Prammer enthüllt Gedenkzeichen für Käthe Leichter

Prammer würdigt Leichter als Vorreiterin in Sachen Gleichberechtigung

Wien (SK) - Die Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat am Montag ein Gedenkzeichen für Käthe Leichter enthüllt. Mit diesem Gedenkzeichen soll an Käthe Leichters Engagement für berufstätige Frauen erinnert werden. Prammer würdigte in ihrer Rede, dass Leichter in Sachen Gleichberechtigung in vielen Bereichen "eine Vorreiterrolle" übernommen hatte. Leichter sei davon überzeugt gewesen, dass nur in einer Gesellschaft, die sie "soziale Demokratie" nannte, auch eine wirkliche Gleichberechtigung der Frauen erreicht werden könnte. "Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns gerade auch jetzt, angesichts einer neoliberalen politischen Kultur, an den ursächlichen Zusammenhang von sozialer Gerechtigkeit und Emanzipation erinnern", betonte Prammer. ****

Prammer wies in ihrer Rede auf die Befreiungsfeier im Konzentrationslager Mauthausen hin, die in diesem Jahr den Frauen gewidmet war, die in den Lagern gequält, gefoltert, missbraucht und ermordet wurden. Gerade in diesem Zusammenhang sei es sehr berührend gewesen, dass jetzt die Erinnerungen an zwei Frauen direkt gegenüber sichtbar werden, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors geworden sind: Zum einen an Edith Stein, an die schon seit einigen Jahren der Name des Hauses der Katholischen Hochschulgemeinde in der Ebendorfer Straße 8 und eine Gedenktafel an diesem Gebäude erinnert. Und an Käthe Leichter, die überzeugte Sozialistin und Kämpferin gegen soziale Ausbeutung, an die ab heute das Gedenkzeichen am ehemaligen AK-Gebäude erinnern wird.

Käthe Leichter sei vermutlich die erste Österreicherin, die zum Doktor der Staatswissenschaften promoviert wurde. hielt Prammer fest. Man könne diese Vorreiterrolle im Kampf für den gleichberechtigten Hochschulzugang von Frauen und die Überwindung der damals enormen gesellschaftlichen Widerstände nicht hoch genug einschätzen. Leichter habe auch in anderen Bereichen eine Vorreiterrolle: Sie baute ab 1925 ein eigenes Frauenreferat in AK auf, 1932 wurde sie in der Wiener Arbeiterkammer als erste Frau in den Betriebsrat gewählt, sie setzte sich für bessere Chancen für Frauen in der Gesellschaft ein, für Frauenbildung als Grundlage echter Chancengerechtigkeit und gegen die einseitige Betonung der Mutterschaft als weiblichen Lebenszweck. "Käthe Leichter setzte sich für das, woran sie glaubte, hundertprozentig ein", unterstrich Prammer.

Auf Initiative von Herbert Steiner, dem Begründer des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands, wurde auch in der Amtszeit von Frauenministerin Johanna Dohnal der Käthe-Leichter-Staatspreis für Frauen- und Geschlechterforschung geschaffen, erklärte Prammer. Er wurde von 1991 bis 1999 jährlich vergeben, unter der schwarz-blauen Bundesregierung sei der Preis bezeichnenderweise zunächst abgeschafft und zwischen 2000-2004 nicht vergeben worden. Nach wiederholten Engagement und Druck der SPÖ wurde er 2005 erstmals wieder vergeben, hielt Prammer abschließend fest. (Schluss) ps

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