Sima: Keine Verlängerung für ungarisches AKW Paks

Einspruchsmöglichkeit aller Österreicher, öffentliche Anhörung am 6. Juni

Wien (OTS) - Als "absolut inakzeptabel" bezeichnet Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima die geplante Laufzeitverlängerung des ungarischen Atomkraftwerks um weitere 20 Jahre: "Das AKW liegt nur 300 km von Wien entfernt, es war schon in der Vergangenheit pannen-anfällig und darf keinesfalls länger am Netz bleiben", protestiert Sima am Freitag scharf und betont im derzeit laufenden Umweltverträglichkeits-Verfahren ein klares NEIN Wiens zur Verlängerung. Mit jedem Jahr steigen die Risken aufgrund der Alterung und Verschleißerscheinungen am Material, die zum Bersten des Reaktordruckbehälters und damit zu dramatischen Auswirkungen auch für Wien führen könnten. Die Frage der Entsorgung des zusätzlichen Atommülls ist bislang ungeklärt, auch die Gefährdungen durch Terrorangriffe und Flugzeugabstürze wird von den Betreibern der vier AKW-Blöcke nicht ernst genommen und in den UVP-Unterlagen nicht analysiert. "Wenn man bedenkt, dass sich der SuperGAU in Tschernobyl vor 20 Jahren rund 1.000 km von Wien ereignete und die Auswirkungen auch bei uns spürbar waren und sind, kann man sich leicht ausmalen, welche katastrophalen Auswirkungen ein Unfall in Paks auf Wien hätte". Nach Tschernobyl war die Wiener Wasserversorgung in den Quellschutzgebieten betroffen und die Wiener Landwirtschaft eingeschränkt.

In der derzeit laufenden grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung zu Paks können alle Österreicher ebenfalls Einspruch gegen die geplante Laufzeitverlängerung des Druckwasserreaktors WWER-440/213 erheben. Am 6. Juni wird es im Burgenland eine öffentliche Anhörung geben, die von den Ländern Wien, Burgenland, Oberösterreich und Niederösterreich finanziert wird. Die Wiener Umweltanwaltschaft (WUA) nimmt als Atomschutzbeauftragte des Landes Wien an der grenzüberschreitenden UVP teil.

In den - sehr mangelhaften - Unterlagen der AKW-Betreiber finden sich keine Szenarien für die Auswirkungen eines Unfalls auf Österreich. "Allein der Zwischenfall in Paks vom April 2003, der als der größte Störfall in dieser Region seit Tschernobyl gilt, ist Anlass genug, um die Sicherheitsfragen im AKW Paks eingehend zu überprüfen und keinesfalls eine Lizenz für die Verlängerung der atomaren Bedrohung zu erteilen", so Sima. Sie appelliert an alle Österreicher, von ihrem Recht zum Einspruch Gebrauch zu machen. "Umweltminister Pröll ist gefordert, bei unseren ungarischen Nachbarn zu betonen, dass Österreich keine Betriebszeitenverlängerung will, weil das AKW eine reale Bedrohung ist", fordert Sima.

Stellungnahmen können bis zum 20. Juni 2006 an das Amt der Wiener Landesregierung, MA 22 - Umweltschutz, Ebendorferstrasse 4, 1082 Wien gesendet werden, die fristgemäßen Einsendungen werden an das ungarische Umweltministerium weitergeleitet.

o Alle Infos auf https://www.wien.gv.at/wua/2006/uve-paks.htm

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