Kinder können ihren Teil zu dieser beitragen, indem sie durch Reflektoren ihre eigene Sichtbarkeit erhöhen oder das korrekte Verhalten am Zebrasteifen besonders intensiv trainieren - so wie sie es etwa bei Helmi gelernt haben.

Helmi leistet einen wertvollen Beitrag zur Verkehrserziehung

Helmi ist ein Beispiel für eine ausgezeichnete Verkehrssicherheitsmaßnahme, und das im wahrsten Sinne des Wortes:
1999 wurde die damalige Helmi-Homepage als einziger österreichischer Preisträger unter namhaften Konkurrenzbeiträgen auf der internationalen Automobilausstellung mit einem Bronze-Ottocar ausgezeichnet. "An diesen Erfolg wollen wir wieder anknüpfen. Helmi ist die einzige Kindersicherheitsfigur in Europa, die wegen ihrer Kontinuität mehrere Generationen in der Verkehrserziehung begleitet hat", erläutert Thann die Bedeutung des Sicherheitsexperten.

Der neue Helmi: vom Verkehrssicherheitsexperten zum Sicherheitsexperten schlechthin

Helmi, die bekannteste Sicherheitsfigur Österreichs, erstrahlt ab sofort in neuem Glanz: 25 Jahre war die Originalpuppe aus dem Jahr 1980 in Verwendung. Nach einem Vierteljahrhundert war es Zeit für ein "Facelifting". Dieses basiert auf den Ergebnissen einer vom KfV im August 2005 in Auftrag gegebenen Marktforschung, die Helmi ein grundsätzlich sehr positives Zeugnis ausstellt (Eltern fühlen sich durch Helmi in der Verkehrserziehung unterstützt; die Kinder kennen Helmi, sie schätzen die Marionette, wollen keinen Zeichentrickfilm), aber auch leichte Modernisierungen fordert (Helmi wirkt zu unproportional und steif, interaktive Elemente sind zu verstärken). Das Resultat der Anti-Aging-Behandlung kann sich sehen lassen: Helmi hat ein bisschen abgespeckt, um nun sportlich-dynamisch voll durchzustarten. Sein neuer Helm, unter dem nun kecke Stirnfransen hervorspitzen, ist noch immer rot-weiß-rot, hat jedoch ein modischeres Design und eine abnehmbare Helmkamera.
Auch eine inhaltliche Neupositionierung wird angestrebt: Seit 1980 ist Helmi vor allem in Sachen Verkehrssicherheit aktiv gewesen. Zukünftig wird Helmi zum Botschafter in allen Fragen der Sicherheit. Sowohl in der Sendung als auch auf seiner Homepage wird der Sicherheitsexperte Tipps zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr, im Haushalt, beim Spielen und beim Sport geben - wobei die Verkehrssicherheit weiter im Zentrum stehen wird. "Unser Ziel war es, Helmi sanft zu modernisieren, um den Wiedererkennungswert der Marke nicht zu gefährden. Die Kinder sollen Helmi weiterhin als ihren Freund und Ratgeber in allen Sicherheitsfragen erleben, aber weniger oberlehrerhaft", erläutert Thann die inhaltlichen Ziele.

Helmis Homepage www.helmi.at setzt in neuem Look auf Infotainment

Nicht nur die Helmi-Puppe, sondern auch die Website www.helmi.at kommt ab sofort in neuem Gewand daher. Konzipiert und umgesetzt von mmc Kommunikationstechnologie, Mödling, in Zusammenarbeit mit einem Kinderpsychologen lässt die neue Homepage Kinderherzen höher schlagen. Auf der Helmi-Homepage können Kinder das in der Sendung Gesehene vertiefen und ihr Wissen erweitern. Sie üben hier auf spielerische Weise Risikoeinschätzung und korrektes Verhalten. Um die richtige Balance zwischen Unterhaltung und Lernen zu finden, kommt der Spaßfaktor zu keiner Zeit zu kurz. In farbenfrohem Design finden sich hier Spiele, die unterschiedliche Fähigkeiten der Kinder trainieren (z.B. Raumlage-Gedächtnis, visuelle Differenzierung, Kurzzeitgedächtnis). Jede Woche gibt es neue knifflige Quizfragen, passend zum Thema der aktuellen Sendung, die natürlich auch online zur Verfügung steht. Wer alle Fragen beantwortet hat, wird mit einem Bonusgame belohnt. Für Wissbegierige gibt es außerdem Tipps zu einem brandaktuellen Thema. Auch Informationen zu den Stars der Sendung, Helmi und Sokrates, fehlen natürlich nicht.
Ergänzt wird die für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren entwicklete Homepage durch einen separaten Bereich "Elterninfo". Hier finden Erwachsene sowohl pädagogische Tipps, wie Unfallprävention am besten an Kinder zu vermitteln ist, als auch zahlreiche Sicherheitstipps aus allen Bereichen (Verkehr, Heim und Haushalt, Freizeit, Sport, Feuer). "Eltern sollen diese Tipps nicht nur ihren Kindern vermitteln, sondern sich auch selbst wieder bewusst machen, wie richtiges Sicherheitsverhalten aussieht. Kinder sind Nachahmer und damit ein Spiegel des Umfeldes, in dem sie groß werden. Viele Erwachsene unterschätzen ihre Bedeutung für die Entwicklung der Kinder. Ein gutes Beispiel sein ist mit das Beste, was man für ein sicheres Großwerden tun kann", erinnert Thann alle Eltern an ihre Vorbildfunktion.

ORF: Helmi erfüllt Bildungsauftrag bei den Jüngsten

Edgar Böhm, ORF-Unterhaltungschef: "Helmi ist in seinen 26 Jahren zu einer unverzichtbaren Trademark des ORF und des KfV geworden. Im vergangenen Vierteljahrhundert hat er viel zur allgemeinen Verkehrssicherheit beigetragen. Bis zu 80.000 Zuseher/innen und ein Marktanteil von bis zu 77 Prozent bei den Drei- bis Elfjährigen beweisen, dass Helmi bei den Kindern besonders beliebt ist." Böhm zeigt sich mit der TV-Reichweite der kindgerechten Sicherheitssendung "sehr zufrieden". Der Rundumerneuerung von Helmi trägt der ORF mit einer neuen Staffel Rechnung, die am kommenden Samstag, 10. Juni, startet. Seit 1980 wurden rund 1.300 Sendungen produziert und ausgestrahlt - eine eindrucksvolle Bilanz. "Helmi hat längst Kultcharakter: Das junge Publikum schaut sich nach wie vor gerne seine Abenteuer an, die Elterngeneration wird nostalgisch-sentimental an ihre eigene Kindheit erinnert", erläutert Böhm.

Helmi sucht Freunde und Förderer

"Das KfV dankt allen Organisationen und Unternehmen, die Helmi seit 1980 finanziell unter die Arme gegriffen haben", betont Thann. Im Jahr 2006 wird Helmi unterstützt vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), der Österreichischen Nationalbank, Fisher-Price Mattel und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Helmi braucht weiterhin viele Freunde! Alle an einer Förderung Interessierten erhalten unter helmi@kfv.at detaillierte Informationen. "Ein besonderer Dank geht auch an das gesamte Team hinter Helmi: Jeder Einzelne engagiert sich weit über das finanziell abgegoltene Maß hinaus für die Zukunft des kleinen Sicherheitsexperten. Das KfV freut sich zu sehen, wie sehr Helmi allen am Herzen liegt und ist gerade in Zeiten knapper Budgets sehr dankbar für diese nicht selbstverständliche Unterstützung", zollt Thann dem ambitionierten Team Anerkennung.

Bildmaterial für Redaktionen
Eine umfangreiche Auswahl an Bildmaterial zu Helmi in druckfähiger Qualität (300 dpi, jpg) finden Redakteure auf www.kfv.at > Presse > Bildmaterial > Bereich Verkehr & Mobilität.

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RF: Rudolph Lobmeyr, ORF-Pressestelle,
Tel.: 01 87878-14158, E-Mail: rudolph.lobmeyr@orf.at, www.orf.at

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