- 31.05.2006, 13:05:55
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NEWS: Negative Hypo-Bilanz ist für Kulterer "unnötige Härte"
Schlammschlacht um Hypo Alpe Adria Bank wächst sich aus: Interne Aktennotiz soll Finanzmarktaufsicht unter Druck bringen.
Wien (OTS) - Die nun neu vorgelegte Bilanz der Hypo Alpe Adria
Bank für 2004, die einen Verlust von 99 Millionen Euro ausweist, ist
für den Vorstandsvorsitzenden der Bank, Wolfgang Kulterer, eine
"unnötige Härte", wie er in der morgen erscheinenden Ausgabe des
Nachrichtenmagazins NEWS erklärt. "Die Wirtschaftsprüfer hatten auch
eine Bilanz vorgeschlagen, die einen Gewinn von 68 Mio. Euro
ausweist, aber die Finanzmarktaufsicht hatte signalisiert,dass sie
nur die härteste Bilanzmethode akzeptieren werde", sagt Kulterer im
NEWS-Interview. Zudem erhöht das Land Kärnten den Druck auf die FMA,
wobei ein interner Aktenvermerk der Aufsichtsbehörde in dieser Causa
für Brisanz sorgt.
Diese Aktennotiz, die NEWS exklusiv vorliegt soll beweisen, dass
es die FMA gezielt auf Kulterer abgesehen hat. Darin ist der Inhalt
eines Gespräches zwischen dem FMA-Vorstand und dem stellvertretenden
Aufsichtsratschef der Hypo, Othmar Ederer protokolliert. Ederer, als
Chef des Konzerns der Grazer Wechselseitigen auch Vertreter des
zweitgrößten Hypo-Eigentümers, wurde laut dieser Aktennotiz vom
FMA-Vorstand bereits am 21. April mitgeteilt, dass Kulterer
"spätestens am 1. Juli 2006 aus dem Vorstand ausscheiden soll".
Weiter heißt es: "Die Abteilung 1-2 (der FMA, Anm.) wurde
diesbezüglich angewiesen, das Ermittlungsverfahren auch bezüglich der
Qualifikation der Geschäftsleiter entsprechend zu dokumentieren."
Brisant ist dieses Papier deshalb, weil am 21. April die
Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, sondern im vollen Gang
waren.
"Diese Aktennotiz bezieht sich auf ein Gespräch, um das Doktor
Ederer die Vorstände der FMA gebeten hat. Das war nicht Teil des
behördlichen Verfahrens", erklärt FMA-Sprecher Klaus Grubelnik
gegenüber NEWS. "Ederer habe wissen wollen, wie ein
Geschäftsleiter-Enthebungsverfahren grundsätzlich aussieht und was
man in einem solchen Fall tun könne. Der FMA-Vorstand habe darauf
mitgeteilt, dass in den meisten Fällen ein freiwilliger Rücktritt des
Vorstandes erfolgt und das Verfahren dadurch beendet wird. Der
Zeitpunkt 1. Juli habe sich darauf bezogen, dass das Verfahren
voraussichtlich im Juni beendet sei und ein Rücktritt Kulterers noch
spätestens am 1. Juli erfolgen könne, um einer eventuellen Enthebung
zuvor zu kommen", so Grubelnik zu NEWS.
Rückfragehinweis:
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