Maturareisen: AKNÖ kritisiert Geschäftspraktiken der Veranstalter

Hohe Stornogebühren und nachträgliche Preiserhöhungen sind Alltag

Wien (AKNÖ) - Wer eine Maturareise gebucht hat und storniert, muss oft unverhältnismäßig hohe Stornogebühren zahlen. Um die Information vorab ist es schlecht bestellt. Die AKNÖ-Konsumentenberatung kritisiert die Geschäftspraktiken zweier großer Reiseveranstalter.

Sechs Schülerinnen haben im Vorjahr bei X-JAM eine Maturareise gebucht. Wegen Ferialjob, Eignungstests für das Studium und privater Probleme mussten fünf von ihnen stornieren. Auf ihre telefonische Anfrage hin wurde ihnen Anfang März ein kostenloses Storno zugesichert. Sie haben das Storno-Formular aus dem Internet ausgefüllt und gefaxt. Kurz darauf erhielt jede eine Rechnung von 180 Euro. "Als die Mädchen nachgefragt haben, wollte man bei X-JAM nichts von der mündlichen Zusicherung wissen. Die Ansprechpersonen waren für die Schülerinnen nicht erreichbar. Nachdem wir schriftlich interveniert haben, bestritt der Reiseveranstalter alles", erklärt Konsumentenberaterin Renate Schiller.
Laut Allgemeinen Reisebedingungen (ARB 1992) ist eine Stornogebühr von 10 Prozent bis zum 30. Tag vor Reiseantritt vorgesehen. Beim Reiseanbieter X-Jam ist jedoch laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ein Mindeststornobetrag von 180 Euro zu zahlen. Die AKNÖ-KonsumentenberaterInnen kritisieren, dass die Reiseveranstalter die SchülerInnen vor Buchung darüber nicht ausreichend informieren. "Die Jugendlichen bekommen die AGBs nicht in die Hand. Praktisch jeder Reiseveranstalter druckt diese im Katalog ab, Maturareiseanbieter nicht".

Zwt: Auch Mitreisende zahlen bei Storno eines Schülers drauf

Ein weiterer Fall: Von drei Burschen, die eine Dreierbelegung in einem Doppelzimmer gebucht haben, musste einer stornieren. Er hat Stornogebühr bezahlt, aber auch seinen Mitreisenden werden vom Veranstalter Splash Line je 35 Euro mehr verrechnet. "Das ist eine unzulässige, nachträgliche Preiserhöhung", so die Leiterin der Konsumentenberatung der AKNÖ, Dr. Eva Schreiber.

Zwt: AKNÖ-Tipps

- Wenn bereits storniert und mehr als 10 Prozent Stornogebühr verrechnet wurde oder wenn nachträgliche Reisepreiserhöhungen anfallen, können die Konsumentenberater der AKNÖ informiert werden. Nachträgliche Forderungen der Veranstalter sollten außerdem nur "unter Vorbehalt der rechtlichen Klärung" bezahlt werden. Dies sollte auf dem Zahlschein oder der Überweisung vermerkt werden. Das macht eine Reklamation leichter.

- Bei Reisemängeln sollte sofort am Urlaubsort reklamiert werden. Sollte der Mangel nicht behoben werden, so ist vom Reiseleiter oder der Hotelleitung eine schriftliche Bestätigung zu verlangen. Dokumentation mit Fotos bzw. Filmaufnahmen sowie Zeugen sind für die Durchsetzung von Ansprüchen sehr hilfreich.

- Vor, während und nach der Maturareise sollten nicht unüberlegt Verträge mit Sponsorpartnern der Reiseveranstalter (Handyverträge, Bankkonten, Zeitungsabos, etc.) abschlossen werden.

Die KonsumentenschützerInnen der AKNÖ sammeln derzeit Beschwerden von niederösterreichischen SchülerInnen. Für Anfragen ist die Reiseexpertin der AKNÖ, Renate Schiller, unter 05 7171-1314 erreichbar.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ-Konsumentenberatung
Dr. Eva Schreiber,Tel: 01 5883-1323.
http://noe.arbeiterkammer.at

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