- 20.05.2006, 09:38:11
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Deutsch lernen" (Von FRANK STAUD)
Ausgabe vom 20. Mai 2006
Innsbruck (OTS) - Typisch österreichisch verlief am Freitag die
Diskussion über die Moslem-Studie. Es wurde nicht darüber geredet,
wie das Thema Integration von Moslems bei uns verbessert werden
könnte. Und zwar auf beiden Seiten.
Stattdessen wurde versucht, der Innenministerin zu unterstellen,
die Studie falsch interpretiert und ausländerfeindlich agiert zu
haben. Liese Prokop hatte bekanntlich via TT verkündet, dass 45
Prozent der Moslems in Österreich nicht an einer Integration
interessiert sind.
Studienautor Mathias Rohe sieht bei 45 Prozent der Moslems in
Österreich ein "großes Maß an Distanz" zur Mehrheitsbevölkerung, "das
unter ungünstigen Rahmenbedingungen umschlagen kann in Gegnerschaft".
Ein Streit also um des Kaisers Bart. Faktum ist, dass Prokop mit
ihren Aussagen den Nagel auf den Kopf getroffen und den Eindruck
vieler Bürgerinnen und Bürger bestätigt hat. Die Innenministerin hat
unverblümt die Wahrheit gesagt. Auch wenn diese natürlich viele nicht
gerne hören.
Wer Kinder im Kindergarten- oder Volksschulalter hat, kann sich
jederzeit selbst ein Bild machen. Viele Sprösslinge ausländischer
Eltern können gar nicht oder nur gebrochen Deutsch. Das ist nicht
nachvollziehbar. Wer hier lebt, hat die Verpflichtung, die Sprache zu
beherrschen. Wer solches fordert, muss bei uns jedoch fürchten, ins
rechte Eck gestellt zu werden. Das ist ein Witz. Wer die Sprache
nicht beherrscht, kann sich nicht integrieren.
So entstehen naturgemäß Vorurteile. Umso wichtiger ist es, jenen
ausländischen Mitbürgern, die sich um ein offenes Miteinander
bemühen, die Türe nicht zuzuschlagen, sondern positiv
entgegenzutreten. Das muss in diverse Tiroler Sturschädel allerdings
auch erst noch hinein. Wann haben Sie zuletzt zu einer
Kindergeburtstagsparty ein türkisches Kind eingeladen?
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
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