• 01.06.2006, 12:58:22
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AK: Ausdehnung der LKW-Maut auf alle Straßen ist notwendig

Wien (OTS) - Die AK sieht sich durch die Ergebnisse der VCÖ-Studie
in ihrer langjährigen Forderung nach einer LKW-Maut nach Schweizer
Vorbild bestätigt: Der LKW zahlt derzeit nicht ausreichend die Kosten
für die Infrastruktur, die er benützt. Nach der erfolgreichen
Einführung der Maut auf Autobahnen im Jahr 2004 müssen nun endlich
auch die restlichen Straßen fahrleistungsabhängig bemautet werden.
"Gegen die ständige Zunahme des LKW-Verkehrs muss etwas getan werden.
Eine flächendeckende Maut eröffnet neue Perspektiven für die
Infrastrukturfinanzierung und eine umweltfreundliche
Verkehrspolitik", sagt AK-Verkehrsexperte Franz Greil.

Die Schweiz praktiziert eine flächendeckende Bemautung bereits seit
2001 und die neue EU-Wegekosten-Richtlinie erblaut das nun
ausdrücklich: Eine fahrleistungsabhängige LKW-Maut am gesamten
Straßennetz, also neben Autobahnen auch auf Länder- und
Gemeindestraßen, ist ein konsequenter Schritt für mehr Kostenwahrheit
im Güterverkehr. Derzeit muss der Steuerzahler vor allem am
unterrangigen Straßennetz für die Infrastrukturnützung des LKW
aufkommen, wo rund 30 Prozent des gesamten LKW-Verkehrs stattfindet.
Laut offizieller Wegekostenrechnung des österreichischen
Verkehrsmininisteriums aus dem Jahr 2002 deckt der LKW abseits der
Autobahn nur zwischen 12 und 43 Prozent durch Steuern seine
Infrastrukturkosten. Die enormen Kosten für Umwelt, Unfallfolgekosten
und Gesundheit sind da nicht einmal eingerechnet.

Durch eine einheitliche LKW-Maut in ganz Österreich könnte man
alleine auf dem ehemaligen Bundesstraßennetz rund 400 Millionen Euro
einnehmen. "Das ist dringend benötigtes Geld, das neue Perspektiven
für beschäftigungswirksame Maßnahmen bei der Verkehrsinfrastruktur
und des öffentlichen Verkehrs (BEISPIELE) eröffnet", sagt Greil.

Anlass für Preistreiberei seitens der LKW-Lobby darf die Einführung
einer flächendeckenden Bemautung nicht sein, da der Transportpreis
durchschnittlich nur 4-8 Prozent bei Waren und Dienstleistungen
ausmacht. Die LKW-Mauteinführung im Jahr 2004 hat sich bei der
Inflation statistisch jedenfalls nicht niedergeschlagen.

Veranstaltungshinweis: Die AK organisiert am 4.Juli 2006 die
Fachtagung "LKW-Roadpricing abseits der Autobahn - Machbarkeit und
Auswirkungen einer LKW-Maut am unterrangigen Straßennetz" mit
anschließender Podiumsdiskussion.

Rückfragehinweis:
Thomas Angerer
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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