ÖAMTC: Neues Geisterfahrer-Verkehrszeichen ist irreführend

Club schlägt verstärkte Nutzung bestehender Warnsysteme vor

Wien (OTS) - Gekürt aus einem Ideenwettbewerb, soll ein neues Gefahrenzeichen "Achtung Falschfahrer" künftig vor entgegenkommenden Geisterfahrern auf Autobahnen warnen. Heute, Dienstag, endet die Begutachtungsfrist zu einer kleinen Novelle der Straßenverkehrsordnung, in der das neue Gefahrenzeichen verankert werden soll. "Wir bekommen zwar ein neues Verkehrszeichen - ob aber jeder weiß, was bei seinem Aufleuchten zu tun ist und vor allem, ob es auch international verständlich ist, sei in Frage gestellt", fasst ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer die Stellungnahme des ÖAMTC zusammen.

Neues Verkehrszeichen verursacht hohe Kosten

"An sich hält der ÖAMTC die Idee, mit elektronischen Verkehrsbeeinflussungsanlagen die Autofahrer vor Geisterfahrern zu warnen, für richtig. Wir befürchten aber, dass derzeit aus technischen Gründen keine neuen Gefahrenzeichen in bestehende Signalanlagen integriert werden können", sagt der ÖAMTC-Experte. Das bedeutet daher einen teuren und langwierigen Neubau der Leuchtzeichen für Verkehrsbeeinflussungsanlagen. "Wir stellen uns die Frage, ob es nicht wichtigere Zeichen gibt, deren Einbeziehung in Verkehrsbeeinflussungsanlagen Vorrang hätte." Als Beispiel führt der Jurist Verkehrsbeeinflussungsanlagen in Baustellenbereichen an.

Der ÖAMTC stellt auch die Symbolik in Frage: Vor der praktischen Umsetzung sollte die Verständlichkeit abgetestet werden. Würden nämlich Fahrzeuglenker versuchen, das Symbol - wie bildlich dargestellt - umzusetzen, müssten auf einer zweispurigen Richtungsfahrbahn die beiden Fahrzeugkolonnen auseinander fahren, um den Geisterfahrer in der Mitte passieren zu lassen. "Das Schild kann daher nur symbolisch verstanden werden und es bedarf - im Falle einer Geisterfahrerwarnung - zusätzlicher konkreter Handlungsanweisungen im Gesetz", sagt der ÖAMTC-Jurist. Fraglich sei außerdem, ob das Verkehrszeichen international verständlich ist.

Das fordert der ÖAMTC

"Wir schlagen statt dessen vor, die bereits bestehenden Fahrstreifensignalisierungen für effektive Geisterfahrer-Warnungen einzusetzen. Zusätzlich könnte man - falls notwendig und technisch möglich - den Grund, warum man einen Fahrstreifen so rasch wie möglich verlassen soll, mit geeigneten Symbolen anzeigen. Diese Methode könnte sofort überall angewandt werden, wo bereits Verkehrsbeeinflussungsanlagen in Betrieb sind", so Hoffer abschließend.

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