- 02.06.2006, 09:30:47
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Sima: Keine Verlängerung für ungarisches AKW Paks
Einspruchsmöglichkeit aller Österreicher, öffentliche Anhörung am 6. Juni
Wien (OTS) - Als "absolut inakzeptabel" bezeichnet Wiens
Umweltstadträtin Ulli Sima die geplante Laufzeitverlängerung des
ungarischen Atomkraftwerks um weitere 20 Jahre: "Das AKW liegt nur
300 km von Wien entfernt, es war schon in der Vergangenheit
pannen-anfällig und darf keinesfalls länger am Netz bleiben",
protestiert Sima am Freitag scharf und betont im derzeit laufenden
Umweltverträglichkeits-Verfahren ein klares NEIN Wiens zur
Verlängerung. Mit jedem Jahr steigen die Risken aufgrund der Alterung
und Verschleißerscheinungen am Material, die zum Bersten des
Reaktordruckbehälters und damit zu dramatischen Auswirkungen auch für
Wien führen könnten. Die Frage der Entsorgung des zusätzlichen
Atommülls ist bislang ungeklärt, auch die Gefährdungen durch
Terrorangriffe und Flugzeugabstürze wird von den Betreibern der vier
AKW-Blöcke nicht ernst genommen und in den UVP-Unterlagen nicht
analysiert. "Wenn man bedenkt, dass sich der SuperGAU in Tschernobyl
vor 20 Jahren rund 1.000 km von Wien ereignete und die Auswirkungen
auch bei uns spürbar waren und sind, kann man sich leicht ausmalen,
welche katastrophalen Auswirkungen ein Unfall in Paks auf Wien
hätte". Nach Tschernobyl war die Wiener Wasserversorgung in den
Quellschutzgebieten betroffen und die Wiener Landwirtschaft
eingeschränkt.
In der derzeit laufenden grenzüberschreitenden
Umweltverträglichkeitsprüfung zu Paks können alle Österreicher
ebenfalls Einspruch gegen die geplante Laufzeitverlängerung des
Druckwasserreaktors WWER-440/213 erheben. Am 6. Juni wird es im
Burgenland eine öffentliche Anhörung geben, die von den Ländern Wien,
Burgenland, Oberösterreich und Niederösterreich finanziert wird. Die
Wiener Umweltanwaltschaft (WUA) nimmt als Atomschutzbeauftragte des
Landes Wien an der grenzüberschreitenden UVP teil.
In den - sehr mangelhaften - Unterlagen der AKW-Betreiber finden
sich keine Szenarien für die Auswirkungen eines Unfalls auf
Österreich. "Allein der Zwischenfall in Paks vom April 2003, der als
der größte Störfall in dieser Region seit Tschernobyl gilt, ist
Anlass genug, um die Sicherheitsfragen im AKW Paks eingehend zu
überprüfen und keinesfalls eine Lizenz für die Verlängerung der
atomaren Bedrohung zu erteilen", so Sima. Sie appelliert an alle
Österreicher, von ihrem Recht zum Einspruch Gebrauch zu machen.
"Umweltminister Pröll ist gefordert, bei unseren ungarischen Nachbarn
zu betonen, dass Österreich keine Betriebszeitenverlängerung will,
weil das AKW eine reale Bedrohung ist", fordert Sima.
Stellungnahmen können bis zum 20. Juni 2006 an das Amt der
Wiener Landesregierung, MA 22 - Umweltschutz, Ebendorferstrasse 4,
1082 Wien gesendet werden, die fristgemäßen Einsendungen werden an
das ungarische Umweltministerium weitergeleitet.
o Alle Infos auf https://www.wien.gv.at/wua/2006/uve-paks.htm
(Schluss) vor
Rückfragehinweis:
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