- 26.05.2006, 18:05:48
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Andreas Unterbergers Kommentar
Sie reiten wieder
Wien (OTS) - Die üblichen Verdächtigen reiten wieder. Einst hatten
sie mit einem Lichtermeer die Ausländerfeindlichkeit beleuchten
müssen (in einem Land, in dem man sich inzwischen schon ausrechnen
kann, wann es eine moslemische Mehrheit haben wird). Dann
denunzierten sie die schwarz-blaue Regierung international als
"Schande Europas" (woran sie sich heute alle nicht mehr erinnern
wollen).
Nun feuern sie mit allen Rohren gegen die Innenministerin, weil es
diese als erste gewagt hat, eine breite qualitative Studie über die
Einstellungen der Moslems in Österreich in Auftrag zu geben. Wieder
wird mit den üblichen Methoden gearbeitet: Denunziation der
Studienautoren (obwohl sich in Österreich noch keine andere Studie
offen diesem Thema zu stellen gewagt hat) und Festkrallen an einem
unbedeutenden Detail: Die Ministerin hatte in einem Interview von
Integrationsunwilligkeit und nicht wie die Studie von der großen
inneren Distanz der Moslems zur österreichischen Lebensform
gesprochen. Zwar habe ich bis heute nicht die große Bedeutung des
semantischen Unterschieds zwischen den beiden Ausdrücken begriffen.
Aber vielen reicht er offenbar, um die Zeitbombe der ganzen Frage
weiter zu ignorieren.
Aber schon wird weiter zum nächsten Gefecht geritten. Diesmal
gegen den ORF. In der Tat: Jeder muss sich einen ORF wünschen, der
dem Zugriff der Regierung entzogen ist. Das, was die diversen
grün-roten Unterschriftensammlungen jedoch wollen, ist keine
pluralistische Medienlandschaft, sondern ein noch stärkeres
Meinungsmonopol der zu 80 Prozent linksgestrickten
ORF-Politikredakteure, in das sich gefälligst auch kein
Fernseh-Chefredakteur einzumischen habe - wenn er die falsche
Gesinnung hat. Dass das von diesen 80 Prozent transportierte
Meinungsbild in keiner Weise dem Pluralismus der in der
Öffentlichkeit vorhandenen Meinungen entspricht, stört die
Unterschriftensammler hingegen in keiner Weise. Sonst hätten sie etwa
die massiv manipulative Stimmungsmache im ORF gegen die Moslem-Studie
thematisiert. Oder auch selbstkritisch die Frage aufgeworfen, warum
der oberste Unterschriftensammler Peter Huemer als aktiver
ORF-Redakteur in seiner Radio-Sendung fast nur Personen mit einer
klaren politischen Schlagseite interviewt hat.
Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
mailto:[email protected]
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